Audi RS 5, BMW M3, 911 Carrera 4S: Test — 30.11.2010
Hoch soll'n sie drehen!
Widerstand zwecklos? Von wegen, im Audi RS5 bläst der Saugmotor zum Angriff gegen die drohende Turbo-Epidemie. Ein Duell mit den gleichgesinnten Porsche Carrera 4S und BMW M3.
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Doch dann gelingt es ausgerechnet Audi – immerhin ja flächendeckend TFSI-positiv –, einen kerngesunden V8 zur Welt zu bringen. Einen prächtigen Burschen, der sich seine 450 PS noch grundehrlich über die Drehzahl erarbeitet. Vielleicht das Aufbäumen einer überholten Spezies? Ungefähr so wie es einst die Dinosaurier versuchten, ehe ihnen die Evolution für immer das Licht ausknipste. Oder doch ein erstes Indiz dafür, dass es so vorbei für die Saugmotoren ja eigentlich noch gar nicht sein kann? Nicht auszudenken jedenfalls, wie es wäre, wenn der Direkteinspritzer des RS5 eines Tages wie so ein klapperiges T-Rex-Gerippe im Museum stünde. Horden respektloser Jünglinge aus der Hybridgeneration würden an seinen roten Zylinderköpfen vorbeimarschieren, geistesabwesend auf den Boden starren, während man ihnen mit zittriger Stimme von geschmiedeten Kurbelwellen, der engen Verwandtschaft zum R8-Organ und davon erzählt, dass mit ihm eine ganze Dynastie zu Ende ging. Grässlich, oder?
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Ähnliche Horrorvisionen dürften dem Vierliter des BMW schon seit Längerem durch die Ölsümpfe geistern. Für ihn sind die Devotionalien bereits vorbereitet: nettes Plätzchen in der BMW-Welt, gläserner Sockel, rote Kordel rundum, schmucke Emailletafel. Dort steht dann in güldenen Lettern: Hier ruht der letzte Saugmotor der M3-Geschichte. Ketten Sie sich an die Werkstore, nehmen Sie einen 7er als Geisel, oder drohen Sie BMW, Sie würden zu Audi konvertieren – es wird nichts helfen. BMW-Chef Reithofer hat die Nummer bereits abgezeichnet: Im nächsten M3 winselt ein Turbomotor. Am wenigsten nachvollziehen kann das wohl der herrliche Achtzylinder. Kaum engagiert, schon gekündigt. Ein tragisches Schicksal, zumal er gerade anfing, an seinen Schwächen zu arbeiten, sich nun sogar an ein Start-Stopp-System hängen ließ, um endlich seinen Appetit in den Griff zu bekommen. Bei Porsche erscheint die Situation nicht ganz so prekär. Beide Glaubensrichtungen arbeiten strikt voneinander getrennt, in einer Art Modellquarantäne. Den Turbos überlässt man die PS-Rekorde, den Saugern die Fortführung der Tradition vom hypersensiblen Boxermotor.Ein Job, wie gemalt für den 3,8-Liter eines Carrera S. Obwohl man ihm das Super Plus nun direkt im Brennraum kredenzt und eine Wasserpumpe inzwischen das besorgt, wofür sich das Lüfterrad einst schwindelig rannte, ist er einer derjenigen, die zum Käfer noch Opa sagen. Und einer, wie er dem alten Ferry gefallen hätte. Kurzhubig, hochverdichtet und motiviert bis in die Ventilspitzen. Audi und BMW hätten eigentlich gewarnt sein müssen. Außen grün, innen karamell, Keramikbremse, Karbonschalen, Allradantrieb, PDK – so takelt sich keiner auf, bloß um Schickeriagirls zwischen Louis Vuitton und Udo Walz hin- und herzushutteln. Stattdessen zieht er seinen Konkurrenten anständig den Scheitel. Vier-vier auf hundert, Bremswege um 33 Meter und eine Tachonadel, die auch dann noch wie frisch geschliffen durch die hohen 200er schneidet, wenn seine Konkurrenten bereits an der Kette der political correctness zappeln.
Vielleicht muss man die Bayern aber auch ein bisschen in Schutz nehmen. Sie sind keine, die man allein wegen ihrer Herkunft in den Acht-Minuten-Club der Nordschleife beruft; keine, denen man Bestzeiten installiert wie anderswo Fensterheber, sondern eigentlich Mitglieder der Mittelschicht, wie sie tagtäglich auf Siemensparkplätze dieseln. Erst wenn sich die Dynamikgurus der Tochter-GmbHs durch ihre Innereien wühlen, Vierzylinder zugunsten feiner PS-Preziosen entrümpeln, intelligente Fahrwerkssysteme verlegen und mit Kohlefaserelementen versuchen, ein paar Kilo vom Hüftspeck abzuschürfen, begegnen sie einem Elfer auf Augenhöhe.
Welches der drei Saugmotor-Coupés seinen sportlichen Job am besten erledigt, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es in AUTO BILD SPORTSCARS 12/2010 oder als Download im Heftarchiv.
| Fahrzeugdaten | Audi | BMW | Porsche |
|---|---|---|---|
| Motor | V8 | V8 | B6 |
| Einbaulage | vorn längs | vorn längs | hinten längs |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/4 | 4 pro Zylinder/4 | 4 pro Zylinder/4 |
| Hubraum | 4163 cm³ | 3999 cm³ | 3800 cm³ |
| Bohrung x Hub | 84,5 x 92,8 mm | 92,0 x 75,2 mm | 102,0 x 77,5 mm |
| Verdichtung | 12,3:1 | 12,0:1 | 12,5:1 |
| kW (PS) bei 1/min | 331 (450)/8250 | 309 (420)/8300 | 283 (385)/6500 |
| Literleistung | 108 PS/l | 105 PS/l | 101 PS/l |
| Nm bei 1/min | 430/4000 | 400/3900 | 420/4400 |
| Antriebsart | Allrad | Hinterrad | Allrad |
| Getriebe | 7-Gang-Doppelkupplung | 7-Gang-Doppelkupplung | 7-Gang-Doppelkupplung |
| Bremsen vorn | 380 mm/innenbel./gelocht | 360 mm/innenbel./gelocht | 350 mm/innenbel./gelocht |
| Bremsen hinten | 330 mm/innenbel./gelocht | 350 mm/innenbel./gelocht | 350 mm/innenbel./gelocht |
| Radgröße vorn – hinten | 9 x 20 | 9 x 19 – 10 x 19 | 8 x 19 – 11 x 19 |
| Reifengröße vorn – hinten | 275/30 R 20 | 245/35 R 19 – 265/35 R 19 | 235/35 R 19 – 305/30 R 19 |
| Reifentyp | Pirelli P Zero R01 | Michelin Pilot Sport PS2 | Bridgestone Potenza RE050 AN-1 |
| Länge/Breite/Höhe | 4649/1860/1366 mm | 4615/1804/1414 mm | 4435/1852/1280 mm |
| Radstand | 2751 mm | 2761 mm | 2350 mm |
| Tankvolumen | 64 l | 63 l | 67 l |
| Serienfahrzeug ohne Extras | 77.700 Euro | 68.350 Euro | 105.411 Euro |
| Messwerte | Audi | BMW | Porsche |
|---|---|---|---|
| Beschleunigung | |||
| 0– 50 km/h | 1,7 s | 2,0 s | 1,7 s |
| 0– 80 km/h | 3,2 s | 3,4 s | 3,1 s |
| 0–100 km/h | 4,5 s | 4,7 s | 4,4 s |
| 0–130 km/h | 7,0 s | 7,1 s | 6,7 s |
| 0–160 km/h | 10,2 s | 10,1 s | 9,7 s |
| 0–200 km/h | 16,3 s | 15,9 s | 15,4 s |
| Viertelmeile | |||
| 0–402,34 m | 12,68 s | 12,83 s | 12,54 s |
| Zwischenspurt | |||
| 60–100 km/h | 2,7 s | 2,5 s | 2,6 s |
| 80–120 km/h | 3,0 s | 2,9 s | 2,7 s |
| Höchstgeschwindigkeit | |||
| Herstellerangabe | 250 (280) km/h | 250 (280) km/h | 295 km/h |
| Bremsweg | |||
| 100–0 km/h kalt (Verzögerung) | 35,9 m (–10,7 m/s²) | 36,1 m (–10,7 m/s²) | 35,8 m (–10,8 m/s²) |
| 100–0 km/h warm (Verzögerung) | 34,2 m (–11,3 m/s²) | 35,3 m (–11,0 m/s²) | 33,3 m (–11,6 m/s²) |
| 200–0 km/h warm (Verzögerung) | 138,4 m (–11,2 m/s²) | 140,3 m (–11,0 m/s²) | 135,8 m (–11,4 m/s²) |
| Testverbrauch | |||
| Ø auf 100 km | 14,1 l Super Plus | 13,0 l Super Plus | 12,8 l Super Plus |
| Reichweite | 450 km | 480 km | 520 km |
| Leergewicht | 1825 kg | 1640 kg | 1535 kg |
| Leistungsgewicht | 4,1 kg/PS | 3,9 kg/PS | 4,0 kg/PS |
| Zuladung | 400 kg | 440 kg | 345 kg |
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Kommentare zum Artikel (97)
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Das auf Seite 19?.... Da ist doch wohl ein Bild von nem Lada reingerutscht oder?
habe ich. Und nun?? Tausend Schalter die vom Fahren ablenken.
Aussehen ist Geschmacksache, Funktionalität eine andere.
Ich ziehe mir zum Joggen meinen Sportdreß an.
Carbon Look gibt es im Performancepaket ebenso bei BMW.
Man(n) muß nur wissen wo die richtigen Bilder zu finden sind.;-)
Bei Audibild wohl bewusst nicht.
Wenn Audi Discounter-Premium ist, dann ist BMW 3. Wahl. Die Bremsen vom Audi sind ja zumindest besser.
Das witzige an der Sache ist, das 95% von den Leuten die hier etwas reinschreiben sich keinen von diesen Autos (neu) leisten kann.
Muahaha. So funny.
vergleicht einfach mal Bild 6 mit Bild 19....... Bilder sagen mehr als 1000 Worte *grins*