Audi RS 5/BMW M3/Mercedes C 63 AMG: V8-Test
Drei V8-Coupés saugen um die Wette

Eher früher als später werden die mächtigen Saugmotoren verschwinden. Doch mit dem neuen Mercedes C 63 AMG Coupé wehrt sich der nächste gegen sein Schicksal. Ein Treffen mit Audi RS 5 und BMW M3.
- Stefan Helmreich
Eigentlich hätte es nur eine kurze Kennenlernrunde werden sollen, eine Art Speed-Date, wie es in der Branche öfters vorkommt. Grüß Göttle hier, Hallöle da. Ein, zwei süße Teilchen vom Buffet, ‘nen Schluck Kaffee und dann rein in die Schalensitze. Durch Stuttgart brodeln, eine Runde A8 um auch mal beim Vmax-Begrenzer vorbeizuschauen, danach ein paar flotte Schwünge über die Alb, zwei, drei Kehren mit Gummi signieren, um dann ganz scheinheilig mit achtundvierzig wieder beim Daimler vorzubrabbeln. Doch es kommt anders. Im Schatten von Einsiedel, einem Fleckchen Erde, das man treffender wohl nicht hätte benennen können, entzündet sich das knisternde Tête-à-Tête zum brandheißen Vergleich.
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Die Krönung der C-Klasse: Mit Performance Paket liefert der C 63 AMG satte 487 PS.
Bild: Lena Barthelmeß
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Sinnliche Sache: Ein BMW M3 dürfte die emotionale Spitze der Mittelklasse sein.
Bild: Lena Barthelmeß
Überhaupt bleibt der M3 die emotionale Krone der Mittelklasse. Er ist der rote Faden in der Geschichte der M GmbH und schon ein Denkmal, als Audi auf den Rallyepisten dieser Welt noch nach Image wühlte. Was seinem Vierliter an Hubraum fehlt, macht er mit Athletik wett. Bei Standgas zündet die Lunte, Zigtausend Touren später detoniert der Sprengsatz. Alles dazwischen ist schlichtweg infernalisch. Die Einzeldrosselklappen scheinen die Gasbefehle direkt im Kleinhirn abzugreifen, alles liegt wunderbar in der Hand, selbst oder gerade wenn man den Straßenverlauf quer vors Seitenfenster dreht. Und dann der Sound: Anders als der Mercedes, der seinen mächtigen V8 im Abgastrakt mit US-Slang nachvertont, hämmert einem der M3 die Motormechanik weitgehend ohne Playback aufs Trommelfell. Sägen, röhren, brüllen. Ein Halleluja auf den Sauger, dargeboten auf der neuen Auspuffanlage des Performance-Programms, die das ganze zart rennsportromantisch untermalt.
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Fein abgestimmt: Trotz quattro-Antrieb lässt sich mit dem Audi RS 5 zart driften.
Bild: Lena Barthelmeß
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