AUTO BILD vergleicht sechs Dachzelte
Schlafen über den Dächern
Ein Dachzelt verwandelt das Auto in einen kompakten Camper. AUTO BILD hat mehrere Modelle verglichen und erklärt, welches Dachzelt passt und was beim Kauf wichtig ist.
- Roland Kontny
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Einfach aufs Dach klettern statt ins Hotel einchecken: Mit einem Dachzelt wird das Auto im Handumdrehen zum mobilen Schlafplatz unter freiem Himmel. Es ermöglicht flexible Roadtrips, spart Unterkunftskosten und bringt Outdoor-Fans näher an die Natur. Zur Wahl stehen unterschiedliche Konzepte – von Softcover-Varianten bis zu Hartschalen-Modellen, kompakt oder besonders geräumig. AUTO BILD hat verschiedene Dachzelte verglichen, gibt Kaufempfehlungen und erklärt, worauf es bei Gewicht, Montage und Handling ankommt.
Das Wichtigste in Kürze
- Fahrzeug prüfen: Dachlast checken, denn Zelt plus Träger dürfen die zulässige Belastung nicht überschreiten. Die Leiter am besten im Auto verstauen.
- Dachlast in Fahrt vs. Stand: Während der Fahrt gilt die Herstellerangabe. Im Stand darf das Dach deutlich mehr tragen – im Zweifel beim Hersteller nachfragen.
- Passender Dachträger: Zelte passen meist auf gängige Trägersysteme. Vorab prüfen, ob das eigene System kompatibel ist oder ein Montage-Kit nötig wird.
- Hohe Gewichte: Dachzelte sind schwer. Montage nur mit mehreren Personen oder mithilfe eines Dachzelt-Lifts in Garage oder Carport.
Echtes Outdoor-Feeling mit geräumigem Vorzelt, vier Farben zur Wahl, dazu ein guter Preis: Mit dem Extended L von Prime Tech kann man wenig falsch machen. Die beiliegende Teleskopleiter ist lang genug für viele gängige Automodelle, allerdings nicht unbedingt für Modelle der VW-Bus-Klasse. Also: Vor dem Kauf genau die Angaben im Fahrzeugschein mit denen des Zelt-Anbieters vergleichen! Mit einem Gewicht von 51 kg ist das Extended L eines der leichteren Zelte. Eine Innenhöhe von 130 cm sowie die 2,40 m lange Liegefläche bedeuten reichlich Raum für zwei Personen. Wer es noch großzügiger will, der nimmt die XL-Version, die nochmals 20 cm breiter ist. Sparfüchse verzichten auf das Vorzelt und kommen noch günstiger weg. Das Fenster im Zeltdach ermöglicht bei guter Witterung den Blick in den Sternenhimmel.
Der Preis-Tipp von Owen kostet rund 1500 Euro und bietet mit 140 mal 240 Zentimetern dennoch eine großzügige Liegefläche – da kann sich auch gern ein Kind quer mit reinlegen. Ein weiterer Vorzug ist die Anti-Kondensmatte aus 3D-Mesh-Gewebe. Die ist bei feuchter Witterung auch nötig: Das Zelt ist zwar mit 3500 mm Wassersäule recht dicht, mit der Kombination aus Nylon- und Polyester-Stoffen aber nur wenig atmungsaktiv.
In einigen Tests wird über die Herkunft der Tent Box Classic gescherzt: In England müsse man ja wissen, wie es sich trotz schlechtem Wetter gut zelten ließe. Tatsächlich ist der Hersteller aber schon lange am Markt und lässt entsprechend viel Erfahrung in seine Produkte fließen – der Kunde profitiert von selbstbewussten fünf Jahren Garantie. Beim Classic drücken Gasfedern den Deckel parallel nach oben, es entsteht ein gemütlicher Raum mit praktischen Taschen an der Seite und Befestigungsösen für Lampen. Die Wände aus Ripstop-Segeltuch sorgen für eine wohlige Outdoor-Atmosphäre. Vorteil beim Fahren: Die aerodynamisch optimierte Hartschale hält den Mehrverbrauch in Grenzen. Nicht so gut: Die Liegefläche fällt mit 125 cm Breite etwas schmal aus.
Eine Sonderrolle in diesem Vergleich nimmt das Tepui Autana von Zubehör-Spezialist Thule ein. Mit seiner gigantischen Liegefläche von 183 mal 244 Zentimetern lässt es sich mit dem Nachwuchs auch mal zu viert für einige Nächte aushalten und ermöglicht für kleine bis mittelgroße Erwachsene das Querliegen. Vorteil der Konstruktion mit Regendach über dem Zelt: Der Regenschutz ist gewährleistet, zugleich können atmungsaktive Stoffe zum Einsatz kommen, die Kondenswasser im Innenraum minimieren. Preis: etwa 2300 Euro.
Besonders leicht sind das Feather-lite von Dometic Forerunner (ab ca. 1200 Euro) sowie das Nevada von Prime Tech (ab ca. 2700 Euro). Sie wiegen unter 50 Kilogramm und vereinfachen so das Handling bei Auf- und Abbau. Vorsicht: Mit 200 cm ist die Leiter des Feather-lite nicht lang genug für alle Kastenwagen in der VW-Bus-Klasse. Das sieht beim Nevada besser aus – dafür aber fällt die Innenhöhe mit rund 90 cm etwas dürftig aus.
Die Auswahl der hier vorgestellten Produkte erfolgt insbesondere aufgrund ihrer Relevanz auf dem Zubehör-Markt. Außerdem ist deren flächendeckende und kurzfristige Verfügbarkeit zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Vergleichs gewährleistet – mit Ausnahme von akuten Produktions- oder Lieferschwierigkeiten. Die Produkte wurden keinem Praxis-Test unterzogen. Dieser Vergleich dient vielmehr einer schnellen Übersicht zu gefragten Dachzelte und ihren technischen Daten.
Die wichtigsten produktspezifischen Kriterien des Vergleichs sind eine ausreichende Liegefläche für mindestens zwei Personen, eine Ausstattung nach aktuellem Stand der Technik und ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Am Markt sind inzwischen reichlich Dachzelte erhältlich, die auch für die etwas schmalere Geldbörse gute Qualität und Ausstattung bieten. Abzieh- und waschbare Matratzenbezüge sind ebenso Standard wie Moskitonetze, Ablagefächer und Ösen zur Befestigung von Lampen. Wer häufiger den Standort wechselt, ist mit einem Hartschalen-Zelt wie dem Tent Box Classic (um 2200 Euro) besser unterwegs. Familien und große Menschen greifen zu den XL-Versionen, etwa dem Tepui Autana von Thule (ca. 2300 Euro). Auch preisbewusste Käufer haben reichlich Auswahl: etwa der Preis-Tipp Owen Two (Hartschale, ab ca. 1500 Euro) mit großzügiger Liegefläche und besonders gutem Regenschutz (3500 mm Wassersäule) sowie das gut ausgestattete Extended L von Prime Tech, das bereits für etwa 1600 Euro zu bekommen ist.
Softshell vs. Hartschale
Ganz grob lassen sich Dachzelte in Hartschalen- und Softshell-Varianten unterscheiden. Eine Hartschale sieht aus wie eine große Dachbox und ist dank Gasdruckfedern in wenigen Sekunden einsatzbereit. Das ist besonders praktisch, wenn der Stellplatz häufig wechselt. Hartschalen sind beim Transport außerdem aerodynamischer als Softshell-Zelte, halten also den zusätzlichen Spritverbrauch sowie Windgeräusche im Rahmen. Einige Hersteller bieten sogar die Option, auf dem Hartschalen-Dachzelt weiteres Gepäck zu transportieren. Dafür sind sie im Schnitt schwerer, und ihre Liegefläche ist ungefähr auf die Dachfläche begrenzt, da sie nicht seitlich aufgeklappt werden, sondern nach oben.
Für besonders schmale Autos und große Familien, die viel Liegefläche benötigen, kommen Hartschalen daher eher nicht infrage. Softshell-Zelte dagegen gibt es in vielen und auch großen Größen. Sie klappen in der Regel zur Fahrzeugseite auf, benötigen darum mehr Stellfläche als ein Hartschalen-Zelt. Außerdem ermöglicht diese Position bei einigen Modellen das Anbringen eines Vorzelts unter dem seitlichen Überhang, in dem sich Gepäck regensicher lagern lässt und vor ungewollten Blicken geschütztes Umziehen möglich ist.
Versandkosten
Auch ein leichtes Dachzelt ist noch immer ziemlich schwer und sperrig. Je nach Händler und Modell schlagen die Versandkosten darum teilweise mit mehr als 100 Euro zu Buche. Informieren Sie sich darum vor der Bestellung genau über diese Zusatzkosten bei den verschiedenen Bezugsquellen und beziehen Sie diese in die Gesamtkalkulation mit ein.
Die eigene Matratze
Zugegeben, sechs Zentimeter Höhe – das klingt für eine Matratze nicht gerade viel. Dass Matratzen in Dachzelten üblicherweise so dünn sind, hat gute Gründe: Zum einen soll sich das Zelt zusammengeklappt möglichst flach machen. Zum anderen bedeutet mehr Material auch mehr Gewicht. Da es sich zumeist um spezielle Schaumstoffe handelt, liegt man darauf aber erstaunlich gut. Wer dennoch lieber auf eine Individualanfertigung zurückgreifen möchte, kann dies natürlich tun. Dabei ist nur zu beachten, dass die Matratze dünn genug bleiben muss, damit sich das Zelt noch zusammenklappen lässt – oder dass sie beim Fahren ihren Platz irgendwo im Auto findet.
Die häufigsten Fragen zu Dachzelten
Wo darf ich im Dachzelt übernachten?
Auf jeden Fall auf jedem Campingplatz. Auch auf vielen Reisemobil-Stellplätzen kommt es mit einem Dachzelt nicht zu Problemen, wenn es über Nacht aufgeklappt wird und man sich ansonsten nicht zu weit ausbreitet. Anders kann es auf normalen Parkplätzen aussehen. Zwar ist das Parken zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit erlaubt, nicht aber der Aufbau von Campingmöbeln, worunter aber der Aufbau des Dachzeltes fallen dürfte. Tabu sind natürlich alle Formen von Naturschutzgebieten. Eine Karte mit Dachzelt-konformen Stellplätzen gibt es bei den "Dachzeltnomanden" im Netz.
Kann man Decke und Bettwäsche im Dachzelt lassen?
Ja, die allermeisten Zelte sind so konstruiert, dass man die Bettwäsche im Zelt ausgebreitet liegen lassen kann. Der XXL-Teddybär des Kindes oder den 800-Seiten-Schmöker sollte man aber lieber vor dem Zusammenklappen herausnehmen.
Sollte man bei Gewitter im Dachzelt schlafen?
Nein, am besten vermeidet man das Übernachten im Dachzelt, während es blitzt und donnert. Anders als ein Auto aus Blech ist das Dachzelt kein Faradaykäfig und leitet darum auch keine Blitze direkt weiter bis zum Boden. Zudem befindet sich das Zelt auf erhöhter Position und begünstigt damit unter Umständen einen Blitzeinschlag. Bei Gewitter sollte man das Zelt also zugeklappt lassen und es sich im Auto so bequem wie möglich zu machen.
Darf ich mit einem Dachzelt durch die Waschanlage fahren?
Mit Dachzelt auf dem Auto ist Handwäsche angesagt – auch im zusammengeklappten Zustand, denn in den allermeisten Waschanlagen und -straßen sind Dachaufbauten verboten. Aus gutem Grund: Die intensive Wäsche kommt, anders als Regen, nicht nur von oben und kann so in die Hartschale oder unter den Regenschutz dringen. Außerdem können die beweglichen Elemente der Waschanlage am Zelt hängen bleiben und große Schäden auch am Auto anrichten. Auch in der Waschbox besteht bei der Verwendung eines Hochdruckstrahls die Gefahr, dass Wasser dort hingelangt, wo man es in einem Zelt auf keinen Fall haben möchte.
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