Brandversuche mit Killer-Kältemittel

— 20.12.2012

Flammendes Inferno

Neue Tests von Daimler und VDA zeigen, dass R1234yf einen Vollbrand auslösen kann. Das Kraftfahrt-Bundesamt fordert von Herstellern Sicherheitsnachweise.

Die Gefahr des Killer-Kältemittels R1234yf ist größer als bisher angenommen. In einem spektakulären Versuch bei Barcelona geriet der komplette Vorderwagen einer B-Klasse in Brand, nachdem das hochentzündliche Kältemittel R1234yf ausgetreten und auf heiße Motorteile gelangt war. Mit dem Test tritt Daimler der Position der R1234yf-Hersteller Honeywell und Dupont entgegen, ein vom Kältemittel ausgelöster Brand würde nicht auf des gesamte Fahrzeug übergreifen. Bei den Ende September 2012 veröffentlichten Versuchen (siehe Video unten) wurde das Feuer jeweils nach kurzer Zeit mit einer Löschanlage erstickt.

Lesen Sie auch: R1234yf - versagen die Behörden?

Video: Killer-Kältemittel

R1234yf setzt B-Klasse in Brand

Druck auf die Autoindustrie kommt mittlerweile auch vom Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), das alle Hersteller angeschrieben hat. Wer Autos mit R1234yf in Verkehr gebracht hat, soll nachweisen, dass seine Autos trotz Killer-Kältemittel sicher sind. Eine eigene Testreihe hat der Verband der deutschen Autohersteller (VDA) mit Autos von fünf Herstellern durchgeführt. Bei mindestens dreien soll es zum Brand gekommen sein, wie AUTO BILD aus sicherer Quelle erfuhr. Der VDA selbst wies nicht aktiv auf die Brände hin. Man lehne eine Stellungnahme ab, weil die Versuche "noch nicht abgeschlossen" seien, so VDA-Sprecher Eckehart Rotter. So bleibt im Dunkeln, welche Modelle unter welchen Testbedingungen Feuer gefangen haben.

Was ist das Kältemittel HFO-1234yf?

HFO-1234yf (2,3,3,3 Tetrafluorpropen) wird als Nachfolger des Kältemittels R134a in Auto-Klimaanlagen eingesetzt. Der Vorteil von HFO-1234yf: Es hat ein geringeres Treibhauspotenzial.

Kältemittel HFO-1234yf 1 von 5

R1234yf: Toyota willl aussteigen, Toyota bleibt stur

Derweil gab Honeywell der Presse den Zwischenstand bei der neuen Sicherheitsuntersuchung zu R1234yf bekannt. Die US-Ingenieurorganisation SAE hatte diese mit 13 internationalen Autoherstellern im Oktober 2012 gestartet. Laut Honeywell hat kein Hersteller außer Daimler Bedenken gegen den Einsatz von R1234yf geäußert. Da Untersuchungen aber noch gar nicht stattgefunden hätten, könne von einem Zwischenstand nicht die Rede sein, so ein Daimler-Sprecher. Eine Untersuchung, deren Ergebnis schon vorher feststehe, sei ohne Wert. Muss der VDA seine Kältemittel-Tests veröffentlichen? Stimmen Sie auf der rechten Seite ab.

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Kommentare zum Artikel (3)

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FNA
20.12.2012, 22:58Uhr

@Richard2605: Niemand würde überleben, auch die Mutter nicht. Flußsäure macht keine halben Sachen. Die Benetzung einer Handtellergroßen Hautfläche bedeutet einen qualvollen Tod innerhalb von 24 Stunden. Keine Rettung möglich. Man könnte auch boshaft sagen: Ungemein praktisch für Honeywell/Dupont, es bleibt keiner übrig der klagen könnte.
Was sich da manche Entscheidungsträger gedacht haben erschliesst sich mir beim besten Willen nicht. Ich frage mich: Wer hält da die Hand auf? Dieses Teufelszeug auf die Menschheit loszulassen ist ein Verbrechen. Aber es geht ums grosse Geld, da sind Menschenleben Nebensache. Mit R1234yf liesse sich unglaublich viel Geld verdienen, mit CO2 nicht, das fällt in der Industrie massenhaft und kostenlos an...

k.landfried
20.12.2012, 18:54Uhr

Was soll den noch passieren, bis die Autolobby (VDA) die Wahrheit herauslässt: dass dieses Killer-Kältemittel von Honeywell/DuPont, das unter bedenklichen Bedingungen in China ( ja nur billig..) hergestellt wird, in kein Auto gehört, weder bei uns noch in USA noch sonstwo. Zumal es mit CO2 eine technisch sogar bessere und praktisch ungefährliche Alternative gibt.
Wo bleiben die Zusagen von BMW, Opel, Ford, Fiat-Chrysler, das Teufeslzeug nicht zu verwenden? Nochmals Lob an Daimler, VW, Kia, Hyundai und andere, die schon nein sagten.

Richard2605
20.12.2012, 18:05Uhr

Ein MB fährt in den USA gegen die Wand. Der Vater vorn verbrennt, weil R1234yf auf heiße Motorteile gerät und sofort aufflammt. Die Kinder im Fond gehen drauf, als sie mit der sehr giftigen und stark ätzende Flusssäure in Berührung kommen, die ebenfalls beim Brand entsteht... Die Mutter überlegt schwerstverletzt... Wer wird wohl auf eine Milliarde Schadenersatz verklagt werden? Mercedes Benz oder die EU? Mercedes macht alles richtig und hat im Zweifel die Macht und das Geld, gegen soch unfassbar dummen EU-Beschlüsse vorzugehen.

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