Carsharing-Projekt

Carsharing-Projekt in der Eifel

— 12.01.2015

Ein Zoe für alle

Carsharing mal anders: Im Eifeldörfchen Gey startet am Dienstag, 13. Januar 2015, das Dorfauto. Jeder Anwohner, der einen Führerschein hat, darf es benutzen.

(dpa/mas) Auf dem Land ohne Auto? Kaum möglich: Einkauf, Arztbesuch, Schule, Arbeit – irgendwie muss man da ja hinkommen. Bus fahren, wenn es denn überhaupt einen gibt, ist oftmals nicht nur zeitraubend, sondern auch umständlich. Im Eifelörtchen Gey (Landkreis Düren) gibt es deshalb jetzt einen Renault Zoe als Dorfauto, der von allen Dorfbewohnern mit Führerschein genutzt werden kann. Dass es ein E-Auto ist, war den Leuten im Ort laut Ortsvorsteher Helmut Rößeler besonders wichtig. Er ist neben der 44-jährigen Sylvia Fahle die treibende Kraft bei dem Projekt.

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Fahren darf den Dorf-Zoe jeder Geyer, der einen Führerschein hat.

Entstanden ist das ehrenamtlich getragene Carsharing-Projekt aus einem europäischen Förderprogramm für ländliche Regionen. Rund 16.000 Euro hat der Vorführwagen gekostet, aber die 1900 Dorfbewohner haben keinen Cent dafür hingelegt: Sponsoren aus der Gegend haben das E-Auto durch ihre Werbung finanziert. Das ist nicht zu übersehen: Das quietschegrüne Auto ist über und über mit Werbung bedeckt. Sogar auf den Radkappen, die beim Fahren schön in der Waagerechten bleiben, damit man auch ja alles erkennt. Der Unterhalt soll über eine Nutzungsgebühr finanziert werden: Wenig-Fahrer zahlen einen monatlichen Basis-Preis von fünf Euro, 20 Cent pro Kilometer und zwei Euro pro Stunde, Vielfahrer eine höhere Pauschale, aber weniger pro Kilometer und Stunde. Außerdem gibt's einen Paar-, einen Familien- und sogar einen Disco-Tarif für Nachtfahrten.

Los geht's bei der Feuerwehr

Fahren wollen? Ein Anruf bei Organisatorin Silvia Fahle genügt.

Fahren darf das Auto grundsätzlich jeder Geyer, der einen Führerschein hat. Nach der einmaligen Anmeldung gibt's eine Einführung ins Auto, gebucht werden kann der Dorf-Zoe entweder im Internet in einem Online-Kalender oder per Telefonanruf bei Sylvia Fahle. Der Schlüssel liegt in einem Kasten bereit, das Auto steht bei der Feuerwache. Die getane Fahrt muss in einem Fahrtenbuch notiert werden, und die Rechnung kommt am Monatsende.

Dass das Carsharing unter ehrenamtlichen Bedingungen in Gey tatsächlich funktioniert, hat das Dorf bereits in einer halbjährigen Testphase erprobt. Alle Gruppen haben laut Organisatorin Fahrle das Auto genutzt: Rentner, Hausfrauen, junge Leute. Das sei nicht selbstverständlich, sagt Regionalmanager Alexander Sobotta: Das Dorfauto fordere ein hohes Engagement der Dorfgemeinschaft.

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Toyota Coms für Carsharing-Projekt in Grenoble Toyota Coms für Carsharing-Projekt in Grenoble
In der Eifel haben noch andere Dörfer das Dorfauto erprobt. Die Dörfergemeinschaft An Thürme (Bad Münstereifel/Kreis Euskirchen) sucht jetzt ebenfalls Sponsoren, allerdings für einen Diesel. In den "Bergen" verbraucht das Elektroauto zu viel Strom. Das Dorf Blankenheim-Freilingen sucht noch seinen Weg. Wer in der Versuchsphase fahren wollte, musste sich in Freilingen im Gegenzug ehrenamtlich engagieren: Bänke streichen, Beete hacken, Kuchen Backen oder so was. Wie es hier weitergeht, ist aber noch nicht klar.

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