Elektroauto Reva NXR auf der IAA 2009

Elektroauto Reva NXR auf der IAA 2009

— 17.09.2009

E-Mobilität aus E-ndien

Ein Sub-Auto vom Subkontinent: Auf der IAA steht der Reva NXR mit Elektroantrieb aus Indien. Bereits 2010 soll er ans Netz gehen. Und der stolze Hersteller hat fürs folgende Jahr bereits ein Brüderchen in Planung.

Ja, wer hat denn den nun wieder ausgebrütet? Wie Urmel aus dem Eis surrt da ein Elektrozwerg auf die IAA, und er soll keine Eintagsfliege bleiben: 2010 will der indische Hersteller Reva aus Bangalore den NXR auf den Markt werfen, und schon ein Jahr darauf die Coupé-Version NXG. Wie Bruder und Schwester sehen die beiden E-Minis nicht gerade aus, hier können die Inder sicher noch von Design-Experten aus anderen Kontinenten lernen. Aber die Sub-Autos vom Subkontinent wirken insgesamt – bis auf den Stummel-Po – schon recht ordentlich. Und ihre Fahrleistungen genügen bestimmt für die Rushhour von Mumbai: Maximal 104 km/h schnell vermag der viersitzige NXR zu schnurren, die Reichweite beträgt laut Hersteller immerhin 160 Kilometer – sofern der NXR in der Version "Intercity" für Lithium-Ionen-Akku bestellt wurde. Dann kostet er 15.000 Euro – allerdings ohne Energiespeicher.

Die Stars der IAA Frankfurt

Bei der Kurzstrecken-Ausführung "City" können Bleiakkus installiert werden, dann sind maximal 80 km/h bei einer Reichweite von 80 Kilometern möglich. Doch hier merkt man dem Hersteller plötzlich an, dass es noch an Erfahrung mangelt; denn die "Preispolitik" bei Reva ist ausgesprochen unausgegoren. Beide Preise verstehen sich jeweils ohne Batterien. Doch was die kosten, können – oder wollen – die Inder noch nicht nennen. Überdies erwähnen sie noch eine "geringe Gebühr" für die monatliche Mobilitätsgarantie. Das enttäuscht ein wenig angesichts des insgesamt flotten Auftritts.

Das Servicecenter aktiviert notfalls von fern eine Reserve-Ladung

Das Nachfolgemodell NXG, ein Zweisitzer mit Targa-Dach, soll 2011 auf den Markt kommen und bis zu 130 km/h schnell fahren können.

Interessant hingegen, was Reva schon jetzt über die Möglichkeiten zur Schnellladung zu sagen hat: Die normale Ladezeit beträgt acht Stunden, also wie gehabt. Eine Schnellladung in 90 Minuten bringt einmalig die volle Leistung, was laut Reva eine Tageskapazität von 320 Kilometern ermöglicht. Der NXR kann aber auch bei erschöpften Akkus für eine Notladung ("emergency charge") 15 Minuten an die Dose gehängt werden, das langt für weitere 40 Kilometer – zur nächsten Service-Station, zum Beispiel. Wer auch das nicht mehr schafft, kann per SMS bei Reva einen Notfall melden. Dann wird – wie in der Schlusssequenz von "Terminator II" eine Notladung aus dem Akku gekitzelt, die ein paar Reserve-Kilometer bis zur nächsten Steckdose ermöglicht. Das nennt Reva "RevIVE" (Wiederbelebung) und verkauft es als exklusive Zusatzleistung.

Eine durchaus vernünftige Strategie, um Autofahrern die Angst vor dem Akku-Ausfall zu nehmen – vergleichbar mit der Technik zur Akkuüberwachung, die der Zulieferer Continental ebenfalls gerade auf der IAA vorstellte. Dieses System, mit dem Elektro-Fahrzeuge in Dänemark und Israel für den Netzbetreiber Better Place ausgerüstet werden sollen, verschafft dem Fahrer Echtzeit-Informationen über den Ladestand der Batterie, die Reichweite und das aktuelle Risiko eines Zusammenbruchs des Energiespeichers. Außerdem erhält der Fahrer monatlich per E-Mail eine Analyse darüber, wie wirtschaftlich er gefahren ist.

Das Nachfolgemodell NXG macht eindeutig auf Spaßmobil

Mit dem Nachfolgemodell NXG dürfte dieses monatliche Update Schmerzen bereiten: Es macht als Zweisitzer mit Targa-Dach eindeutig auf Spaßmobil, und so sehen die – derzeit wohl noch hypothetischen – Fahrleistungen auch aus: Spitze sollen 130 km/h möglich sein, als Reichweite hält der Hersteller 400 Kilometer pro Tag für möglich. Als Tüpfelchen auf dem "i" wirkt die Produktionsstätte in Bangalore: Dort baut Reva derzeit eine "Ultra low-carbon"-Fertigung, die komplett mit Solarenergie betrieben werden und ausschließlich Regenwasser nutzen soll. Indien, das Land der Wunder...

Autor: Roland Wildberg

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