Formel 1

Formel 1: Verkauf an Liberty Media

— 08.09.2016

Teams sollen 20 Prozent bekommen

Der Formel-1-Verkauf und seine Folgen: AUTO BILD MOTORSPORT nennt weitere Hintergründe und verrät exklusive Details zum Liberty-Media-Deal.

Nach der offiziellen Pressemitteilung von Liberty Media zum Kauf der Formel-1-Vermarktungsrechte erfuhr AUTO BILD MOTORSPORT pikante Details zum Verkauf, die noch nicht veröffentlicht wurden.

Bernie Ecclestone bleibt auch weiterhin F1-Zampano

Fakt ist zunächst: Nachdem sie 100 Prozent der Formel-1-Dachgesellschaft Delta Topco vom bisherigen Besitzer CVC erworben haben, will Liberty Media der Firma einen neuen Namen geben: Die neue Formula One Group unter Führung von Vorstandschef Chasey Carey (USA) wird dann das alleinige Sagen über die Königsklasse des Motorsports haben.

Bernie Ecclestone soll noch drei Jahre übergangsweise im Amt bleiben. Langfristig hat die Formula One Group aber das Ziel, dass sich die Teams an der Holding beteiligen.

Der Verkauf der Formel 1 an Liberty Media ist durch

ABMS erfuhr: 20 Prozent will Liberty an die Teams verkaufen. Mercedes soll bereit sein, zehn Prozent zu übernehmen. Und: Mercedes-Vorstand Dieter Zetsches Wunsch ist es, dass Renault und Ferrari die übrigen zehn Prozent übernehmen. Bald soll es deshalb ein Treffen zwischen Zetsche, Renault-Chef Carlos Ghosn und Ferrari-Präsident Sergio Marchionne geben.

Red Bull zögert noch. "Wir müssen erst über das Preis-Leistungs-Verhältnis nachdenken. Wenn es zu teuer wird, ohne dass man etwas zu sagen hat, würde ein Engagement keinen Sinn machen", heißt es es aus Konzernkreisen in Fuschl.

Weitere Fragen und Antworten zum Mega-Deal

Was genau wurde verkauft?

Zunächst hat Liberty Media 18,7 Prozent der Anteile von Mehrheitseigner CVC gekauft. In einem weiteren Schritt sollen alle 35,3 Prozent erworben werden. Damit hat Liberty Media 100 Prozent Kontrolle an der Formel-1-Holding Delta Topco, die dann in Formula One Group umbenannt wird. Auch andere Anteilseigner verkaufen Teile ihrer Aktien. Ecclestone Anteile sinken so auf 2,1 Prozent. Anfang 2017 soll die Übernahme komplett sein.

Kann der Deal noch platzen?

Ja. Die EU-Kommission muss ihn kartellrechtlich noch abnicken. Auch der Automobilweltverband FIA muss noch zustimmen. Er selbst hält ein Prozent der Anteile. Auch das könnte zum Problem werden. Denn sollte auch die FIA jetzt oder später beim möglichen Börsengang ebenfalls Anteile mit Gewinn verkaufen, könnte eine Zustimmung des jetzigen Besitzerwechsels als Interessenskonflikt gewertet werden. 

Wie mächtig bleibt Bernie Ecclestone?

Ecclestone bleibt Geschäftsführer, bekommt als Vorstandsvorsitzenden aber Chase Carey vor die Nase gesetzt. Der 62-jährige Carey ist ein TV-Direktor im Liberty-Konzern und wird sich aktiv in die Formel-1-Politik einmischen. Ecclestone dürfte das nicht gefallen, zumal er bislang als Alleinherrscher fungieren konnte. Liberty Media-Gründer John Malone wird nur im Vorstand der Formel 1-Holding sitzen – und als Eigentümer trotzdem bestimmen können.

Was wird sich ändern?

Liberty Media wird die Haupteinnahmequelle wahrscheinlich auf die Bewegtbild-Rechte verlagern. Die Verträge von Sky und RTL laufen im kommenden Jahr aus. Gut möglich, dass Eurosport dann die Formel 1 überträgt, denn der Sportsender gehört zum Konzern von John Malone. Außerdem ist zu hören, dass Bewegtbild auch direkt auf dem Smartphone zu kaufen sein soll. Von den Mehreinnahmen profitieren die Veranstalter und so auch Fans. Denn: Ticketpreise werden sinken. Der Kernmarkt Europa wird gestärkt. 

Was ändert sich an Regeln und der Technik?

Zunächst gar nichts. Die Regeln machen FIA und Teams. Zumindest solange, wie das aktuelle Concorde Agreement gilt (bis 2020). Auch die Verteilung der Einnahmen wird zunächst nicht angegriffen, sollte die Europäische Kommission nicht doch noch eine Wettbewerbsverzerrung in der Königsklasse feststellen. Eine entsprechende Beschwerde haben Sauber und Force India bereits eingereicht.

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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