BMW Concept CS — AUTO BILD 21/2007 — 25.05.2007
Zu schön, um wahr zu sein
Coupés haben bei BMW eine lange Tradition. Die neueste Ausgabe der edlen Sportler ...
Der BMW Concept CS soll in der Tradition seiner Ahnen stehen. Doch wer sich in das viertürige Coupé verliebt, sei gewarnt: Wie viele Studien zuvor wird es so nie in Serie gehen.
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In der Bildergalerie: Studien, die (ebenfalls?) nie in Serie gingen
BMW will uns mit der Neuvorstellung in den alten Hallen zeigen: Es gibt durchaus eine Verbindung zwischen Alt und Neu. Nur wo? Okay: Endloshauben, lange Radstände, leicht wirkende Dachkonstruktionen und schmale Säulen sind allen vier Coupé-Generationen gemein. Und auch der nach dem früheren BMW-Designer Wilhelm Hofmeister benannte Knick an der C-Säule ist dem Zeitgeist noch nicht zum Opfer gefallen. Doch beim Concept CS blitzt die BMW-Niere nicht mehr zurückhaltend im Kühlergrill, sie ist der Kühlergrill: eine aggressive Konstruktion aus Metallstäben, die entfernt an einen Kleintierstall erinnert. Dazu Riesenräder (21 Zoll) in wuchtigen Radhäusern. Blinzelnde Scheinwerfer-Schlitzaugen mit LED-Technik sorgen für den besonders bösen Blick. Früher war das alles sehr viel dezenter. "Die BMW Coupés (...) sind besonders beweglich, leichtfüßig und agil", heißt es in einem Prospekt über den 6er von 1985.Ein solches Automobil würden "ambitionierte Kenner nicht als eindrucksvolles Mittel zur Demonstration von Status auffassen, sondern als möglichst perfekte Voraussetzung für Fahrfaszination." In einer anderen Broschüre von 1980 steht: Die Form ist "nicht Selbstzweck, sondern das Resultat funktionaler Gestaltung". Das hat sich grundlegend geändert. Denn die BMW-Antwort auf Porsches kommendes Viertüren-Coupé Panamera und den Mercedes CLS ist alles andere als bescheiden: extrem wuchtig, kein Leichtathlet mehr wie früher, sondern ein bulliger Kraftsportler.
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Die Serienchancen für den CS stehen eher schlecht, eigentlich
Solche Standardaussagen aber holen PR-Strategen immer aus dem Satzbaukasten, wenn Journalisten sie zu Studien befragen. Die 1,36 Meter flache und 5,10 Meter lange Flunder bleibt also ein Showgirl, das sich auf der Bühne von allen Seiten präsentiert und am Ende der Vorstellung im Halbdunkel von der Bühne schleicht. Das Publikum bleibt erregt sitzen und geht frustriert nach Hause. Van Hooydonk weiß: "Wenn wir so etwas zeigen, entsteht eine Erwartungshaltung. Wir dürfen es uns auf keinen Fall leisten, den Kunden zu enttäuschen."Doch leider ist das fast immer die Regel. Der Pforzheimer Designprofessor Lutz Fügener hat drei Showcar-Typen ausgemacht. Die erste Variante ist zum Antesten da, um erste Reaktionen zu sammeln. "Taktische Showcars" nennt Fügener die zweite Studien-Art: "Sie sollen markentreue Kunden auf Wendungen im Konzern einstimmen. " Beispiel: Audis Sportwagenstudie Rosemeyer sollte einst den markanten Singleframe-Grill, der heute die Audi-Modelle schmückt, schmackhaft machen. Studie Nummer drei richtet sich an die Konkurrenz und soll wechselwillige Stammkunden bremsen. Die Botschaft: Wartet ab, so was haben wir bald im Programm. Denkbar, dass BMWs Limousinencoupé gelangweilte 5er- oder 7er-Fahrer von einem Seitensprung zum geplanten Porsche Panamera abhalten soll. Aber Vorsicht: Niemals in ein Showgirl vergucken! Es könnte eine Liebe ohne Happy End werden.

