Die EU-Kommission will alle Autos über zehn Jahre künftig jährlich zur Hauptuntersuchung schicken. Eine Forderung, die zuletzt auch vom Geschäftsführer des TÜV Süd mehrfach geäußert wurde. Der TÜV verweist auf hohe Mängelquoten bei alten Fahrzeugen. Die EU begründet ihren Vorschlag mit mehr Verkehrssicherheit: Jährliche Prüfungen sollen laut Brüssel die Zahl der Unfallopfer um ein Prozent senken – weil ältere Autos häufiger Pannen haben, in Unfälle verwickelt sind und mehr Schadstoffe ausstoßen.

Autos werden älter – weil Neuwagen unbezahlbar sind

Ja, unsere Autos werden immer älter. Im Schnitt ist ein Pkw in Deutschland fast elf Jahre alt – weil Neuwagen schlicht immer teurer werden. Und ja, mit dem Alter steigt das Risiko für Mängel an Fahrwerk, Bremsen oder Radaufhängung. Das zeigt auch unser TÜV-Report 2025. Trotzdem halte ich den Vorstoß der EU, alle Fahrzeuge ab zehn Jahren jährlich zur HU zu schicken, für falsch.

Wartung wird aus Kostengründen vernachlässigt

Denn viele Mängel entstehen nicht wegen des Alters – sondern weil Wartungen aus Kostengründen nicht mehr durchgeführt werden. Warum? Weil es sich viele nicht mehr leisten können, ihren elf Jahre alten Wagen regelmäßig in die Werkstatt zu bringen. Anstatt sich um die Ursachen zu kümmern – steigende Reparaturkosten und eine wachsende Belastung der Bürger – droht die EU mal wieder mit Repressalien: mehr Aufwand, mehr Kosten, mehr Bürokratie. Entlastung? Fehlanzeige.

Risiko bei neuen Autos

Und spricht man mit Experten der Prüforganisationen, sorgen sich viele längst nicht nur um alte Autos – sondern vor allem um moderne Fahrzeuge mit komplexer Software und Over-the-Air-Updates. Da hakt es nämlich oft an der Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

Pauschale Regelungen treffen die Falschen

Zudem werden alle Fahrzeuge über einen Kamm geschoren. Was ist mit Autos, die regelmäßig gewartet werden? Die wenig gefahren werden? Eine neue Bremse ist nach 15.000 Kilometern sicher nicht hinüber – außer, ich fahre regelmäßig auf der Rennstrecke. Wer 50.000 Kilometer im Jahr fährt, belastet sein Auto ganz anders – auch, wenn es erst fünf Jahre alt ist. Eine pauschale Regelung greift hier viel zu kurz.

Erst schafft Brüssel Unsicherheit – dann folgt die Strafe

Während die Autoindustrie in den USA und China autonomes Fahren testet, reguliert die EU lieber – statt zu fördern. Sie reglementiert die Digitalisierung, anstatt sie zu ermöglichen. Technologisches Know-how und Arbeitsplätze wandern ab. Brüssel sorgt mit seinem Schlingerkurs bei Antriebsvorgaben und überzogenen Sicherheits- und Datenschutzregeln dafür, dass Autos teurer werden, der Neuwagenmarkt kaum noch wächst und erschwingliche Autos nur noch auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu haben sind – nach dem Wunsch der EU-Kommission aber bald mit einem Aufpreis.

Fazit

Nicht unsere Autos gehörten jährlich auf den Prüfstand. Sondern Sie, liebe EU-Verantwortliche.