Studie zum Autoantrieb der Zukunft

Auto der Zukunft: Studie

— 01.10.2014

Elektroautos bleiben unsexy

Der Verbrennungsmotor bleibt auf Sicht der Autoantrieb der Zukunft. Elektroautos nehmen zu, aber ihr Anteil steigt bis 2040 nicht über fünf Prozent.

(dpa/brü) Allen Anstrengungen zum Verbreiten von Elektroautos zum Trotz: Für die kommenden Jahrzehnte bleibt der benzin- oder dieselbetriebene Verbrennungsmotor der wichtigste Autoantrieb. Auch bleibt der private Pkw der wesentliche Pfeiler für die Mobilität in Deutschland. Das sind die wesentlichen Aussagen einer gemeinsamen Studie des Energiekonzerns Shell und des Forschungsunternehmens Prognos, die am 30. September in Hamburg vorgestellt wurde. Obwohl 2040 kaum weniger Autos als heute unterwegs sein sollen, könnte sich der Ausstoß von Treibhausgasen für die gesamte Flotte ungefähr halbieren.

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Der Prognose zufolge steigt der Pkw-Bestand in Deutschland bis Mitte der 2020er Jahre an und erreicht einen Gipfel bei mehr als 45 Millionen Autos, ein Wert, der analog zum erwarteten Förderhöhepunkt beim Öl "Peak Car" genannt wird. Nach 2025 geht die Zahl der Autos bis 2040 auf 42,7 Millionen zurück, gegenüber etwa 44 Millionen heute. "Wir werden es weiter mit viel individuellem Verkehr zu tun haben", sagte Stefan Rommerskirchen von Prognos. "Da löst sich durch demografischen Wandel nichts von allein.

Im Jahr 2040 wird soviel gefahren wie 2005

Auch die Fahrleistung aller Autos in Deutschland steigt zunächst noch an, von heute 617 auf 626 Milliarden Kilometer. Danach kommt es bis 2040 zu einem Rückgang auf 580 Milliarden Fahrzeugkilometer, was ungefähr dem Stand des Jahres 2003 entspricht. Bei einem genaueren Blick auf die Prognose lassen sich einige dynamische Entwicklungen entdecken. So fahren junge Menschen deutlich weniger Auto und geben ihr Geld stattdessen lieber für moderne Kommunikationstechnik aus. Dagegen steigt die Motorisierung der Frauen bis auf 68 Prozent des Wertes für Männer. Noch im Jahr 2000 waren es lediglich 44 Prozent.
Unter dem Strich werden 80 Prozent der Verkehrsleistung an Land von Autos und Motorrädern erbracht. Die restlichen 20 Prozent teilen sich Eisenbahn, Öffentlicher Nahverkehr, Fahrrad und Fußwege. "Das Auto bleibt das wichtigste Verkehrsmittel", sagte Shell-Volkswirt Jörg Adolf. "Es wird keine Revolution geben." Das gelte auch für die Antriebsenergien: "Die Autos halten lange, und es dauert, bis die gesamte Flotte einmal ausgetauscht ist." Bei jährlich rund drei Millionen Neuzulassungen und 44 Millionen Pkw im Bestand wird ein Auto nach 13 bis 14 Jahren ausgemustert.

Maximal fünf Prozent E-Autos

Für den Anteil alternativer Antriebe bei den Pkw in Deutschland rechnen die Experten nicht mit einer schnellen Ablösung der kraftstoffverbrennenden Motoren. Gegenwärtig beträgt der Anteil alternativer Antriebe 1,6 Prozent; die meisten davon sind gasbetriebene Motoren. Nach Einschätzung der Autoren der Studie werden auch im Jahr 2040 noch 95 Prozent der Pkw einen Verbrennungsmotor an Bord haben. Allerdings könnten dann rund 12 Millionen Pkw als Hybrid-Fahrzeuge auch elektrisch fahren. Dem Elektroauto trauen Shell und Prognos noch auf absehbare Zeit keinen Durchbruch im Massenmarkt zu. "Wir werden 2020 definitiv keine Million Elektrofahrzeuge im Bestand haben", sagte Rommerskirchen.

Realistische Emissionsziele

Umweltfreundlicher werde der Verkehrssektor dennoch, vor allem dank des technischen  Fortschritts, der den Energieverbrauch senkt. Das nationale Emissionsziel der Bundesregierung für die gesamte Wirtschaft, eine Senkung der CO2-Emissionen um 70 Prozent zwischen 1990 und 2040, werde der Pkw nicht ganz erreichen - aber fast.

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