Ford Ka (ab 1996)

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Ford Ka (ab 1996)

— 22.07.2003

Die Leiden des jungen Ka

Nach sieben Jahren wirkt der Ford Ka noch immer frisch. Nur unterm Blech sieht er ganz alt aus.

Qualität und Karosserie

Die Redaktion von AUTO BILD ist wie eine große Familie. Grundsätzlich haben sich alle lieb, aber gelegentlich kracht es dann doch. Schließlich machen sehr unterschiedliche Charaktere dieses Blatt. Absolutes Reizthema: der Ford Ka. Die Kölner Knutsch-Kugel wird leidenschaftlich von einer Layouterin bewegt, ein anderer Mitarbeiter schwärmt von der "KAnone" seiner Frau, der kantige Kollege Karl Auto hingegen hält, wie allgemein bekannt sein dürfte, den Ka schlicht für eine "KArre". Immerhin hat sich diese Karre blendend verkauft. Einen Ka in der Nachbarschaft hat jeder – und kann so den optischen Verfall täglich studieren.

Die schwarzen Kunststoff-Stoßfänger sind bestimmt praktisch für alle, die mit dem Einparken so ihre Probleme haben. Das matte Schwarz der ersten Monate tendiert aber spätestens nach einem Sommer mit viel Sonne in Richtung Hellgrau. Fest steht: Schöner wird der Wagen dadurch nicht, und selbst die regelmäßige Verwendung von Kunststoff-Pflegemitteln kann dieses optische Problem nicht aus der Welt schaffen. Doch nackter Kunststoff ist immer noch besser als die lackierten Teile der zahlreichen Sondermodelle.

Eine neuer Lack kann je nach Beschädigung nämlich richtig teuer kommen. Und ein Parkschaden ist mehr Regel als Ausnahme, ein Ka mit unbeschädigten Radzierkappen gilt als Seltenheit. Wer den Ka gründlich untersucht, wird selbst bei drei Jahre jungen Fahrzeugen Rostspuren finden. Besonders betroffen ist das Blech rund um die Scharniere der Heckklappe. Außerdem taucht Schnittkantenrost im Motorraum auf.

Technik und Motor

Der TÜV gibt diesem Ford zwar (noch) positive Rost-Noten, allerdings beurteilt er nur komplette Durchrostungen. Der Kantenrost ist jedoch objektiv beachtlich. Aber kein Wunder, denn der Spar-Stift der Ford-Manager zielte bis in den Unterboden: Hohlraumschutz wurde nur spärlich aufgetragen. Auch wenn sich das Design modern gibt – der Ka gilt als Ford der alten Garde. Mit dem Fiesta teilt er Fahrwerks-Komponenten – und die entsprechenden Sorgen rund um die verschleißfreudige Vorderachse.

Die Wirkungsweise der Lenkung kritisiert der TÜV selten – im Gegensatz zu den Ka-Besitzern. Sie sind sich einig: Finger weg von Fahrzeugen ohne Servo, denn ohne Lenkhilfe steuert sich der Ford wie eine Kuh. Mehr ein Fall für die Weide als für den Straßenverkehr ist die Trommelbremse der Hinterachse, sofern der Wagen nicht regelmäßig gewartet wurde. Die Wirkung blamiert sich am Bremsprüfstand, auch zieht die Feststellbremse alles andere als gleichmäßig.

Rost ist es auch, was den Bremsscheiben an der Vorderachse zu schaffen macht. Obwohl der kleine Wagen überwiegend im bremsenden Stadtverkehr bewegt wird, setzt hier rasch Gammel an. Beim Austausch sind dann auch die Klötze fällig – macht etwa 150 Euro. Dass ein Auspuff aus Blech ist und daher nicht ewig hält, ist bekannt. Dass so ein Auspuff aber bei einigen Leserfahrzeugen bereits nach 30 Monaten austauschreif ist, verdient Beachtung. Besser eine billige Nachbau-Anlage einbauen, die kann gar nicht schlechter sein als das Originalteil.

Die Motor-Wahl ist rasch abgehandelt: Der 60-PS-Benziner muss es sein, Diesel gibt es nicht, den 50-PS-Motor muss man nicht kennen. Bevorzugtes Baujahr: so jung wie möglich. Und wer persönlich beim Ford-Verkäufer vorstellig wird, staunt nicht schlecht über die günstigen Neuwagenangebote. Kommt zum Tiefstpreis auch noch eine gute Finanzierung, spricht nichts für den Gebrauchten.Wer 36 Monate least, spart neben dem TÜV-Termin viel Ärger und den Stress mit dem Wiederverkauf.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 11/96 Der kleinste Ford startet mit 50 und 60 PS. Erstes Sondermodell: First Edition mit Klimaanlage 3/97 Sondermodell Kool mit Leichtmetallrädern und Klima 5/97 Sondermodell Edition Pro 7: ABS, zwei Airbags, elektrische Fensterheber, Ledersitze 8/97 Sondermodell Edition Lufthansa: ABS, elektrische Fensterheber, Ledersitze im Lufthansa-Design (grau) 3/99 Sondermodell D2-CallYa mit Leder, Klima und D2-CallYa-Paket 5/03 Streetcar-Start – der Ka wird zum Roadster mit 95 PS

Schwachstellen • Rost macht dem Ka schon nach wenigen Monaten zu schaffen. Auspuff, Bremsscheiben und Blechschnittkanten gammeln nahezu im Zeitraffer • die Verarbeitung nervt mit beständigem Scheppern, vor allem Kabel wurden nicht sehr sorgfältig verlegt und schlagen gegen den Cockpit-Kunststoff • Reparaturen an der Vorderachse belasten das Budget häufig bereits nach drei Monaten • Motor-Überhitzungen können bei längeren Vollgas-Fahrten passieren, sie machen sich durch einen starken Leistungsabfall bemerkbar • lästig ist die launenhafte Zentralverriegelung • nicht besonders hart im Nehmen sind die Radlager. Defekte machen sich lautstark bemerkbar

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Ford Ka 1.3, 44 kW/60 PS, Baujahr 96. Nichts hält ewig, doch ein Austausch kommt billig. Original-Ersatzteile sind preisgünstig, und die Ford-Arbeitszeit scheint uns sehr knapp kalkuliert.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Bereits bei der ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren notieren unsere Prüfer häufig Schäden an der Vorderachse, wesentlich robuster ist die Hinterachse. Die Wirkung der Fußbremse sowie der Feststellbremse sorgten schon oft für einen negativen Mängel-Eintrag im Prüf-Protokoll, ebenso die rasch rostende Abgasanlage. Seine Stärken zeigt der Ka im Beleuchtungskapitel, hier sind alle Noten stets im grünen Bereich." Werner Lyrmann, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Ford Ka 1.3 (44 kW/60 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 130 Euro im Jahr/Euro 4 Testverbrauch: Werksangabe 6,3 Liter, gemessen 6,6 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (14/504 Euro SB): 577 Euro. Teilkasko (17/151 Euro SB): 92 Euro. Haftpflicht (13): 743 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 150 bis 250 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 45 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 800 Euro Verlust

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