Audi A4/BMW 3er/Mercedes C-Klasse: Vergleich
Was kann die neue C-Klasse?

Schluss mit Kleckern, Mercedes holt ganz weit aus: Mit Neuheiten aus der Luxusabteilung soll die C-Klasse den BMW 3er und Audi A4 überholen.
- Joachim Staat
Das Ruder herumreißen, einen neuen Kurs einschlagen – solch radikale Wendemanöver fahren Autobauer höchst ungern. Sie gleichen Riesentankern, die Änderungen lieber in Minischritten vollziehen, um das Risiko zu begrenzen. Umso mehr überrascht, dass Mercedes seine neue Baukasten-Technik nicht bei einem Nischenmodell in geringer Stückzahl erprobt, sondern gleich im Bestseller einführt: Die neue C-Klasse, die ab März 2014 zu den Händlern fährt, hat eine neue Stahl-Alu-Karosserie, ein leichteres Fahrwerk und Assistenzsysteme der S-Klasse. Vorsprung dank teurer Technik? AUTO BILD hat im ersten Vergleich mit der Konkurrenz von Audi und BMW schon einmal Maß genommen.
Die Mercedes C-Klasse bekommt Detaillösungen aus der S-Klasse

Glatte, gespannte Flächen: Optisch kommt die neue Mercedes C-Klasse deutlich zur Ruhe.
Bild: Rebmann/Werk
Im Fühl- und Fass-Faktor wirkt der Audi A4 etwas angestaubt

Auslaufmodell: 2015 wird der aktuelle Audi A4 durch seinen Nachfolger abgelöst.
Bild: Rebmann/Werk
Die Stereokamera hinterm Innenspiegel ermöglicht, dass die C-Klasse im Stop-and-Go dem vorausfahrenden Auto folgt, ohne dass der Fahrer eingreift. Nette Idee, doch hindern Technik und Gesetzgeber den Fahrer noch daran, beruhigt die Hände in den Schoß zu legen. Wichtige Fortschritte waren schon beim ersten Trip als Beifahrer zu spüren. Die Karosserie etwa, die fast zur Hälfte aus Alu besteht und das Leergewicht des Basisbenziners auf 1395 Kilo abspeckt. Respektabel, der BMW 3er (1460 kg) und der Audi A4 (1505 kg) wiegen deutlich mehr. Die Diätwut geht so weit, dass im Sparmodell Eco und bei höheren Ausstattungen eine Lithium-Ionen-Batterie den schweren Bleiakku ersetzt.
Nur die C-Klasse setzt beim Fahrwerk auf Luftfederung

Vorbildlich: Die Achtstufenautomatik des BMW 3er setzt in diesem Test die Maßstäbe.
Bild: Rebmann/Werk
Kaufberatung Businessklasse-Limousinen bis 40.000 Euro
Außerdem kommen Allradler, starke Benziner bis 333 PS, die AMG-Sportler mit 565 PS und die Produktion auf vier Kontinenten. Wenn alles läuft, rollt das Brot-und-Butter-Auto der Marke in Bremen, Tuscaloosa (Alabama), Südafrika und Peking vom Band – dort auch als acht Zentimeter gestreckte Langversion. So hat die neue C-Klasse mit der alten nicht mehr viel gemeinsam – außer hohen Preisen ab 33.858 Euro, die wieder spürbar über dem 3er (ab 29.050 Euro) und dem A4 (ab 28.100 Euro) liegen. Dabei hätten Käufer sich bestimmt auch beim Thema Geld eine neue Leichtigkeit gewünscht.
Fazit
Bringt die teure Technik was? Mercedes setzt die C-Klasse auf Radikal-Diät – das macht sie agil und sparsamer. Vom Längen-Wachstum kommt aber zu wenig als Platzgewinn bei den Insassen an. Bei Sicherheit und Komfort hat die Limousine die Nase vor 3er und A4, wenn der Kunde Extras ordert. Die hohen Preise zeigen, wie selbstbewusst die Marke ihre Neuheiten verkauft.
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