Elektroauto-Studie sorgt für Wirbel
Wie "grün" sind E-Autos wirklich?

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Mitten im Elektroauto-Hype sorgt ein Gutachten des Freiburger Öko-Instituts für Diskussionen. Es geht um die Frage, ob E-Autos wirklich so klimafreundlich sind wie behauptet.
(dpa) Wie "grün" sind Elektroautos? Eine Studie zur Klimabilanz von E-Autos sorgt im Januar 2012 für Wirbel. Die Zeitung "taz" berichtete, ein Gutachten des Freiburger Öko-Instituts im Auftrag des Bundesumweltministeriums komme zu dem Schluss, E-Autos seien längst nicht so klimaschützend wie bisher behauptet. Im Gegenteil führe der Ausbau der Elektromobilität zu einer größeren Klimabelastung. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) reagierte mit den Worten, erst die Nutzung zusätzlicher erneuerbarer Energien bei E-Autos ermögliche eine deutlich spürbare Verringerung der CO2-Emissionen. "Eine bloße Verlagerung des CO2-Ausstoßes vom Auspuff zum Kraftwerk ist Augenwischerei", teilte Röttgen in Berlin mit.
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Fordert erneuerbare Energien für Elektroautos: Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU).
Bild: dpa
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Für die Frage, wie sauber E-Autos seien, sei entscheidend, welcher Strom zum Einsatz komme. Die Klimabilanz von Elektrofahrzeugen sei nur dann ausgewogen, wenn zusätzliche Kapazitäten erneuerbarer Energien in den Strommarkt gebracht werden, heißt es in der Studie. "Nur dann kann ihr Betrieb emissionsfrei erfolgen." Im Jahr 2030 könnten Elektrofahrzeuge so rund 5,2 Millionen Tonnen CO2 vermeiden. Dies entspreche einer Minderung der Gesamtemissionen des Pkw-Verkehrs um etwa sechs Prozent bis zum Jahr 2030. Würden allerdings benzinbetriebene Fahrzeuge bis zum Jahr 2030 deutlich effizienter, könnten diese allein die Treibhausgasemissionen des Pkw-Verkehrs um 25 Prozent reduzieren.
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Die Bundesregierung hatte im vergangen Jahr Milliardenförderungen – vor allem bei der Batterieforschung – und Steuervergünstigungen sowie Sonderrechte für Elektroautos in Deutschland beschlossen. Damit soll das Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 erreicht werden. Bis 2030 soll diese Zahl auf sechs Millionen Autos steigen. Der ADAC kommentierte am 30. Januar 2012, die Studie des Öko-Instituts sei "keine Überraschung". Es sei aber nicht gerechtfertigt, von einer "Elektrolüge" zu sprechen. Elektromobilität ergebe nur Sinn, wenn zusätzliche Mengen an erneuerbarer Energie in den Strommarkt eingeführt werden. Bei der Entwicklung von E-Autos gibt es viele Herausforderungen – etwa in Sachen Reichweite, Batterie und Preis.
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