Die neue Altautoverordnung

Die neue Altautoverordnung

— 13.09.2002

Abschied mit Brief und Siegel

Endgltige Fahrzeugstilllegung. Der letzte Weg fhrt zu Verwerter und Zulassungsstelle.

Stilllegung kostet 10,70 Euro

Sage niemals Schrottplatz. Das klingt zwar romantisch, ist aber von gestern. Der zertifizierte Verwerter ist an die Stelle des Autofriedhofs getreten. Wie geleckt, fast klinisch sauber sieht es hier aus. Alles ist geregelt, die Umweltbehrden wachen mit Argusaugen ber die Fachbetriebe.

Alte Autos entsorgen ist kompliziert geworden. Aber auch der Weg des Wagens zum Verwerter ist umstndlich. Einfach vorfahren, abgeben, fertig so geht das nicht. Zum Abschied vom alten Auto gehren heute Brief und Siegel. Als Erstes fhrt der Weg mit dem Auto zum Verwerter (Adressen siehe Gelbe Seiten). Der wird es begutachten, anschlieend den Preis fr die Entsorgung nach Aufwand berechnen. Fr ltere Fahrzeuge wie unseren VW Polo werden etwa 100 Euro fllig. Deutlich mehr halten wir nicht fr gerechtfertigt.

Der Betrieb stellt dann einen so genannten Verwertungsnachweis aus. Mit diesem Papier, den Nummernschildern, dem Fahrzeugschein und -brief aber ohne Auto geht es zur Zulassungsstelle. Hier wird das Auto amtlich stillgelegt. Sichtbare Zeichen: Dem Brief wird eine Ecke abgeschnitten, von den Kennzeichen die Plaketten gekratzt. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) erhlt eine Nachricht zur Freigabe des Kennzeichens, das Finanzamt fr Verkehrssteuern erstattet Kfz-Steuerguthaben zurck. Keine Angst wenigstens darum muss sich der Ex-Halter nicht kmmern, es geschieht tatschlich automatisch. Die Zulassungsstelle berechnet fr die so genannte behrdliche Stilllegung 10,70 Euro, stellt die Abmeldebesttigung aus.

Das Altauto-Gesetz

Fertig? Nicht fertig! Jetzt geht es wieder zurck zum Verwerter. Der bekommt Brief und Abmeldung, hndigt dem Ex-Besitzer den Verwertungsnachweis aus. Ganz wichtig: Dieses Dokument mindestens 18 Monate aufheben. Wenn das zu umstndlich erscheint, kann man die Formalitten auch dem Demontagebetrieb berlassen. Der kassiert fr diese Dienstleistung noch mal 20 Euro und sendet den Verwertungsnachweis nach.

Altauto-Gesetz: Seit dem 1. Juli 2002 gilt in Deutschland das neue Altauto-Gesetz. Wer nach diesem Termin einen Neuwagen in Europa gekauft hat, kann das Altauto in Deutschland dem Hersteller kostenlos zurckgeben. Dieser hat das Fahrzeug dann fachgerecht zu entsorgen. Fr alle anderen Autos gilt diese Regelung ab 2007. Das Altauto muss vor der Verwertung mindestens einen Monat in Deutschland zugelassen und in einem fahrtchtigen Zustand gewesen sein. Der Fahrzeughalter erhlt vom zertifizierten Fachbetrieb den Verwertungsnachweis.

Harte Zeiten fr Oldtimer-Sammler: Die Jagd nach Ersatzteilen ist fr Oldtimer-Besitzer tglich Brot. Die beste Teilequelle: zum gepflegten Oldie ein Schlachtfahrzeug des gleichen Typs. Geht etwas kaputt, wird einfach umgebaut. Doch wohin mit dem Organspender? Die schlechteste Lsung: ab in die hinterste Ecke des ausreichend groen Gartens. Aus, vorbei. Kommt der Spher vom Amt, wirds richtig teuer (bis zu 50.000 Euro). Schlupfloch: Wer seinen Wagen spter wieder aufbauen mchte, darf ihn in einer dafr geeigneten Garage aufheben, also einem Raum mit lundurchlssigem Boden. Der Hammer: Schraubt der Besitzer irgendein Ersatzteil von seinem Oldie ab und baut es in ein anderes Auto ein, begeht er juristisch eine Straftat: Der Organspender wird per Gesetz zu Abfall, den nur zertifizierte Fachbetriebe behandeln drfen. So weit die Theorie ...

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