Crashtest des ADAC

Crashtest des ADAC

— 13.08.2009

Gefährliche Streifschüsse

Wer hätte das gedacht: Seitliche Crashs haben oft viel schlimmere Folgen als Frontalunfälle. Das fand der ADAC in einem Test heraus. Bei stark versetzten Kollisionen bauen sich die Knautschzonen nur eingeschränkt ab.

Der ADAC hat zwei Opel Astra H in den Crashtest geschickt. Dabei kollidierten die beiden Autos seitlich stark versetzt und nicht frontal. Das Ergebnis zeigte, dass seitliche Crashs oft viel tragischere Folgen als Frontalunfälle haben. Bei dem Test prallten die Fahrzeuge mit geringer Überdeckung (weniger als 25 Prozent) bei Tempo 56 aufeinander. Die Knautschzonen, die bei einem vollflächigen Aufprall Energie abbauen können, wirken in diesem Fall nur noch eingeschränkt, weil sich die Längsträger gegenseitig nicht abstützen können. Beim "aneinander Vorbeischrammen" besteht die Gefahr, dass sich die Räder verhaken. Durch die Wucht des Aufpralls könne das Vorderrad in den Fußraum des Fahrers eindringen und schwere Beinverletzungen verursachen, so der Automobilclub.

ADAC verlangt verpflichtende Tests für seitliche Auffahrunfälle

In einem weiteren Versuch mit modifizierten Fahrzeugen wurde deutlich, dass auch bei einem Unfall mit geringer Überdeckung mehr Sicherheit für die Insassen möglich ist. Eine beim Fahrzeug seitlich eingebaute Abgleitstruktur aus eingeschweißten Stahlblechen verhinderte das Verhaken der Räder, die Autos wurden abgelenkt und glitten aneinander vorbei. Die Belastungswerte für die Insassen konnten mit dieser Veränderung um ein Drittel reduziert werden. Um die Gefahren der Kollision mit geringer Überdeckung zusätzlich zu minimieren, fordert der ADAC die Hersteller auf, eine Notbremsfunktion einzubauen, die nach einer Kollision über die Airbagsensorik und das ESP eingeleitet wird. Der Gesetzgeber müsse Crashtests einführen, in denen das seitliche Auffahrverhalten überprüft werde. Laut ADAC Unfallforschung gab es 2007 in Deutschland rund 10.000 Unfälle mit geringer Überdeckung. Dabei wurden 75 Menschen getötet und über 1500 schwer verletzt.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.