Eura Mobil Integra Line im Wohnmobil-Test

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Eura Mobil Integra Line 655 EB Mondial: Wohnmobil-Test

— 25.04.2016

Dieser Aufsteiger macht nicht arm

Integrierte sind nur für Reiche? Stimmt nicht. Eura zeigt mit seinem stattlichen Integra Line, wie der Preis gerade noch erreichbar bleibt.

Sondermodelle gehören zum Autohandel wie "all inclusive" zur Pauschalreise. Mit umfangreicher Ausstattung und günstigen Preisen sollen sie Kunden bestimmte Modellreihen schmackhaft machen. Auch bei Wohnmobilen kommt diese Art der Verkaufsförderung immer mehr in Mode. Bestes Beispiel: die Mondial­-Reihe von Eura. Nach dem Erfolg bei den Profila­-Teilintegrierten hat Eura diese Sonderserie zur Saison 2016 auf zwei weitere Baureihen ausgeweitet, die Teilintegrierten Profila One und den Integrierten Integra Line. So stehen insgesamt sechs Preiswert­-Varianten zur Auswahl. Wir fuhren den Integra Line 655 EB mit Einzelbetten.
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Eine Prise 80er-Jahre-Flair ist inklusive

Nette Runde: Der vordere Bereich des Eura bietet Sitzecke und Hubbett.

Das ist er: Ein Integrierter in der Trendklasse bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht und mit bis zu sieben Meter Länge. Äußeres Merkmal ist die moderne Optik mit gefälliger Front und farblichen Akzenten auf der ansonsten weißen Außenhaut. Ein Hingucker, kein Billigheimer. Dank integrierter Stufen lässt sich das rollende Heim problemlos und ohne extra ausfahrende Einstiegshilfe betreten. Zur Ausstattung gehören eine L-­förmig angeordnete Sitzgruppe vorn, komplettiert durch die drehbaren Fahrerhaussitze. Die hellen Lederimitat­-Bezüge erinnern an Wohnlandschaften der 80er – Geschmacksache.

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Durch das über dem Fahrerhaus angebrachte Hubbett wird der Integra Line zum Vierschläfer. Denn im Heck warten noch zwei Einzelbetten – ein Kennzeichen dieser Sonderserie. Sie sind etwas erhöht angeordnet, um in der unteren Etage eine brauchbare Garage zu ermöglichen. Küchenblock (Dreiflammenherd, Dunstabzug und großer 140­-Liter­-Kühl­schrank mit Eisfach), Kleiderschrank und Waschraum (inklusive Duschkabine mit transparenten Schiebetüren) sind im mittleren Fahrzeugbereich eingebaut.

Selbst bei heftigen Ausweichmanövern bleibt der Eura gutmütig

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So fährt er: Mit seiner Gesamtbreite von 2,32 Metern und einer Gesamtlänge von 6,99 Metern ist der Eura schon ein recht stattlicher Bus. Und so fährt er auch. In der Stadt kann eine Fahrspur sehr eng werden, wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer mal nicht ganz korrekt am Straßenrand parkt oder ein Transporterfahrer beim Abstellen seines Vehikels das Anklappen des linken Außenspiegels vergessen hat. Aber keine Angst – an die Dimensionen des Eura gewöhnt man sich schnell. Zumal sich das Mobil gut rangieren und dank Heckkamera auch gut einparken lässt. Auch an der Fahrsicherheit gibt es nichts auszusetzen. Der große Quader liegt ruhig auf der Straße, reagiert selbst bei heftigen Ausweichmanövern gutmütig. Die Wankbewegungen des Aufbaus halten sich im Rahmen. Bei den Bremstests konnten wir kein Fading feststellen. Der Eura verzögert auch nach mehreren Versuchen zuverlässig.

Lobenswert ist das unproblematisches Fahrverhalten. Die Sicht nach schräg vorne ist für den Fahrer allerdings schlecht.

Der 148-­PS-­Diesel erweist sich einmal mehr als standesgemäße Motorisierung für Dreieinhalbtonner dieses Formats: Er bietet genügend Kraftreserven und verfügt über ein breit nutzbares Drehzahlband. Was Eura-­Fahrer dagegen stören kann, ist die Position hinterm Lenkrad. Mittelgroße Fahrer – der Tester misst 1,80 Meter – sitzen so unglücklich, dass Fensterrahmen und großer Außenspiegel den vorderen Bereich der Seitenfenster nahezu abdecken. So hat man beim Linksabbiegen oder bei Einfahrt in einen Kreisverkehr erhebliche Schwierigkeiten, den Verkehr zu beobachten. Außerdem nervt das Geklapper, Geknister und Geschepper im Mobil. Die mit groben Kunststoffteilen belegte Oberseite der Armaturentafel, Türverkleidungen und Mülleimerdeckel strapazieren auch tolerante Ohren.

Das Sondermodell bringt einen stattlichen Preisvorteil mit

Das hat er: Wie es sich für ein Sondermodell gehört, fährt der Eura Mondial mit umfangreicher Ausstattung vor. Dazu gehören unter anderem elektrisch verstellbare Busspiegel, LED­-Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfer und Abbiegelicht, 16-­Zoll­-Aluräder, Markise, Klimaautomatik, Radio mit Navigation und Rückfahrkamera, Tempomat, Lordosenstütze, Heki, Dunstabzugshaube und Mückengittertür. Das summiert sich laut Hersteller auf einen Preisvorteil von 9760 Euro – die höchste Ersparnis in der Mondial­-Reihe.

Eura Mobil Integra Line im Wohnmobil-Test

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Technische Daten
Motorisierung Fiat Ducato MJet II 2.3
Motor/Bauart/Zylinder/Einbaulage Vierzylinder, Reihe, vorn quer
Hubraum 2287 cm3
kW (PS) bei U/min 109 (148)/3600
Nm bei U/min 350/1500
Höchstgeschwindigkeit 130 km/h
Getriebe Sechsgang manuell
Antrieb Vorderrad
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 225/55 R15 CP
Reifentyp Michelin Agilis Camping
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 90 l/Diesel
Anhängelast gebr./ungebr. 2000/750
Länge/Breite/Höhe 6990/2322/2880 mm
Radstand 4035 mm
Außenmaterial Wand/Heck/Dach/Boden GFK/GFK/GFK
Isoliermaterial Wand/Dach/Boden XPS/Styrofoam/XPS
Wandstärke Wand/Dach/Boden 30/30/38 mm
Fenster 4
Dachhauben 4
Max. Innenhöhe/Innenbreite 1980/2185mm
Bettenmaß Front (L x B) 1440 x 1900 mm
Bettenmaß Mitte (L x B)
Bettenmaß Heck (L x B) 1870 /1940x 785mm
Herd 3 Flammen
Kühlschrank 142/15l
Modell Toilette Thetford C200
Sitzplätze/ mit Dreipunktgurten 4/4
Heizung Gas, Truma, Combi 6, 6 kW
Steckdosen 12/230 V 3/3
Leuchten 13
Aufbaubatterie 80Ah
Frischwassertank 140l
Abwassertank 100l
Gasvorrat 2x11kg
Grundpreis (mit Basismotor) 69.990 Euro
Testwagenpreis 77.560 Euro
Axel Sülwald

Axel Sülwald

Fazit

Für den Eura sprechen das großzügige Platzangebot, die üppige Ausstattung und das sichere Fahrverhalten. Aber klar – an der Detailverarbeitung ist schon zu sehen, dass man nicht in einem 100.000-Euro-Mobil sitzt. Manche Verkleidungen wirken billig, das Klappern stört, und die Zuladung fällt auch nicht gerade üppig aus.

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