Ford Ka/Fiat 500/Peugeot 107: Vergleich — 10.12.2010
Sind zwei Zylinder genug?
Weniger soll neuerdings mehr sein. Fiat treibt die moderne Motoren-Diät auf die Spitze, der neueste Motor hat nur noch zwei Zylinder. Kann der 500 TwinAir die Drei- und Vierzylinder in Peugeot 107 und Ford Ka übertrumpfen?
Überblick: Alle News und Tests zum Fiat 500
Die drei Kleinen unterscheiden sich nicht nur beim Motor, sondern vor allem beim (Basis-)Preis-Leistungs-Verhältnis. Fiat verlangt stolze 12.900 Euro, bietet immerhin elektrische Fensterheber vorn, CD-Radio und eine geradezu üppige Airbag-Versorgung. Selbst im Fahrer-Knieraum entfaltet sich im Crash-Fall ein Luftsack. Macht sieben aufblasbare Nothelfer – Respekt! Dazu will gar nicht passen, dass ESP in der Grundausstattung fehlt. Der Schleuderschutz kostet bei Fiat für alle Ausstattungslinien 350 Euro Aufpreis. Bei Peugeot gibt es ESP ab Werk, und das schon in der schlichten Variante Petit Filou für nur 9990 Euro. Rechnet man jedoch Selbstverständliches wie CD-Radio oder elektrische Fensterheber hinzu, steigt der Preis um 900 Euro. Auch der Ka entpuppt sich als kleine Mogelpackung. Seine 9650 Euro Grundpreis klingen zunächst einmal gut, doch dafür fällt die Ausstattung recht mager aus. Von Radio und sonstigem Luxus ist ohnehin nichts zu sehen, außerdem geizt Ford mit Airbags (nur zwei ab Werk) und Elektronik. Selbst Seitenairbags kosten 230 Euro, ESP und Kopfairbags weitere 850 Euro.
Überblick: Alle News und Tests zum Peugeot 107
Zwei Zylinder – das klingt nach schwerem Verzicht. Doch von einem halbierten Motor kann keine Rede sein. Der 85 PS starke TwinAir-Zweizylinder des 500 zieht durch wie ein Großer. Dank Turbo-Puste schafft das kleine Aggregat satte 145 Nm, die bei relativ entspannten 1900 Touren anliegen. Das fühlt sich fast an wie bei einem kleinen Diesel – inklusive der lästigen Atempause beim Anfahren. Dennoch: Der 500 braucht keine flirrenden Drehzahlen, keinen langen Anlauf, um sich emsig ins Zeug zu legen. In der Mitte des Drehzahlbands passt’s genau. Vibrationen halten sich dabei in Grenzen. Nur das Arbeitsgeräusch der Maschine befremdet. Untenherum knurrt der Fiat wie ein frecher Dackel, bei höheren Touren knarrt er wie ein defekter Mixer. Das Ganze auf einem jederzeit kräftigen Lautstärke-Pegel. Es fällt aber leicht, das sonore Spektakel zu ignorieren. Weil der Verbrauch stimmt. Mehr als fünf Liter im Schnitt hat sich der kleine Italiener auf unserer Testrunde nicht genehmigt.Dabei helfen ihm Start-Stopp-Automatik (arbeitet unauffällig) und die neue MultiAir-Ventilsteuerung ohne Einlassnockenwelle (noch unauffälliger). Per Knopfdruck lässt sich der Eco-Modus zuschalten, dann hat der 500 nur noch 100 Nm, fährt so mit deutlich gebremstem Schaum. Immerhin brachte die Sparstellung auf unserer Testrunde nochmals 0,3 Liter weniger. Der Vierzylinder im Ford hat gegen so viel Spar-Schläue schlechte Karten: Der Ka schluckt 1,2 Liter mehr. Peugeots Dreizylinder kommt dank der Sparreifen auf 4,8 Liter. Wäre im Fiat doch alles so intelligent gemacht wie sein Motor. Er hätte in diesem Vergleich die wohl besten Karten. Aber so punkten hier die alltagsfreundlicheren Autos von Ford und Peugeot. Der Franzose bietet mehr Raum, Fahrer und Passagiere fühlen sich auf allen Plätzen besser aufgehoben, halten es auf den straff gepolsterten Sitzen mit hohen Lehnen länger aus. Überhaupt können im 107 sogar Erwachsene hinten passabel sitzen. Im Fiat müssen sie sich dagegen zusammenfalten, den Kopf einziehen und beim Ein- und Aussteigen turnen können.
Überblick: Alle News und Tests zum Ford Ka
Der Ford kneift hinten zwar ebenfalls, dafür tut er dem Fahrer gut. Soll heißen: Es macht einfach Spaß, wie der Kleine in die Ecken sticht. Die Lenkung reagiert direkter, in der Mittelposition lässt sich so etwas wie eine Geradeausstellung der Vorderräder erfühlen. Der Vierzylinder hängt spritzig am Gas, die Bremsen packen ordentlich, der Schalthebel rutscht leichtgängig und exakt in die Gangpositionen. Und trotz strammer Abstimmung der Stoßdämpfer rollt der Ford geschmeidiger über kaputte Straßen als der störrisch federnde Fiat. Immerhin verwöhnt der Italiener mit seinem Komfort etwas mehr als der Peugeot – dessen Fahrwerk reagiert auf sämtliche Unebenheiten noch spröder. Dafür antwortet der Dreizylinder im 107 flotter auf den Gasfuß. Der Motor, an sich bestimmt kein Durchzugswunder, dreht im Vergleich ungehemmter und rumort im Teillastbereich dezenter als der Zweizylinder im Fiat. Dass sich Peugeot-Fahrer nicht wohler fühlen, liegt am kargen Charakter des 107. Reichlich und mäßig verarbeitetes Plastik innen, die ärmliche Heizungs-Bedienung und die ständige Begleitung von Roll- und Windgeräuschen lassen den 107 eine Klasse billiger wirken als Fiat und Ford. Dem originell motorisierten Fiat nützt das aber auch nichts. Am Ende überholt ihn der Ka, dabei hat der "nur" einen Vierzylinder. Weniger ist doch nicht mehr.
| Fahrzeugdaten | Fiat | Ford | Peugeot |
|---|---|---|---|
| Motor | Zweizylinder, Turbo, vorn quer | Vierzylinder, vorn quer | Dreizylinder, vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/1 | 2 pro Zylinder/1 | 4 pro Zylinder/2 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Zahnriemen | Kette |
| Hubraum | 875 cm³ | 1242 cm³ | 998 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 63 (85)/5500 | 51 (69)/5500 | 50 (68)/6000 |
| Nm bei 1/min | 145/1900 | 102/3000 | 93/3600 |
| Vmax | 173 km/h | 159 km/h | 157 km/h |
| Getriebe | Fünfgang manuell | Fünfgang manuell | Fünfgang manuell |
| Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Trommel | Scheiben/Trommel | Scheiben/Trommel |
| Testwagenbereifung | 185/55 R 15 H | 195/50 R 15 H | 155/65 R 14 T |
| Radgröße | 5,5 x 15'' | 6 x 15'' | 4,5 x 14'' |
| Abgas CO2 | 92 g/km | 115 g/km | 103 g/km |
| Verbrauch* | 4,6/3,6/4,0 l | 5,8/4,4/4,9 l | 5,4/4,0/4,5 l |
| Tankinhalt | 35 l/Super | 35 l/Super | 35 l/Super |
| Vorbeifahrgeräusch | 73 dB (A) | 72 dB (A) | 70 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 800/400 kg | keine | keine |
| Kofferraum | 185–610 l | 224–710 l | 130–751 l |
| Preis (wird bewertet) | 13.750 Euro** | 12.710 Euro*** | 10.540 Euro |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km; **inklusive ESP für 350 Euro und 15-Zoll-Bereifung für 500 Euro; ***inklusive ESP für 360 Euro | |||
| Messwerte | Fiat | Ford | Peugeot |
|---|---|---|---|
| Beschleunigung | |||
| 0–50 km/h | 3,8 s | 4,1 s | 4,3 s |
| 0–100 km/h | 11,5 s | 13,2 s | 13,5 s |
| 0–130 km/h | 20,3 s | 24,0 s | 23,2 s |
| Elastizität | |||
| 60–100 km/h | 9,3 s (4. Gang) | 14,1 s (4. Gang) | 13,9 s (4. Gang) |
| 80–120 km/h | 14,2 s (5. Gang) | 23,5 s (5. Gang) | 21,0 s (5. Gang) |
| Leergewicht/Zuladung | 1056/314 kg | 1006/314 kg | 860/320 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 64/36 % | 63/37 % | 61/39 % |
| Wendekreis links/rechts | 10,0/9,9 m | 9,3/9,1 m | 10,1/9,9 m |
| Bremsweg | |||
| aus 100 km/h kalt | 38,7 m | 37,1 m | 38,8 m |
| aus 100 km/h warm | 38,3 m | 37,8 m | 38,9 m |
| Innengeräusch | |||
| bei 50 km/h | 60 dB (A) | 64 dB (A) | 59 dB (A) |
| bei 100 km/h | 70 dB (A) | 71 dB (A) | 69 dB (A) |
| bei 130 km/h | 76 dB (A) | 74 dB (A) | 74 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 5,0 l S – 119 g/km | 5,9 l S – 139 g/km | 4,8 l S – 115 g/km |
| Reichweite | 690 km | 590 km | 720 km |
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Für den Preis des Fiat 500 bekomme ich einen Kia Rio Turbodiesel mit sieben Jahren Garantie. Und ein Turbodiesel fährt sich schon allein wegen Drehmomenthöhe und -verlauf wesentlich angenehmer. Oder einen Kia Rio Benziner mit 84 PS und sieben Jahren Garantie und 4.000 € auf dem Bankkonto mit jährlich 180,00 € Zinsen. Das bessere, hochwertigere, größere und schönere Auto inclusive!!! Der Blechschüsselnachbau im Retrolook ist einfach nur für Melancholiker und Vergangenheitsbewältiger geschaffen. Der Zweizylindermotor wird bei Ausnutzen der Leistungsreserven schnell zum Schluckspecht!
Als gebürtiger Engländer wünschte ich, dass sich Leute, für die Englisch ganz offentsichtlich nicht die Muttersprache ist, nicht die Blösse geben würden, zu versuchen, Kommentare auf Englisch zu schreiben - echt grausam!
Im übrigen, nach Durchforsten des Artikels weiss ich immer noch nicht, ob es sich beim Fiat 2-Zylinder um einen Reihenmotor, einen V-Motor oder einen Boxer handelt - sehr wichtig für Vibrationsverhalten und Laufruhe!
Als gebürtiger Engländer wünschte ich, dass sich Leute, für die Englisch ganz offentsichtlich nicht die Muttersprache ist, nicht die Blösse geben würden, zu versuchen, Kommentare auf Englisch zu schreiben - echt grausam!
Im übrigen, nach Durchforsten des Artikels weiss ich immer noch nicht, ob es sich beim Fiat 2-Zylinder um einen Reihenmotor, einen V-Motor oder einen Boxer handelt - sehr wichtig für Vibrationsverhalten und Laufruhe!
also ehrlich: wenn am Fiat ein VW-Emblem kleben würde, wäre er mit doppelter Punktzahl Testsieger geworden. Dann hätten Sicherheit und Verbrauch, Fahrleistung und Charme einen anderen Stellewert erhalten.
ich habe letzte Woche einen 500C bestellt ... nachdem ich Smart, Ford Ka und Mini bei einer Probefahrt getestet habe.
Ja, der 500er ist der teuerste und kostet auch mal mehr als 20.000 ... aber wenn nach dem Preis ginge, wären unsere Strassen voller Daihatsu ;)
Im ganzen Bericht kein Wort darüber, dass der Fiat und der Ford auf einem Band in Polen gefertigt werden und sich nur das Blech unterscheidet. Auch der exakt gleiche Radstand scheint Ihre Tester nicht zu wundern. Des weiteren ist der Ford-Motor von Fiat (z.B. im 500, Panda). Wollen Sie Ihre Leser nicht mit diesen Informationen überfordern oder sind Ihre Journalisten mit den Verkupplungen der Fahrzeugkonzerne überfordert? Danke an Ford für das typisch verfeinerte Ford-Fahrwerk und an Fiat für die breite Motorenpalette. Vielleicht verirrt sich ja in Polen auch mal dieser 2-Zylinder in einen Ka.