Afla Romeo Giulia: Cockpit und Technik

Alfa Romeo Giulia: Cockpit und Technik

— 15.07.2015

Die neue Giulia im ersten Check

Alfa Romeo feiert sein Comeback mit der Giulia, aber wo steht das neue Mittelklasse-Modell? Erster Check von Interieur und Technik nach der Premieren-Party.

Die neue Giulia, 510 PS stark, befeuert Diskussionen und weckt groe Hoffungen: Sie ist ein wichtiges Lebenszeichen fr die Marke, die aufbrechen will in die USA und nach China, zu neuen Mrkten und neuer Gre. Doch bis zum Verkaufsstart Anfang 2016 haben die Entwickler noch viel Arbeit vor sich. Wir klren die wichtigsten Fragen, von der Technik bis zum Interieur.

Kurzes Interview mit Harald Wester. Wo schau ich zuerst hin, um mich in die Giulia zu verlieben?

Posted by AUTO BILD on Wednesday, June 24, 2015

Die Technik: vom M3-Gegner bis zum 1750er

Beim Design fllt die hnlichkeit zu den Mittelklasse-Modellen der Wettbewerber auf. Die Rcklichter erinnern etwa an den neuen Audi A4.

Alfa zeigte zum Start das sportliche Topmodell, das je nach Blickwinkel an den Jaguar XE (schrg vorn) erinnert, an den BMW 3er (Seite) und den Audi A4 (Heckleuchten). Fehlt der Giulia das Khne, italienisch Verwegene? Satt steht sie auf den Rdern, breit und ausbalanciert lsst der Alfa die perfekte Gewichtsverteilung von 50:50 erkennen. "Den Wagen muss man spren, das wird ein messerscharfer Sportler", verspricht Alfa-Chef Harald Wester. Mit der direktesten Lenkung der Klasse, Sechsgang-Handschaltung und Hinterradantrieb zielt er auf den BMW M3 und US-Kunden, die auf solche Fahrmaschinen im Stufenheck-Look stehen. Die 510 PS aus dem 90-Grad-Sechszylinder entwickelt von Ferrari bertreffen den BMW zumindest auf dem Papier. Ein Doppelkupplungsgetriebe, wohl mit mindestens sieben Gngen, folgt ebenso wie der Allradantrieb.
Alfa wildert im AMG-Revier: Giulia QV vs. C 63 S

Ein schnes Detail sind die Luftaustrittsffnungen der vorderen Kotflgel. Darber das vierblttrige Kleeblatt als Hinweis fr die Top-Version QV.

Der "Quadrifoglio Verde" (das grne Kleeblatt steht traditionell fr die strkste Variante) bot die Show, das Geld bringen eher die Jedermann-Motoren. Kleinster Benziner wird der 1,8-Liter-Turbo, der als "1750" bei etwa 180 PS loslegt. Da Alfa noch keine technischen Daten nennt, lsst sich auch die Leistung des 2,2-Liter-Diesels nur auf 200 PS schtzen. Whrend der Top-Sportler dank Leichtmetall und Verbundwerkstoffen unter 1500 Kilo fahrfertig liegen muss, sollen die Basismodelle bei rund 1400 Kilo liegen. Die Giulia wird weniger elektronische Assistenzsysteme bieten als die deutsche Konkurrenz. "Abstandsradar und Totwinkelwarner sind heute selbstverstndlich und deshalb dabei", so der gelernte Ingenieur Wester, "doch ber Spurhaltesysteme habe ich mich zuletzt so sehr gergert, dass ich sie meist abschalte." Deren Integration kostet zudem Zeit und Geld (das die Marke kaum hat), lieber pflegt Alfa wie seine Konzernschwester Maserati das Image vom Mnner-Auto. Sicherlich werden die Italiener diese Helfer mit der Zeit nachreichen, wenn die Giulia-Technik in Zukunft fr weitere Neuheiten dient: Geplant sind ein SUV im X3-Format ab 2017, ein Spider ab 2018, danach ein greres SUV und eine groe Limousine.

Innen wartet Giulias neue Spielekonsole

Wie bei aktuellen Ferrari-Modellen steckt im QV der Startknopf links im Lenkrad. Auch sonst ist das Alfa-Cockpit sehr sportlich gestaltet.

So glnzend ihre Show, so verschlossen gab sich die Giulia whrend ihrer Prsentation. Niemand durfte einsteigen, doch unsere neugierigen Blicke lieen einiges erahnen. Zum Beispiel, dass die B-Sule weit vorn steht und der Fahrer sich durch eine kurze vordere Tr ins Auto einfdeln muss. Hinten erscheint nicht nur der Einstieg zum Fond bequemer, auch der Knieraum des Viersitzers bietet viel Luft dort macht sich der lange Radstand bezahlt. Dem Fahrer rckt das tiefgezogene Dach ins Blickfeld, der QV startet per Knopf am Lenkrad. Wie von Alfa gewohnt, stehen die Zeiger der beiden Runduhren beim Anlassen nach unten, dazwischen zieht ein erstes Display ein. Auf der Mittelkonsole steht ein zweiter, grerer Monitor, der ber den groen Controller hinterm Schalthebel gesteuert wird eine berfrachtung dieses Hebels, der an den ersten iDrive von BMW erinnert, kann Alfa hoffentlich vermeiden. Immerhin befreit der Lautstrkeregler daneben und die Klimasteuerung darber den Fahrer vom Whlen in elektronischen Untermens. Viel lieber spielt der Alfista links davor am Schalter fr den Fahrmodus, der erstmals nicht nur die bekannten Stufen D, N und A umfasst (Letzteres steht jetzt fr "Advanced Efficient", eine Art grnes Fahren fr die Roten). Neu ist die vierte Position "Race", die alle verfgbaren Systeme auf scharf trimmt. Den ntigen Platz fr die kleine Spielekonsole schafft erst die Abschaffung des Hebels der Handbremse sie arbeitet elektromechanisch.

Alle Motoren der Giulia werden auf der IAA 2015 vorgestellt

Wenn vor 27 Monaten die Entwicklung der Giulia "auf einem weien Blatt Papier" begann (so Alfa-Chef Wester) dann mssen Alfas Entwickler in Zeitnot sein. Auf der IAA im September 2015 sollen die brigen Motorversionen stehen, noch vor Jahresende darf AUTO BILD erstmals fahren, wenn der Markenboss seinen Terminplan einhlt. Dann soll der neue Alfa auch zu bestellen sein, die Auslieferung drfte etwa im April 2016 losgehen. Welche Motoren als Erste beim Hndler stehen, mit welcher Ausstattung und zu welchen Preisen bei dieser Frage lacht Wester vielsagend. Alfa lebt sehen wir gerne.

Afla Romeo Giulia: Cockpit und Technik

Joachim Staat

Joachim Staat

Fazit

Die neue Giulia ist mehr als ein 3er-Gegner, sie ist ein Versprechen: auf einen Alfa, der mit Leistung und Lebendigkeit alte Markenwerte neu erfllt, auf eine Familie junger Modelle und endlich konkurrenzfhige Autos. Bei der Qualitt hinkte Alfa der Konkurrenz lange hinterher eine Lcke, die Alfisti mit Leidenschaft fllten. Jetzt mssen die Italiener liefern.

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