Mercedes

Formel 1: FRIC-Show der FIA

— 10.07.2014

Mercedes soll eingebremst werden

Schon ab dem Deutschland GP will die FIA das Aufhängungssytem FRIC verbieten - diese Maßnahme könnte vor allem Mercedes hart treffen.

Will die Automobilbehörde FIA die überlegenen 'Silberpfeile' einbremsen und die Formel 1 künstlich spannender machen? Der Verdacht liegt nahe. Grund: Ab dem Großen Preis von Deutschland soll das Aufhängungssytems FRIC (front and rear interconnected) verboten werden. Das hydraulische Ausgleichsystem verbindet alle vier Radaufhängungen miteinander und hält die Aerodynamik so immer in der Balance. Das System, das die Pirelli-Reifen zudem optimal auf Betriebstemperatur bringt, soll im Mercedes am besten wirken. Grund: Dort setzt man es schon seit mehreren Jahren ein.

Wird Mercedes geschwächt?

Viel Arbeit für die Mechaniker: Die Teams müssen bis Hockenheim umbauen

Ein Verbot könne den Silberpfeil um bis zu fünf Zehntelsekunden pro Runde langsamer machen, vermutet man bei der Konkurrenz. Mercedes-F1-Boss Niki Lauda sieht das allerdings nicht so. Lauda zu AUTO BILD MOTORSPORT: „Ich glaube nicht, dass unser Vorsprung damit schmilzt. Trotzdem muss man sich natürlich fragen, warum ein System, das zweieinhalb Jahre legal war, plötzlich verboten werden soll?“ AUTO BILD MOTORSPORT kennt die Antwort: McLaren und Ferrari haben sich für ein Verbot des Systems stark gemacht. FIA-Rennleiter Charlie Whiting hat deshalb schon einen Brief an die Teams geschrieben: Darin heißt es: „Wir sind der Ansicht, dass die Legalität dieser Lösungen in Frage gestellt werden muss.“

Disqualifikation droht

FRIC könne je nach Auslegung des Reglements als Bruch von Artikel 3.15 eingestuft werden, in dem es um aerodynamische Hilfsmittel geht. Whiting weiter: „Da solche Systeme seit längerer Zeit in Gebrauch sind, neigen wir dazu, sie bis Ende der Saison zu dulden. Allerdings brauchen wir dazu die Zustimmung aller Teams. Sollte dies nicht geschehen, sehen wir uns gezwungen, einen Rapport an die Rennkommissare der folgenden Veranstaltung einzureichen.“ Durch das Veto von McLaren und Ferrari müssen jetzt alle das System ausbauen, sonst droht in Hockenheim sogar die Disqualifikation.

Marko ohne Mitleid

Die Motive von McLaren und Ferrari liegen auf der Hand. McLaren-Chef Ron Dennis ist die Überlegenheit des Ex-Partners Mercedes ein Dorn im Auge. Ferrari war schlicht und einfach nicht fähig ein System zu entwickeln, das funktioniert. Also will man die Silberpfeile auf diesem Wege schwächen. Bei Red Bull hält sich das Mitleid für Mercedes in Grenzen. „Wir haben in den vergangenen Jahren auch oft etwas umbauen müssen, das vorher als legal erklärt worden ist“, sagt Motorsport-Chef Helmut Marko zu AUTO BILD MOTORSPORT. Der Grazer weiter: „Auch wir müssen das System jetzt ausbauen. Aber unsere Nachteile sind vielleicht nicht so groß wie bei anderen.“

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Getty Images

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