Die Chinesen sind bekannt für ihre Kopier-Lust. Mittlerweile haben sich die dreisten Plagiate zu einem skurrilen Highlight der Fernost-Messen gemausert. Die Auto Shanghai 2011 ist da keine Ausnahme.
Von Claudius Maintz Es ist leiser geworden auf der Auto Shanghai. Keine dröhnende Musik mehr an den Messeständen. Und auch der Auftritt der chinesischen Hersteller ist dezenter als bisher. Kein Kopierfestival mehr, sondern eigene Ideen. Meistens beliebige Stufenhecklimousinen mit Namen, die man schnell wieder vergisst. Aber immerhin was eigenes. Und überall ein Hybridauto – zumindest sagen das die Aufkleber auf dem Lack. Ob wirklich Hybrid drin ist, verrät niemand bei Great Wall, dem berüchtigsten Copyshop Chinas. Doch dieses Mal muss man ganz schön suchen, bis man eines der dreistesten Plagiate der Messe findet: Den Wingle-5, ein 1:1-Abklatsch des
VW Amarok. 150 Benzin-PS und 2,0 Liter Hubraum inklusive. Der Preis: vermutlich halb so teuer wie das Original. Fahrbereit und schon beim Händler.
Ganz anders als der nachgemachte
Audi Q5 von Zotye. In Serie gehen wird er wohl nie. Die Klonstudie hat nur einen Zweck: Zeigen, wozu man theoretisch imstande ist. "Geely hat vor zwei Jahren nur aus einem Grund die 1:1-Kopie des
Rolls-Royce auf die Messe gestellt", berichtet ein Insider, "um die Aufmerksamkeit auf seinen Messestand zu ziehen." Geely hat in diesem Jahr zwar keinen
Lolls-Loyce auf dem Stand, dafür aber Mitsuoka – allerdings stark verändert. Der Kleinhersteller präsentiert eine Blaupause des
Rolls-Royce Phantom Drophead Coupé.
Wer wurde hier beklaut? Die besten Fälschungen sehen Sie in der Bildergalerie
Bereits im Vorfeld der Messe sorgte die Kopie der Mercedes
B-Klasse für Aufsehen - weil ausgerechnet Daimlers chinesischer Partner BAIC den Stuttgartern die Idee klaute. Trotz des Wirbels stand das Plagiat bei BAIC – wenn auch in etwas unauffälligem Mattlack. Direkt daneben: Eine gefälschte
A-Klasse. Zumindest von vorne. Hinten trägt der Klon ein Stufenheck.
Auch Porsches Hausjuristen müssen wohl in die Spur: Hawtai Motor baut jetzt seinen eigenen
Cayenne mit 1,8-Liter-Benziner und 160 PS. BAW ist mit Klonen
Jeep Grand Cherokee und Land-Rover vertreten. BYD hätte das Kopieren eigentlich gar nicht nötig. Der Hersteller aus Shenzhen ist bei Hybrid- und Elektroautos führend in China und will 2012 in Deutschland mit dem preiswerten Elektrovan E6 angreifen. "Wir kümmern uns bereits seit zwei Jahren um Händlerverträge", sagt Marketingchef Paul Lin. In China kostet der Viersitzer mit 300 Kilometer Reichweite 30.000 Euro. Spritkosten gleich null. Dennoch hat auch BYD sich mit dem F-0 auch eine Kopie geleistet, die bereits auf der Straße ist: die des
Toyota Aygo.
22.09.2011 11:57Uhr
28.04.2011 09:33Uhr
Dafür ist der Innenraum des Geely Gleagle der mich nicht an irgendwelche auf dem Markt erhältlichen Modelle erinnert richtig schön geworden.
25.04.2011 15:12Uhr
24.04.2011 18:48Uhr
Dieses wurde in den 50er Jahren sogar Gerichtlich bewiesen.
Der VW Golf auch ein Plagiat vom Trabant 603.
23.04.2011 09:46Uhr