Vergleich BMW 135i gegen Porsche 911
Halber Preis, gleicher Spaß?

306 PS für 38.950 Euro: BMW wird immer frecher. Der 135i zielt mit seinen Fahrleistungen auf den Porsche 911. Nur theoretisch oder auch im direkten Vergleich?
Mal ganz theoretisch: ein Kompaktwagen mit mehr als 300 PS, Turbo-Sechszylinder und Hinterradantrieb. Das verspricht doch bestes Sportwagenfeeling, Superzeiten auf der Rundstrecke, Spitzenwerte für den Stammtisch. Ganz konkret klingt das nach waschechter Konkurrenz selbst für die Sportwagen-Ikone Porsche 911. Weiter: Der 135i von BMW ist solch ein Porsche-Jäger. Das neue Kompakt-Coupé mit 306 PS könnte einen 325 PS starken 911 Carrera ordentlich vor sich herjagen. Und statt Erfrischung im Ziel eine bittere Pille nachreichen: Der BMW kostet mit 38.950 Euro noch nicht mal halb so viel wie der kleinste 911er. Jetzt mal praktisch: Wir lassen den 135i gegen einen 911 Carrera antreten. Auf der Rennstrecke, im Landstraßen-Kurvengeschlängel, auf der Autobahn.
Auf der Autobahn muss der 1er den 911er ziehen lassen

Bild: Christian Bittmann
Der Turbomotor der BMW trumpft beim Durchzug auf

Bild: Christian Bittmann
Der Porsche-Boxer macht das mit mehr Rasse. Spontanes Gasgeben in der dritten Fahrstufe bei 4000 Touren? Der 3,6-Liter dreht verzögerungsfrei hoch, schubst das Auto mit einem Ruck vorwärts. Dazu dreht der Sechszylinder gierig weiter aus, röhrt, hämmert, arbeitet – viel authentischer als die gedopte Maschine des 1ers. Genauso die Bremsen: Im BMW drückt der rechte Fuß erst in die weiche Pedalzone, die eine ausgeprägte Servounterstützung absteckt. Porsche-Fahrer tippen da gegen auf einen harten, in den Zehenspitzen fühlbaren Druckpunkt, spüren die steife Mechanik unter der Sohle. Beiden Autos gemein ist aber das beeindruckende Ergebnis der Beinarbeit: Bremswege um die 36 Meter markieren fast schon – die erwarteten – Bestwerte. Mehr erwartet haben wir vom Handling des BMW. Zwar geht der 135i unbehelligt von Lastwechselreaktionen neutral durch die Kurven, lenkt zackig ein und hält dank der sorgfältigen DSC-Abstimmung sicher ein enorm hohes Tempo-Niveau. Auf welliger Oberfläche jedoch laufen die Vorderreifen gefühlt lieber den Unebenheiten der Fahrbahn nach als den Vorgaben des Fahrers.
An die Fahrmaschine Porsche reicht der BMW nicht ran

Bild: Christian Bittmann
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jan Horn
Halbes Geld – das kommt ja noch hin. Gleicher Spaß? Hier geht die These des BMW 135i nicht mehr auf. Denn der teure Porsche 911 ist wie gehabt zu allererst Sportwagen mit Leib und Seele. Genauer gesagt: Er liefert das passende Angebot aus beeindruckender Leistung, fördert die Lust an der Technik, die Leidenschaft beim Fahren. Der BMW ist ein tolles Auto und auch noch viel günstiger. Dennoch reicht das alles nicht, dem Porsche ans Blech zu fahren.
Service-Links
