Gebrauchtwagen-Check Toyota Corolla (seit 2001)

Gebrauchtwagen-Check Toyota Corolla Gebrauchtwagen-Check Toyota Corolla

Gebrauchtwagen-Check Toyota Corolla (E12)

— 27.02.2006

Der läuft wie ein Uhrwerk

Zuverlässig ist er, denn er läuft und läuft und läuft. Doch auch ein Toyota Corolla ist nicht frei von Mängeln. Allerdings sind diese selten.

Karosserie und Technik

Was ist stärker? Die Schadenfreude, weil deutsche Premiummarken in der Zuverlässigkeit hinten liegen? Oder Bewunderung für fernöstliche Ingenieure, deren Fahrzeuge anscheinend nie versagen? Seit Jahrzehnten ganz oben in der Zuverlässigkeits-Statistik: der Toyota Corolla. Auch die in den letzten Tagen des Jahres 2001 eingeführte Baureihe mit dem internen Kürzel E12 macht da keine Ausnahme.

Allerdings ist auch bei Toyota zu beobachten, daß mit der zunehmend komplexeren Technik die Fehleranzahl und -häufigkeit zunimmt. Bestes Beispiel dafür ist der moderne Diesel im Corolla. Seine Common-Rail-Einspritzung kann, genau wie bei seinen europäischen Konkurrenten, undicht werden, an den Hochdruckleitungen tritt dann Diesel aus. Äußerst selten, aber auch bei Toyota nicht unmöglich, sind Schäden an der Hochdruckpumpe.

Die Kupplung hingegen leidet eher unter Bedienungsfehlern. Bei den Dieseln heizt das kräftige Drehmoment bei langem Schleifenlassen der Kupplungsscheibe ein, beim 1,4-Liter-Benziner sind es die hohen Drehzahlen. Die sind bei dem hubraumschwachem Modell aber zum zügigen Anfahren unentbehrlich, um den Verkehr nicht aufzuhalten.

Motor und Antrieb

Zurück zum Diesel: Gelegentlich kommt es zu defekten Ventilen der Abgasrückführung, was zu ruckeligem Leerlauf oder sogar Stehenbleiben des Motors führt. Und bei höheren Laufleistungen steigt der Ölverbrauch kräftig an, wobei hier neben Verschleiß an Kolben und Zylindern auch der Turbolader als Ursache in Frage kommt. Durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen hingegen sind oft Folgeschäden von Kühlwasserverlust.

Auch der Motorraum des Corolla gehört zu den bevorzugten Tummelplätzen von Mardern. Absoluten Seltenheitswert haben hingegen Störungen am Fahrwerk. Die Aufhängungen der vorderen Querlenker sowie der Hinterachse gehören zur ganz stabilen Sorte, sind damit allerdings auch für das etwas rumpelige Abrollen des Corolla verantwortlich. Die seltenen Schäden im Promillebereich betreffen allenfalls die Traggelenke, wogegen von den Spurstangen bisher keinerlei Verschleiß bekanntgeworden ist.

Mit Sorge beobachten wir allenfalls die Schadenentwicklung bei den Bremsen: Bereits bei der ersten Hauptuntersuchung drei Jahre nach Erstzulassung leiden drei von tausend Corolla unter ungenügender Bremswirkung an der Vorderachse. Hört sich nach wenig an, liegt aber 50 Prozent über dem Durchschnitt aller Fahrzeuge. Ähnlich liegen die Zahlen bei der Handbremse, sie wirkt in elf von tausend Corolla ungleichmäßig – Ursache ist meist Bremsbelagabrieb in den Trommelbremsen. Kaum eine Rolle bei TÜV und Co spielt hingegen Ölverlust am Antrieb, hier zeigen die Japaner den Deutschen mal wieder, wie's gemacht wird. Und dafür haben sie unsere geheime Bewunderung.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte:12/01 Einführung der aktuellen Baureihe als Ablösung des seit 1997 gebauten E11. ABS und vier Airbags Serie, zwei Diesel mit 90 und 110 PS, drei Benziner mit 97, 110 und 192 PS. Schrägheck mit drei oder fünf Türen, viertüriges Stufenheckmodell und fünftüriger Kombi. Minivan Verso wird weitergebaut • 5/03 Kopfairbags und Sidebags hinten, 116-PS-Diesel löst 110-PS-Typ ab, erfüllt Euro 4 • 4/04 Corolla Verso neu. 110- oder 129-PS-Benziner, 116-PS-Diesel • 2/05 Corolla 1.8 VVTL-I Compressor, 224 PS.

Schwachstellen: • Die Batterie ist häufigster Auslöser der seltenen Startprobleme, wird vermutlich wegen der hohen Zuverlässigkeit vernachlässigt. • Die Bremsanlage macht bei scharfer Fahrweise einen überforderten Eindruck, gelegentlich übermäßig rostende Bremsscheiben und verschmutzte Trommelbremsen. • Die Auspuffanlage hält nicht ewig, der Nachschalldämpfer der Benzinmodelle überlebt meist gerade so die Dreijahresgarantie. • Die Verarbeitungsqualität ist gut, allerdings sind im AUTO BILD-Kummerkasten auch Probleme mit Teppich, Sitzen und Lackierung verzeichnet. • Die Elektronik funktioniert in der Regel problemlos, uns ist nur eine kleine Anzahl ESP-Ausfälle wegen defekter Steuergeräte bekannt.

Reparaturkosten: Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Toyota Corolla 1.6 Sol, 81 kW/110 PS, Baujahr 2003. Lichtmaschine und Anlasser läßt sich Toyota in Gold aufwiegen, auch Blechteile gehen ins Geld. Günstig und schnell montiert ist nur der – kurzlebige – Auspuff.

Fazit und Modellempfehlung



Fazit von Siegfried Rother, Gutacher TÜV Süd: "Auch der Toyota Corolla der aktuellen Generation gehört zu den Autos, mit denen man unbesorgt zur Hauptuntersuchung erscheinen kann. Denn 83,8 Prozent meistern die HU ohne Beanstandung, und nur 3,5 Prozent müssen wegen erheblicher Mängel noch mal wiederkommen. Am häufigsten treten Fehler an der Beleuchung auf. Statistisch betrachtet bilden aber Fuß- und Handbremse die beiden Mängelschwerpunkte des Corolla."

Modellempfehlung: Toyota Corolla 1.6 Sol (81 kW/110 PS)Steuer/Schadstoffklasse: 108 Euro im Jahr/Euro 4 • Testverbrauch: 8,9 Liter. Werksangabe: 7,0 Liter (Super) • Versicherung: Vollkasko (17/500 Euro SB): 624 Euro. Teilkasko (15/150 Euro SB): 126 Euro. Haftpflicht (15): 704 Euro (Basis: Ontos-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) • Inspektion: 15.000 Kilometer. Kosten: etwa 150 bis 400 Euro • Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 35 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 800 Euro Verlust.

Autor: Hendrik Dieckmann

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