Gebrauchtwagen Fiat Panda 4x4 II (ab 2004)
Die kleine Bergziege

Der ultrakompakte Fiat ist sehr zuverlässig und hält verblüffend lange durch. Dennoch gibt es Problemzonen, auf die man achten sollte. Etwa auf defekte Stoßdämpfer, Korrosionsprobleme, Ölverlust und rostanfällige Auspuffanlagen.
- Martin Braun
Ein mutiges Minimalauto ist der aktuelle und seit 2003 angebotene Panda nicht mehr. Er bietet erheblich mehr Komfort und Sicherheit als der Ur-Panda, der von Stardesigner Giorgio Giugiaro gezeichnet und von 1983 an unglaubliche 20 Jahre lang als rustikale Allradversion verkauft wurde. Während der Ur-Panda 4x4 noch mit rostendem Dünnblech, ABS-losen Bremsen und schlicht zuschaltbarem Hinterradantrieb schwere Zugeständnisse bei Sicherheit und Komfort verlangte, fühlt man sich im im polnischen Fiat-Werk Tichy produzierten Panda II (intern Tipo 169) auch im heutigen Verkehr gut aufgehoben. Das liegt auch am erstaunlichen Raumangebot auf nur 3,58 Meter Länge. Selbst auf der Rücksitzbank nehmen Erwachsene Platz, ohne zu murren; der Gepäckraum fällt dann allerdings mit nur 200 Liter Fassungsvermögen klein aus.

Bild: Christian Bittmann
Die Vorderachse bereitet auffällig häufig Probleme

Bild: Christian Bittmann
Unterm Strich sind die Panda- 4x4-Besitzer recht zufrieden. In erster Linie kritisieren sie das hohe Geräuschniveau und den kleinen Gepäckraum, beim 1,2-Liter-Benziner auch die geringe Durchzugskraft. Die Fiat-Werkstätten erhalten sehr gute Noten. Neun von zehn Panda-Besitzern sind zufrieden, auch mit dem durchschnittlichen Inspektionspreis von 380 Euro. Insofern verwundert auch die hohe Wiederkaufquote nicht. Panda-4x4-Fahrer haben zuvor die unterschiedlichsten Allradfahrzeuge besessen. Von entnervten Land-Rover-Fahrern bis zu Umsteigern aus VW Golf 4Motion ist alles dabei. Und immerhin 56 Prozent wollen auch beim nächsten Kauf wieder einen Allrad-Panda nehmen. Unter den Vorderachs-Geplagten gibt es aber Umsteigwillige: auf Toyota Urban Cruiser oder Skoda Yeti.
Auch als Benziner zu haben: der Allrad-Panda ohne Cross
Den Unterschied zum oben gezeigten Panda Cross machen die Reifen in 185/65 R 14 statt 175/65 R 15 aus, zudem die anderen Leuchten und Stoßfänger. Die Differenz bei der Geländetauglichkeit ist jedoch nicht groß, da die Bodenfreiheit nur minimal geringer ist. Der normale Panda 4x4 ist erheblich billiger, oft aber auch mit weniger Extras bestückt.
Praxistipp: Panda 4x4 prüfen
• Wegen des übermäßigen Verschleißes an der Vorderachse sollte man einen Panda nur mit frischer HU-Plakette kaufen. Denn damit ist eine Prüfung der Vorderachse verbunden.
• Für die vorderen Bremsen gilt das Gleiche: Bei der Hauptuntersuchung fällt die häufig zu schwache Wirkung auf, gerade bei Panda, die wenig gefahren werden.
• Für die vorderen Bremsen gilt das Gleiche: Bei der Hauptuntersuchung fällt die häufig zu schwache Wirkung auf, gerade bei Panda, die wenig gefahren werden.
Die Konkurrenten
Wer einen Diesel will, hat kaum Alternativen zum Allrad-Panda. Beim Benziner schon: Ein Suzuki Ignis 1.3 (94 PS) wird immerhin zehn Prozent billiger gehandelt als ein entsprechender Panda 4x4 1.2 mit nur 60 PS. Ähnlich schmal wie der Fiat, aber länger und geräumiger ist der Daihatsu Terios I bis 2006: Er ist allerdings zehn Prozent teurer als der Fiat.
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