Chevrolet Orlando: Fahrbericht

Chevrolet Orlando Chevrolet Orlando

Chevrolet Orlando: Fahrbericht

— 02.02.2011

Zwischen den Welten

Chevrolet bläst zum Sturm auf Deutschland: Mit neuen Modellen sollen die Verkäufe steigen. Ein Baustein zum erwünschten Erfolg ist der Van Orlando, der Familien glücklich machen will.

Mit so viel Interesse hatte Chevrolet wohl nicht gerechnet: Über 100 Journalisten hatten sich zur Deutschland-Präsentation angemeldet, die Amis hatten aber nur 30 Autos in die Klassikstadt Frankfurt gebracht. Also teilen wir uns zu viert einen Orlando, entgegen der Gewohnheit nehme ich erstmal im Fond und nicht hinter dem Steuer Platz. Und das ist gar nicht so schlecht, denn schließlich soll der Chevy als echte Familienkutsche herhalten. Und man sitzt bequem in Reihe zwei, trotz der relativ flachen Linie des Orlando kratzt der Dachhimmel nicht am Scheitel. Die Neigung der Rückenlehne lässt sich verstellen. Allerdings poltert die Hinterachse auf schlechten Strecken laut hörbar und die Passagiere spüren die Stöße kräftig. Eine dritte Sitzreihe ist Serie, dort sollten allerdings nur Kleinkinder mitfahren. Immerhin ist der Klappmechnismus der zweiten Sitzreihe gut durchdacht. Mit zwei Handgriffen verschwindet sie im Wagenboden. Auch Reihe drei klappt einfach, dann fasst der Kofferraum 454 Liter bis zur Laderaumabdeckung oder 739 Liter bis unters Dach. Maximal gehen 1487 Liter rein. Unter dem Kofferraumboden wartet ein großes Ablagefach.

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Wechsel auf den Fahrersitz. Die Rundumsicht ist trotz der schmalen Fenster und der breiten C-Säule ausreichend. Der stärkste 2,0-Liter-Diesel mit 163 nagelt nach dem Start kaum hörbar, zieht kräftig durch und wird erst bei hohen Drehzahlen laut. Bis Tempo 160 ist es auf der Autobahn herrlich ruhig, dann gewinnen die Windgeräusche die Oberhand. Maximal 195 km/h soll der Orlando erreichen. Sechs manuell zu schaltende Gänge sind Serie, eine Automatik gibt es gegen Aufpreis. Eine Überlegung sollte sie wert sein, denn wer die Gänge per Hand sortiert, muss das gelegentlich mit etwas Nachdruck tun. Lenkung und Fahrwerk geben sich sich europäisch straff, hier wird klar, die Abstimmung für den Orlando kommt aus Rüsselsheim. Als motorische Alternative hat Chevrolet den 1,8-Liter-Benziner aus dem Cruze im Angebot. Überzeugen kann der Sauger nicht: Er kommt schwer in Schwung und wird früh laut, zudem hat er nur fünf Gänge. Auf der Autobahn gibt es deshalb mächtig was auf die Ohren. Ein Diesel ist also fast schon Pflicht. Dann relativiert sich der niedrige Grundpreis (18.990 Euro), der kleinste Diesel mit 131 PS kostet mindestens 22.390 Euro.

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Die Ladekante ist niedrig, der Unterfahrschutz dient allein der Optik.

Irgendwie kommt uns das hier alles bekannt vor, die Mittelkonsole ähnelt stark der des Opel Astra, auch die Zierteile in Klavierlackoptik sind eindeutig Opel-inspiriert. "Wir bedienen uns alle aus einem GM-Teile-Baukasten", erklärt Chevy-Sprecher Rej Husetovic vielsagend. Innen soll der Familienfreund sogar Anleihen bei der aktuellen Corvette nehmen, beim so genannten "Dual-Cockpit" und der blauen Hintergrundbeleuchtung der Mittelkonsole. Hinter der Frontpartie der Audio-Einheit versteckt sich ein Staufach für Kleinkram. Dort verbirgt sich auch ein USB-Anschluss. Praktisch und pfiffig. Allerdings ist im Orlando schnödes Hartplastik verbaut, das akzeptabel aussieht, aber die taktilen Sinne nicht eben verwöhnt. Da bietet die Konkurrenz mehr Verwöhnaroma.

Es gibt drei Ausstattungsvarianten, wobei bereits die Basis über sechs Airbags und elektrische Spiegel und Fensterheber vorn verfügt. Klima kostet extra. Wer den großen Diesel ordert, bekommt grundsätzlich die höchste Ausstattungslinie LTZ mit Licht- und Regensensor, Navigationssystem und Tempomat. Dann sind 24.790 Euro fällig, ein Schnäppchen ist der Orlando dann längst nicht mehr. Aber eine optische Alternative zum Einheits-Design anderer Vans. Und auch bei der Größe (4,65 Meter lang) wandelt der Ami irgendwie zwischen den Welten. Technische Daten Chevrolet Cruze 2,0-Liter Diesel LTZ: Siebensitziger Van Länge/Breite/Höhe: 4,65/1,84/1,63 Meter Radstand: 2,76 Meter Wendekreis: 11,3 Meter Antrieb: Dieselmotor mit 120 kW/163 PS max. Drehmoment: 360 Nm bei 2000 min 0-100 km/h: 10,0 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h Verbrauch 6,0 l/100 km CO2 159 g/km Preis: 24.790 Euro.

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