Die Tops der Flops — AUTO BILD 25/2006 — 26.12.2006
Autos, die ins Abseits fuhren
Einfach grauenvoll: Margret Huckos Mazda 121 sieht aus, als hätte er Völlegefühl – ein Blähbauch auf Rädern. Gräßliches Design führt Autos genauso ins Abseits wie technische Probleme oder Fehler in der Chefetage.
Augen auf und durch: Hier ist die Hitliste der Hässlichen, Technikwracks und Standuhren. 38 Verlierer von gestern, heute und morgen.
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Aus manchen Raupen werden Schmetterlinge
Es gibt viele Gründe, warum Autos wie der Mazda 121 ins Abseits geraten sind. Einer davon ist Design, das auf der Skala von genial bis gräßlich mehr ins Gräßliche tendiert. Oder die Technik, die versagte. Und dem Modell so den Todesstoß versetzte oder es zumindest in den Keller der Zulassungsstatistik schubste. Darüber hinaus womöglich die Marke auf Jahre beschädigte. Wie beim Alfasud, der schneller wegrostete, als er repariert werden konnte und das schlechte Alfa-Bild prägte. Bis heute. Und dann gibt es noch Flops, da ist die Chefetage schuld. Zum Beispiel beim vierzylindrigen 914 (ab 12.560 Mark), dem Volks-Porsche, der unter VW-Flagge lief. Was für eine Kränkung für jeden 911er-Fahrer, der mindestens 6000 Mark mehr bezahlt hat, um seinem Angestellten jetzt in der eigenen Luxus-Marke zu begegnen. Eine Ohrfeige, die saß – noch Jahre später, auch wenn der 914 in Amerika erfolgreich lief. Das muß nicht immer so kommen, auch nicht so bleiben. Einige Verkaufsflops sind auf dem besten Weg, sich von ihrem Verlierer-Image zu erholen. Auch mein Mazda, ehrlich. Vor kurzem grüßte mich ein anderer 121-Fahrer offensiv und freundlich, ohne Schamesröte im Gesicht. So, wie es Mini- und Enten-Fahrer pflegen. Weil ihre Autos Kult sind. Wie mein Mazda-Ei. Nicht heute, aber morgen.Die blanke Wahrheit: Redakteure beichten
AUTO BILD-Chefredakteur Bernd Wieland über den Renault Avantime: "Guter Geschmack macht einsam. Für das schräge Van-Coupé mit Plastikkarosse, durstigem V6 und gelegentlich blockierenden Türen erwärmten sich weltweit ganze 7000 Käufer. Einer davon bin ich. Seit fünf Jahren verrichtet ein Avantime bei uns seinen Dienst als Familienkutsche. Die Kinder lieben den zentralen Knopf, mit dem sich wie von Zauberhand Dach und alle Fenster öffnen lassen. Der Avantime bricht Konventionen: keine B-Säule, kein Gurtpiepser. Kontrovers auch die Form: für manche ein Graus, für mich eine Skulptur. Zu Ehren von Renault-Chefdesigner Le Quément trägt unser Avantime die Initialen LQ im Kennzeichen. Wir kriegen wenige anerkennende Blicke – aber von den richtigen Leuten."Testredakteur Jörg Maltzan über den VW Porsche 914: "Nicht, daß Sie mich für was Besseres halten, aber mein erster Wagen war ein Porsche. Ein echter, dachte ich, bis Freunde den 914 verspotteten. "Volksporsche" nannten sie ihn. Noch schlimmer: "Neckermann-Porsche". Oder ganz schlimm: "Vopo". Der 914, ein Porsche? Dann ist der Opel GT auch eine Corvette. Denn der Zündschlüssel steckt rechts und nicht links. Im Rücken startet ein Zweiliter-Vierzylinder – immerhin ein Boxer mit 100 PS. Im Kfz-Schein steht als Hersteller die Volkswagen AG. Aber irgendwie fand ich die Kombination dann doch reizvoll: soldide VW-Technik, Sportlichkeit von Porsche und Mittelmotorkonzept wie beim Ferrari Dino. Deshalb tat es auch nicht weh, das VW-Plagiat zu fahren, quasi den Kunstdruck und nicht das Gemälde. Das gab es nämlich auch, als 914/6. Der fuhr mit 911-Sechszylinder, trug das Zündschloß links und stand auf Fünflochrädern. Mein 914 ist trotzdem ein tolles Auto, wenn auch kein ganz echter Porsche. Ich habe ihn immer noch."
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