Audi A4 (2015): Vorschau

— 11.07.2013

Neuer Audi A4 auf Diät

Keine Experimente: Für Audi steht in der Mittelklasse viel auf dem Spiel, der Audi A4 muss ein Volltreffer werden. Deshalb wird er nur behutsam erneuert. Der richtige Weg oder eine vergebene Chance?



Es bleibt eng in der oberen Mittelklasse. BMW hat 2012 den 3er vorgelegt, Mercedes zieht 2014 mit der C-Klasse nach. Jetzt reagiert auch Audi: Vermutlich Ende 2014 präsentieren die Ingolstädter den neuen A4, der dann Anfang 2015 beim Händler stehen wird. 2016 folgen A5 Coupé, Cabrio und Sportback. Gretchenfrage: Kann Audi mit der Produktoffensive den Abstand zu den Marktführern aus Stuttgart und München verringern?

Der neue Audi A4 wird größer, leichter und sparsamer

Der Audi A4 Avant wird ab Juli 2015 verkauft. Er bekommt ein deutlich schrägeres Heck als das aktuelle Modell. Nutzwert steht nicht mehr so im Vordergrund.

Der A4 muss sitzen, denn in der Mittelklasse verdient Audi viel Geld. Deshalb sind die Ingolstädter bei der Gestaltung des B9 (so heißt der neue A4 intern) kein Risiko eingegangen. Der Wagen wirkt wie aus einem Guss, Platzangebot und Effizienz legen zu. Etwas größer wird er, um ihn stärker von der A3 Sportlimousine abzugrenzen, aber trotzdem rund 100 Kilo leichter. Folgende Stilelemente sind besonders markant: die seitlich weit herumgezogene Motorhaube, die durchgehende scharfe Längskante oberhalb der Türgriffe, der 3-D-Grill und natürlich die Leuchten. Von vorn erkennt man den B9 am Doppel-V-Tagfahrlicht, von hinten am dreidimensional ausgeformten LED-Licht. Der A4 könnte im Herbst 2014 in Paris präsentiert werden und kommt im März 2015 zu den Händlern. Im Juli folgt der Avant, dessen schrägeres Heck ein Stück vom Nutzfahrzeug-Image der Großserienkombis abrückt. Der neue A4 Allroad rollt ab November zu den Käufern. Am Grundkonzept des Avant ändern sich nur Details. Die Rücksitze sind beim Kombi künftig im Verhältnis 40:20:40 geteilt, der Zugang erfolgt schlüssellos, die Heckklappe öffnet und schließt elektrisch. Reifendruckkontrolle und Multifunktionslenkrad sind aufpreisfrei mit an Bord.

Alternative Antriebe: Audi immer stärker unter Zugzwang

Audi A4 Allroad: Auch vom neuen A4 wird es wieder den rustikalen Crossover geben.

Der Vorsprung durch Technik schmilzt vor allem auf dem Antriebssektor. Noch ist es zwar nicht offiziell, aber es spricht vieles dafür, dass für den nächsten A4 keine elektrifizierte Hinterachse (e-quattro) angeboten wird. Diese Plug-in-Alternative wurde nicht nur aus Kostengründen gestoppt. O-Ton Ingolstadt: „Wenn der elektrisch angetriebenen Hinterachse unter ungünstigen Bedingungen der Saft ausgeht, schmälert das die Traktion und die Tauglichkeit als Zugfahrzeug.“ Stattdessen planen die Bayern eine einheitliche Plug-in-Hybrid-Lösung für alle Modelle mit Längsmotor und konventionellem Quattro-Antrieb (siehe Kasten). Ebenfalls denkbar, aber noch nicht abgesegnet: ein frontgetriebener A4 e-tron mit der Plug-in-Technik des A3. Ein A4 mit Erdgasantrieb ist derzeit nicht geplant. BMW plant für 2015 einen 316i mit Dreizylinder, doch bei Audi steckt der Dreizylinder noch in den Kinderschuhen. Ebenfalls nach wie vor nicht in Sicht ist ein kräftiger Vierzylinder-Diesel als Gegenstück zum BMW 325d (218 PS) und zum Mercedes C 250 CDI (204 PS). Obwohl in Wolfsburg längst vierzylindrige Selbstzünder mit 224 bis 258 PS auf dem Prüfstand laufen, endet bei Audi die TDI-Vierzylinder-Palette bei 190 PS. Der Grund: Die teure V6-Motorenstraße muss ausgelastet werden. Der mit 218 PS relativ schwache Dreiliter-TDI bleibt also im Programm. Auch einen starken Vierzylinder-Benziner sucht man im Lastenheft des neuen A4 vergeblich. Der V6 TFSI mit 272 PS entfällt, die Leistung des kräftigsten 2.0 TFSI beträgt unverändert 225 PS. Wer mehr Power will, muss tief in die Tasche greifen und den S4 ordern, der künftig 340 statt 333 PS an alle vier Räder verteilt.

Neue Assistenzsysteme Für mehr Sicherheit

Eine autonome Einparkautomatik nimmt dem Fahrer das lästige Rangieren ab. Hier das System des Audi A6.

Neue Assistenzsysteme gewähren einen besseren Rundumschutz, zusätzliche Kameraperspektiven verhindern selbst den kleinsten toten Winkel. Eine autonome Einparkautomatik nimmt dem Fahrer das lästige Rangieren ab. Das neuartige LED-Licht aus dem A8 Facelift (siehe AUTO BILD 27/2013) wird gegen Aufpreis auch für A4 und A5 angeboten. Ebenfalls neu: der Stau-Assistent mit Spurfolgefunktion, „Pre Sense City“ mit selbsttätigem Bremseingriff bis 65 km/h sowie der Kreuzungsassistent mit einer Weitwinkel-Spezialoptik für den Querverkehr. Innen bleibt es bei den drei bekannten Displays: in der Scheibe (Head-up-Display), direkt vor dem Fahrer und in der Mitte des Armaturenträgers. Die Inhalte bestimmt künftig jedoch nicht allein der Automobilhersteller, sondern auch das Smartphone. Auf diese Weise wollen sich Elektronik-Giganten wie Apple, Samsung oder Google ins Cockpit einschleichen und sich dort unentbehrlich machen. Zum Beispiel durch die lückenlose Erfassung sämtlicher Verkehrswege und Verkehrsteilnehmer als erstem Schritt in Richtung absolut unfallfreies Fahren. Alle Versionen des neuen A4 und die Gewichtsentwicklung seit dem ersten Audi 80 finden Sie in der Bildergalerie.

Audi A4 (2015): Vorschau

Audi A4 Limousine Audi A5 Cabriolet (2016) Audi A5 Coupé (2016)

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