Blitzer in Streifenwagen in Berlin

Blitzmarathon 2017: Jagd auf Raser

— 21.04.2017

Bilanz des Blitzmarathons 2017

Beim Blitzmarathon 2017 schnappte die Polizei Schnellfahrer in vielen Bundesländern, in Leipzig gar einen Extrem-Raser. Überblick und Polizei-Bilanz!

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'Wurden Sie schon mal geblitzt?'

(dpa/lhp/cj) Mit Tempo 140 statt 50 km/h durch die Leipziger Innenstadt: Das war der unrühmliche Spitzenreiter beim Blitzmarathon 2017. Mit groß angelegten Kontrollen ging die Polizei am 19. April in mehreren Bundesländern gegen Raser vor. Kontrollen gab es in Bayern, Sachsen, Bremen, Brandenburg, Hessen, Thüringen und im Saarland. Oft standen Beamte gezielt an Alleen und vor Kitas, Schulen oder Senioreneinrichtungen. Auch mit der diesjährigen Ausgabe des nicht unumstrittenen Blitzmarathons wollten die Behörden Autofahrer auf die Gefahren des Geschwindigkeitsrauschs aufmerksam machen.

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In Bayern wurden im Rahmen der Messungen rund 9000 Sünder erwischt. Einer war statt mit 100 mit 181 Stundenkilometern über die B 16 bei Weichering (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) gerast. Ihm drohen 1200 Euro Bußgeld, drei Monate Fahrverbot sowie zwei Punkte in Flensburg. Im Saarland stellten Polizei und Kommunen bei 32.830 überprüften Verkehrsteilnehmern insgesamt 1380 Verstöße fest. Der Spitzenreiter war 57 km/h zu schnell, teilte ein Polizeisprecher in Saarbrücken mit. In Brandenburg meldeten die Behörden einen Raser auf der A10 mit 183 statt der erlaubten 120 km/h. Von 184.283 kontrollierten Fahrzeugen seien 7015 zu schnell gewesen, ein Anteil von 3,8 Prozent. In Thüringen wurden rund 125.000 Autos an mobilen und stationären Blitzern kontrolliert. Schlimmster der rund 2000 ertappten Temposünder war dort ein Fahrer auf der A9, der mit 197 km/h statt mit der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h unterwegs war. Die Polizei Hessen zog ein positives Fazit des Blitzmarathons 2017. Von rund 190.000 überprüften Fahrzeugen seien rund 10.000 zu schnell gewesen, 138 Raser müssten mit einem Fahrverbot von mindestens vier Wochen rechnen. Und in Bremerhaven (Bundesland Bremen) erfasste die Polizei im Rahmen des Blitzmarathons 7479 Fahrzeuge, 306 davon waren zu schnell. Negativer Spitzenwert waren die 104 km/h eines Autofahrers in einer 50er-Zone.
Blitzmarathon 2017: Überblick über die Stellen, an denen es blitzte
Bayern
Brandenburg
Hessen
Saarland
Andere Bundesländer veröffentlichten keine Liste von Blitzerstellen
Insgesamt war die Resonanz auf den Blitzmarathon 2017 in den Bundesländern allerdings gering. Mit Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Berlin, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sagten gleich neun Länder ihre Teilnahme ab. Der Ursprungsgedanke – 24 Stunden lang bundesweit auf das Thema Rasen aufmerksam zu machen – sei mit so wenigen Teilnehmern nicht mehr gegeben, sagte beispielsweise ein Sprecher des Innenministeriums in Schwerin. Andere Länder führten die angespannte Personallage der Polizei wegen Terrorgefahr und der Flüchtlingssituation an. Die Behörden in NRW hatten nach eigenen Angaben wegen eines AfD-Parteitages in Köln zu wenig Kräfte zur Verfügung. Berlin hatte bereits Ende 2016 angekündigt, nicht mehr teilzunehmen und stattdessen einen "Verkehrssicherheitstag" abhalten zu wollen.
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Der Blitzmarathon 2017 war Teil des europaweiten einwöchigen "Speed-Marathons" der europäischen Verkehrspolizei-Netzwerk Tispol vom 17. bis 23. April 2017. Viele Landesbehörden hatten angekündigt, sich in diesem Zeitraum verstärkt um Raser kümmern zu wollen, manche auch zusätzlich zum Schwerpunkteinsatz am 19. April. Da vielerorts Osterferien herrschten, wurde der Fokus von Schulen und Kindergärten auf andere neuralgische Punkte wie Altenheime verlagert. Die Bilanz des Vorjahres: Beim Blitz-Marathon 2016 wurden auf deutschen Straßen rund 72.000 Temposünder erwischt.

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