Die Stars der IAA 2005, Teil 7

Lada 1119 Lada 1119

Die Stars der IAA 2005, Teil 7

— 15.09.2005

Offensive aus dem Osten

Russen und Chinesen wollen die Autowelt erobern. Lada mit neuen kleinen Modellen und einem abenteuerlich anmutenden Antrieb, Brilliance mit billiger E-Klasse-Kopie, Landwind mit einem Alt-SUV und Geely mit Geduld.

Die Russen kommen! Wenn Meister Röhrig, der Gas-Wasser-Scheiße-Mann aus Brösels Werner-Film, diesen Satz durch die Gegend brüllt, dann ist das witzig. Gar nicht lachhaft ist dagegen die Offensive des russischen Herstellers Lada. Denn während die älteren Modelle – Niva, 2110 – vor allem im Innenraum unglaublich antiquiert wirken, sind der neue, kleine 1119 und seine Stufenheckvariante 1118 durchaus einen zweiten Blick wert: Die Materialen sind für Lada-Verhältnisse fast hochwertig, die Verarbeitung besser, die Ausstattung kompletter, das Design durchaus westlich. Im Gegensatz zum Preis, denn der soll zum Marktstart Ende 2005 sehr deutlich unter 10.000 Euro liegen. Und als wäre das nicht genug, legen die Russen noch einen drauf: In zwei Jahren wollen sie ein Auto mit "Brennstoffzellen-Kraftwerk" auf den Markt bringen. Wie der Antrieb funktioniert, soll das rührende Versuchsfahrzeug Antel-2 verdeutlichen. Hoffen wir, so das System jemals zum Laufen gebracht wird, daß dann eine andere Karosserie als die des seligen 2111 Kombi zur Verfügung steht.

Mit niedrigen Preisen wollen auch die Chinesen den europäischen Markt erobern. Landwind will von seinem SUV auf Basis des alten Opel Frontera in diesem Jahr noch 500 Stück verkaufen, 2006 sollen es mindestens 1000 sein. Vier Mitsubishi-Benziner (Topmodell mit 125 PS) wird es geben, dazu zwei Diesel von Isuzu. Ein starkes Argument für den Landwind ist sein Preis: Ein SUV für 14.995 Euro, das ist ein Schnäppchen. Dementsprechend sind aber auch Verarbeitung und Materialien. So weit wäre das Preis-Leistungs-Verhältnis aber völlig in Ordnung – wenn da nicht die katastrophalen Crashtest-Ergebnisse des ADAC wären. Wer will schon ein Auto, in dem er bei einem Unfall keine Überlebenschancen hat? Bas van den Nieuwenhuijzen von Landwind sieht das aber gelassen: "Kein Problem. Wir werden ein unabhängiges Institut beauftragen und da dann mal die Ergebnisse abwarten. In China hat er die Crashtests ja auch bestanden."

Durchaus ernstzunehmen ist auch Brilliance. Sicher, qualitativ ist die Mittelklasse-Limousine Zhonghua nicht mit einer Mercedes E-Klasse zu vergleichen. Aber dafür wird der Asiate beim Marktstart Ende des Jahres auch unter 20.000 Euro kosten. Der dritte chinesische Hersteller, der sich auf der 61. IAA präsentiert, ist Geely. Deren sportliches Coupé CD wird aber noch nicht so schnell auf deutschen Straßen zu sehen sein – da muß noch einiges in Sachen Sicherheit und Qualität passieren. "Das wird noch einige Jahre dauern", weiß Präsident Shufu Li und fügt hinzu: "Wir wollen einfach mal sehen, was die Europäer von unseren Autos halten und uns einige Anregungen holen, was wir noch besser machen können." Wie so was aussieht, zeigt die TV-Reportage "Auf der Jagd nach Autospionen" von AUTO BILD-Autor Oliver Lauter. Zu sehen am Samstag, 17. September 2005, 16.30 Uhr, in der Sendung Rasthaus im SÜDWEST Fernsehen (SWR).

Autor: Maike Horst

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