Renault Wind gegen Smart fortwo Brabus Xclusive Cabrio
Zwei luftige Winzlinge

Mit dem Wind will Renault ein frisches Lüftchen in das Segment der kompakten Coupé-Roadster wehen. Wir lassen den Zweisitzer mit der ungewöhnlichen Dach-Klapptechnik gegen das Smart fortwo Brabus Xclusive Cabrio antreten.
- Björn Marek
Glatte zwölf Sekunden – nein, dies ist nicht die Zeit, die der Renault Wind benötigt, um auf 100 km/h zu beschleunigen. Dieses Dutzend Sekunden vergeht, bis die Sonne das Gemüt erhellt. Ein Bestwert, der seinesgleichen sucht. Ihresgleichen sucht auch die Dachkinetik an sich. Beim Wind wird nichts fünffach geknickt und gefaltet: Nach dem manuellen Entriegeln verstaut sich das gesamte Dachteil rücklings elektrisch unterm Kofferraumdeckel. Womit wir bei einem weiteren Vorteil sind, den der Wind gegenüber seinen Konkurrenten mit sich bringt: Vom eigentlichen Kofferraumvolumen – immerhin 270 Liter – geht selbst beim Offenfahren nichts verloren.
Übersicht: Alle News und Tests zum Renault Wind

Bild: Lena Barthelmeß
Übersicht: Alle News und Tests zum Smart fortwo

Bild: Lena Barthelmeß
Kleine Autos, großer Durst
Die Durchzugskraft der beiden Turbomotoren ist gut, das Fünfgang-Schaltgetriebe im Renault Wind lässt sich hakelfrei betätigen. Im Smart stören die zu langen Schaltpausen, die sowohl im Automatikmodus als auch beim manuellen Gangwechsel über die Schaltwippen auftreten. Die Lenkung agiert in beiden Autos ausreichend direkt, allerdings fühlt sich das Renault-Volant zu dick an und suggeriert so wenig Griffigkeit. Den Spurt auf 100 km/h entscheidet der Smart mit 9,7 Sekunden für sich, die Wind-Passagiere folgen 0,8 Sekunden später. Dafür erfreuen sich Letztere an 190 km/h Höchstgeschwindigkeit, während der fortwo sein Limit elektronisch begrenzt bereits bei 155 km/h erreicht. Auch in puncto Kraftstoffverbrauch hat der Franzose die Nase vorn: Im Test konsumierte der Vierzylinder 6,9 Liter Super, während es beim Smart 7,2 Liter waren.
Turbopower, Roadster-Feeling und Föhnfrisur bieten beide
Das Kapitel Bremswege geht indes nahezu unentschieden aus: Mit 35,7 Metern Bremsweg steht der Smart eineinhalb Meter früher als der Renault – allerdings gilt es hier, nicht zu vergessen, dass der Wind immerhin rund 270 Kilogramm mehr auf den Rippen hat. Das Fahrwerk des frontangetriebenen Renault ist gut und knackig abgestimmt und agiert angenehm polterfrei; das Kurvenfahren generiert dank wenig Seitenneigung Fahrspaß. Das Fahrwerk des Hecktrieblers Smart ist dagegen weicher abgestimmt, die Seitenneigung größer, zudem beginnt es, auf Querfugen zu poltern. Auch ist der fortwo spurrillenanfällig, der Renault gibt sich hier resistenter. Ein laues Lüftchen sind beide nicht: Der Smart weicht dank üppiger Motorisierung und reichhaltigster Ausstattung zwar von seinem "ultrakompakt-und-sparsam-Konzept" ab, bereitet dank gerade dieser Eigenschaften aber auch Fahrspaß. Letzteren bringt auch der Renault Wind mit sich – und dies unter dem Strich sogar mehr als sein Mitbewerber.
Fazit
Nicht nur aufgrund seines deutlich geringeren Einstiegspreises, sondern insbesondere auch wegen der besseren Motor/Getriebe- und Fahrwerks-Charakteristik geht der Neuling Renault Wind als Sieger aus diesem Vergleich hervor. Bei der Interieurqualität aber kann er sich eine Scheibe vom Smart fortwo aus dem Hause Brabus abschneiden.
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