Winterreifen-Test: 235/35 R19
Winterpneus für Sportler
Moderne Winterreifen überzeugen auf Schnee, Eis und trockener Straße – bei Nässe trennen sich jedoch die Spreu vom Weizen. AUTO BILD testet zehn Winterreifen für sportliche Fahrzeuge.
Unser Versprechen
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1.
Michelin
Pilot Alpin 5 235/35R19 91W XL
1,2
sehr gut
- dynamisches Handling
- beste Traktion im Schnee
- präzises Lenkverhalten
- Mittelfeld bei Kurven-Aquaplaning

2.
Goodyear
UltraGrip Performance 3 235/35 R19 91W XL
1,3
sehr gut
- ausgewogene Leistung auf hohem Niveau
- vorzügliches Nass- und Trockenhandling
- präzises Lenkansprechen
- Bremsen im Schnee

3.
Continental
WinterContact TS 870 P 235/35 R19 91W XL FP
1,4
sehr gut
- vorbildliche Qualität auf nasser und trockener Strecke
- im Schnee-Handling einer der Besten
- gutes, sicheres Aquaplaning-Verhalten
- Hohes Preisniveau

4.
Dunlop
Winter Sport 5 235/35 R19 91W XL
1,5
gut
- überzeugend in Nass-Disziplinen
- günstigster Reifen in der "Vorbildlich"-Gruppe
- etwas erhöhter Sportwiderstand

5.
Bridgestone
Blizzak 6 235/35 R19 91W XL
2,1
gut
- der Beste im Nasshandling und -bremsen
- sichere, präzise Bank im Schnee
- ...Trockenbremsen
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Schnee und Eis stellen für moderne Winterreifen kaum noch eine echte Herausforderung dar. Aktuelle Tests bestätigen den Trend der vergangenen Jahre: Neue Gummimischungen, ausgeklügelte Profilstrukturen und breiter werdende Laufflächen sorgen für hohe Traktion und viel Sicherheit bei winterlichen Bedingungen. An steilen Anstiegen, beim Anfahren auf glatter Fahrbahn oder beim Bremsen bergab zeigen viele Modelle heute ein souveränes Niveau.

Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Doch der Zugewinn an Wintergrip hat auch eine Kehrseite. Breite Profile mit zahlreichen Lamellen liefern zwar starken Halt auf Schnee und Eis, können auf nasser und trockener Straße längere Bremswege und ein instabileres Fahrverhalten verursachen. Wie groß diese Unterschiede ausfallen, zeigt der Vergleich aktueller hochwertiger und billiger Winterreifen.
Das Wichtigste in Kürze
- Preisfrage: Gute Winterreifen für sportliche Autos gibt es in vielen Preisklassen, aber Qualität kostet!
- Erkenntnis: Moderne Profile überzeugen auf Schnee und Eis, ihre wahren Unterschiede offenbaren sich bei Nässe.
- Empfehlung: Wer Wert auf Sicherheit legt, sollte auf bewährte Markenqualität setzen, nicht auf Billigreifen.
Wir haben zehn Winterreifen – Premiumprodukte und günstige Fernostgummis – gegeneinander antreten lassen. Alle Kandidaten mussten bei Nässe, Schnee und Trockenheit in verschiedenen Tests bestehen. Wie sie sich hierbei geschlagen haben, lesen Sie im Folgenden.
Auf Schnee
Bremsen: Kurze Bremswege auf Schnee und Eis stehen im Anforderungskatalog an einen Winterreifen ganz oben. Hier setzt sich der chinesische Autogreen gegen die übrigen Kandidaten durch. Conti, Hankook und Goodyear enttäuschen etwas.

Beim Schneebremsen bieten Winterreifen maximale Sicherheitsreserven, der Sommerreifen versagt kläglich.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Handling: Die Reifen mit der besten Seitenführung haben auch beim Handling die Nase vorn. Die Asiaten Autogreen und Radar stürmen hier auf und davon, Michelin und Conti können folgen, mangelnde Seitenführung an der Vorderachse bei Hankook.
Slalom: Autogreen, Michelin und Radar können die höchsten Seitenführungskräfte übertragen. Das gibt dem Fahrer in Kurven und bei Bergabfahrt ein sicheres Fahrgefühl. Das gilt auch für den Schneespezialisten von Goodyear.

Im Slalom zählt es, spurtreu zu bleiben. Durchdrehende Räder führen zum Ausbrechen der Hinterachse.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Traktion: Seit vielen Jahren unangefochten, ist Michelin in dieser Prüfung immer die Nummer eins. Der Pilot Alpin 5 ist bei der Zugkraftmessung ganz klar der Stärkste. An eisglatten Steigungen kann es mit Hankook schon einmal eng werden.

Der BMW M135i fühlt sich mit seinem frontlastigen Allradantrieb im Schnee pudelwohl.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Bei Nässe
Handling: Bridgestone, Dunlop und Goodyear kassieren mit sicherem Fahrverhalten und überzeugender Lenkpräzision die Höchstpunktzahl für Winterreifen. Früher war der Sommerreifen in der Disziplin immer besser, diesmal nur Vierter.
Bremsen: Auch hier waren Sommerpneus immer beste Bremser, man erkennt die fortgeschrittene Winterreifenentwicklung an Topwerten von Bridgestone und Dunlop. Im Schnee noch vorne, im Nassen sind die Chinesen gefährlich.
Aquaplaning: Aufgrund seiner stabilen Profilstruktur mit extrabreiten Hauptprofilrillen generiert der Sommerreifen die beste Wasserverdrängung. Unter den Winterkandidaten bieten Dunlop und Continental die besten Sicherheitsreserven.

Guter Nass-Grip sorgt für Vertrauen und Fahrspaß.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Kreisbahn: Mit deaktiviertem ESP zieht der M135i Runde um Runde über die bewässerte Kreisbahn. Der Reifen mit der besten Nasshaftung fährt bei konstantem Lenkeinschlag die schnellste Rundenzeit. Schlusslichter wieder die Chinesen.
Kurven-Aquaplaning: Den besten Schutz gegen den Wasserkeil unter der Lauffläche bietet in Kurven mit Abstand ganz klar der Dunlop. Mit den drei Billigreifen ist die Kurvenfahrt dagegen sehr unsicher und eine extreme Tortur.

Unsere Aquaplaningtests wurden mit einer konstanten Wassertiefe von etwa sieben Millimetern gefahren. Beim Aufschwimmen schiebt das Auto geradeaus.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Auf trockener Piste
Handling: Das von feinen Einschnitten zerklüftete Winter-Profil hat es auf trockener Piste schwer. Ein akzeptables Einlenkverhalten und eine gute Seitenführung lassen den Fahrspaß bei Michelin und Conti aber nicht zu kurz kommen.

Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Bremsen: Bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 verliert der beste Winterreifen auf den Sommerreifen mindestens eine Fahrzeuglänge an Anhalteweg. Mit 41,5 Metern führt der Goodyear bei diesem Vergleichstest zum ersten Mal eine Tabelle an.

Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Rollwiderstand: Für Kilometerfresser kann der Rollwiderstand ein wichtiges Kaufkriterium sein. Der rund 20 Prozent niedrigere Rollwiderstand des Conti im Vergleich zum Radar senkt den Kraftstoffverbrauch um etwa vier Prozent. Auf sieben Liter im Durchschnitt macht das 0,3 Liter/100 km.
Vorbeifahrgeräusch: Das Vorbeifahrgeräusch wird von außen und mit abgeschaltetem Motor gemessen. Den geringsten Ausschlag der Messinstrumente verzeichnen wir bei der Vorbeifahrt des M135i auf dem Radar-Produkt.
Winterreifen (235/35 R 19) im AUTO BILD-Test 2024: die Ergebnisse im Detail
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Nicht überraschend, dass inzwischen fast alle modernen Winterreifen auf Eis und Schnee hervorragend funktionieren. Da kommt man mit jedem gut durch das weiße Pulver. Doch für die meisten Autofahrer besteht die Wintersaison aus wechselnden Straßenbedingungen zwischen regennasser und abgetrockneter Piste. Alleskönner mit Sommereifentypischen Qualitäten sind also gefragt. Das können die Chinesen immer noch nicht bieten – Michelin, Goodyear, Conti und Dunlop dagegen schon.
Testsieger (2024): Michelin Pilot Alpin 5 (91 W)
Unser Test wurde unterstützt von Bridgestone, Ceat, Continental, Dunlop, Goodyear, Hankook, Michelin & Vredestein. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.
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