Audi S3/Mitsubishi Lancer/Subaru WRX STi: 4x4-Vergleich
Extreme Allradler auf der Schotterpiste

- Manuel Iglisch
Vermutlich hatte der Audi noch davon gehört. Davon, wie sein Vorfahre in Gestalt des RS 3 nach Schwabach zog, um Evo und STi das Sachsenringen zu lehren. Und wie er zwei Wochen später mit geschürften Spoilern und gestrahlten Radhäusern zurückkehrte, um dem Testwagenpool entgeistert etwas von Schotter, Sprungkuppen und Waldschneisen zu erzählen. Von Möchtegern-Loebs, die an seiner Handbremse herumrissen; einem Autor, der in seiner Kindheit wohl etwas zu oft im Sandkasten gespielt hatte; und generell von einer vollkommen verrückten Weltanschauung, die quattro nicht mit Premium, Lifestyle oder Ästhetik, sondern allen Ernstes mit ausgetretenen Hinterlandäckern assoziierte. Nun, was sollen wir an dieser Stelle sagen, lieber S3? Außer vielleicht: Willkommen zur Neuauflage genau dieser Story!
Drift-unwilliger Allrad-S3

Der Audi lässt es im Test bei sanften Powerslides bewenden. Immerhin: "ESP off" ist wörtlich gemeint.
Bild: Ronald Sassen

Auf Schotter macht dem Subaru bis heute keiner etwas vor. Grund: die gnadenlose Traktion.
Bild: Ronald Sassen

Auf der Bremse anstellen, Lenkung öffnen, mittels Gas stabilisieren und rum: So slidet der Mitsubishi.
Bild: Ronald Sassen
Fazit
Rein rational fährt der Audi einen Sieg auf ganzer Linie ein. Er ist so fahrsicher wie schnell, so ausgewogen wie modern und dabei keinen Deut teurer als seine japanischen Mitstreiter. Nur entscheidet diesmal nicht der Kopf, sondern das Herz. Und das schlägt noch immer für den Mitsubishi, der sich geradeaus auch mit Handschaltung etwas schwertut, mit seiner einzigartigen Allrad-Choreografie aber noch immer Rallye-Flair vom Allerfeinsten versprüht. Emotional reizt der mechanisch ehrliche, dazu herzhaft stampfende STi sogar noch intensiver. Seine Schwäche bleibt die Querdynamik auf Asphalt – die mit seinem Schottertalent nicht einmal ansatzweise mithalten kann.
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