Elektroauto-Studie sorgt für Wirbel — 31.01.2012

Wie "grün" sind E-Autos wirklich?

Mitten im Elektroauto-Hype sorgt ein Gutachten des Freiburger Öko-Instituts für Diskussionen. Es geht um die Frage, ob E-Autos wirklich so klimafreundlich sind wie behauptet.

(dpa) Wie "grün" sind Elektroautos? Eine Studie zur Klimabilanz von E-Autos sorgt im Januar 2012 für Wirbel. Die Zeitung "taz" berichtete, ein Gutachten des Freiburger Öko-Instituts im Auftrag des Bundesumweltministeriums komme zu dem Schluss, E-Autos seien längst nicht so klimaschützend wie bisher behauptet. Im Gegenteil führe der Ausbau der Elektromobilität zu einer größeren Klimabelastung. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) reagierte mit den Worten, erst die Nutzung zusätzlicher erneuerbarer Energien bei E-Autos ermögliche eine deutlich spürbare Verringerung der CO2-Emissionen. "Eine bloße Verlagerung des CO2-Ausstoßes vom Auspuff zum Kraftwerk ist Augenwischerei", teilte Röttgen in Berlin mit.

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Das Öko-Institut, das die Studie bereits Mitte Januar 2012 vorgelegt hatte, distanzierte sich von der "pauschalen Behauptung, dass Elektrofahrzeuge eine 'Ökolüge' darstellten". Elektromobilität sei langfristig notwendig für den Klimaschutz und könne bereits bis zum Jahr 2030 eine wichtige Option für den klimafreundlichen Verkehr sein. Der "entscheidende" Faktor für die Klimafreundlichkeit der Elektrofahrzeuge aber sei der Bau zusätzlicher erneuerbarer Energien. Diese Frage wiederum wird von Experten seit längerem diskutiert. In der Studie des Instituts heißt es, im Jahr 2030 könnten auf Deutschlands Straßen bis zu sechs Millionen Elektrofahrzeuge unterwegs sein. "Beziehen diese den Strom zum Fahren aus zusätzlichen erneuerbaren Energien, fahren sie emissionsfrei und können einen Beitrag zum Klimaschutz leisten." Die Millionenmarke auf dem Markt für Elektroautos könne im Szenario der Forscher im Jahr 2022 überschritten werden. Das Ziel der Bundesregierung für diese Marke ist das Jahr 2020.

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Für die Frage, wie sauber E-Autos seien, sei entscheidend, welcher Strom zum Einsatz komme. Die Klimabilanz von Elektrofahrzeugen sei nur dann ausgewogen, wenn zusätzliche Kapazitäten erneuerbarer Energien in den Strommarkt gebracht werden, heißt es in der Studie. "Nur dann kann ihr Betrieb emissionsfrei erfolgen." Im Jahr 2030 könnten Elektrofahrzeuge so rund 5,2 Millionen Tonnen CO2 vermeiden. Dies entspreche einer Minderung der Gesamtemissionen des Pkw-Verkehrs um etwa sechs Prozent bis zum Jahr 2030. Würden allerdings benzinbetriebene Fahrzeuge bis zum Jahr 2030 deutlich effizienter, könnten diese allein die Treibhausgasemissionen des Pkw-Verkehrs um 25 Prozent reduzieren.

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Die Bundesregierung hatte im vergangen Jahr Milliardenförderungen – vor allem bei der Batterieforschung – und Steuervergünstigungen sowie Sonderrechte für Elektroautos in Deutschland beschlossen. Damit soll das Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 erreicht werden. Bis 2030 soll diese Zahl auf sechs Millionen Autos steigen. Der ADAC kommentierte am 30. Januar 2012, die Studie des Öko-Instituts sei "keine Überraschung". Es sei aber nicht gerechtfertigt, von einer "Elektrolüge" zu sprechen. Elektromobilität ergebe nur Sinn, wenn zusätzliche Mengen an erneuerbarer Energie in den Strommarkt eingeführt werden. Bei der Entwicklung von E-Autos gibt es viele Herausforderungen – etwa in Sachen Reichweite, Batterie und Preis.

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Kommentare zum Artikel (12)

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Aquarius
03.02.2012, 16:11Uhr

@ franz
Genau das ist der Punkt. Man hält lieber an alter reparaturanfälliger Technik fest, als das man sich modernen Techniken zuwendet mit denen sich nicht so viel "Verdienen" lässt. Der größte Hemmschuh ist mal wieder das Geld, die Lobbyisten, die Gewinne, die Aktien.

Dieter
03.02.2012, 15:51Uhr

Bei der ganzen Öko-Laberei wird gerne vergessen, dass es auch Leute gibt' die das leise Geräusch, der Drehmomentverlauf und die fehlenden (lokalen) Emissionen fasziniert? Jeder, der morgens vor lauter Dieselgeknatter und Gestank in der Tiefgarage kaum mehr Luft bekommt, weil die ganzen Vertreter mit ihren Traktorschüsseln (trotz Filter) alles verpesten, weiß was ich meine. Es ist eine Pest. Wie sauber könnte die Luft in den Städten sein, wenn es weniger (Öl-)Verbrenner gäbe.

Nobby
01.02.2012, 22:57Uhr

Auf welche Höhen wohl die Mwst. steigt, wenn die Menschen alle nur noch PlugIn Hybriden und e.Autos fahren würden und die dann auch noch jeden Tag @home laden. Also Leute last euch nicht beirren. E-Autos sind Giftmüll, gaanz laangsaaam und extrem leicht entzündlich. Sicher unterwegs ist man nur im SUV und die Nachbarn werden euch beneiden.

Angela
01.02.2012, 22:30Uhr

Die Ölbranche verdient auch eher den blauen Umweltengel. Deepwater Horizon, Teersandwäsche in Kanada und dann die ganzen militärischen Konflikte, also solche Produkte möchte man doch finanziell unterstützen oder? Seit dieser Studie habe ich auch mehr Angst vor alten Akkus als vor Atommüll.

franz
01.02.2012, 22:18Uhr

Ihr seit ja alle sehr überzeugt von euren Verbrennungsmotoren, kein Wunder das Deutschland so rückständig bei E-Fahrzeugen und in Akkutechnik ist. Ich bin letztes Jahr im Tesla Roadster mitgefahren und da war mir eines sofort klar. Verbrennungsmotoren sind rückständiger Schrott. Solche Studien sind gemacht, damit ihr weiterhin abhängig von der alten ineffizienten und wartungsintensiven Technik bleibt. Es geht wie immer nur ums Geld.

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