Gefährliche Ersatzteile

Gefährliche Ersatzteile Gefährliche Ersatzteile

Gefährliche Ersatzteile

— 07.10.2003

Vorsicht, Fälschung!

Rund zehn Milliarden Euro beträgt der Umsatz auf dem deutschen Ersatzteilemarkt. Klar, dass hier auch schwarze Schafe mitmischen. Wir zeigen, wie sie sich schützen.

Fälscherbanden contra Fahrsicherheit

Rums! Volle Lotte auf den Vordermann. Bremswirkung gleich null... Dabei kann das eigentlich nicht sein. Schließlich hat der Wagen neue Bremsbeläge bekommen. Erst nach einer Untersuchung des Autos kommt die Wahrheit ans Licht: Die Reparatur wurde mit gefälschten Bremsbelägen ausgeführt. So genannten Piratenteilen. Und die sind ein Problem, auch wenn keine genauen Zahlen vorliegen, wie viele der gefälschten Teile in Umlauf sind.

Fest steht nur: Es tauchen immer wieder welche auf. Denn das Geschäft lohnt sich. Gerade Bastler mit ausgeprägtem Sparsinn kann es erwischen. Denn wer sich über unbekannte Internet-Adressen oder andere dubiose Quellen mit Ersatzteilen zu Kampfpreisen versorgt, läuft Gefahr, an solch minderwertige Teile zu gelangen. Dabei werden von den in Osteuropa oder Asien sitzenden Fälscherbanden meist Verschleißteile kopiert. Und die sind für die Fahrsicherheit wichtig.

Verbaut in Bremsen, Fahrwerk oder Motor, unterliegen unterliegen sie als Original einem hohen Qualitätsstandard, um Sicherheit und Funktion zu gewährleisten. Wird auf eine Fälschung mit minderer Qualität zurückgegriffen, kommt es häufig zu Ausfällen: Motorschäden oder schlimmer Bremsenversagen oder gar Fahrwerksbruch.

Sparen und schrauben ohne Risiko

Problem: Erkennen lassen sich Plagiate häufig erst, wenn es zum Schaden gekommen ist. Dabei ist Geld sparen vor allem beim Teilekauf für ältere Autos über drei Jahre ohne Sicherheitseinbußen möglich: Der Zubehörhandel bietet so genannte Ident- oder Nachbauteile an. Diese Ersatzteile sind in der Qualität mit Originalteilen vergleichbar, aber preiswerter. Wird für die Reparatur eine freie Werkstatt aufgesucht, ist weiteres Sparpotential drin. Sparen kann auch, wer reparieren lässt. Das lohnt oft bei teuren Anbauteilen wie Turbolader oder Einspritzpumpe.

Ärgerlich wird es, wenn die Reparaturkosten den Zeitwert eines alten Autos übersteigen. Zum Beispiel nach einem Unfall oder wenn Lichtmaschine und Anlasser ausgetauscht werden. Zauberwort hier: zeitwertgerechte Reparatur. Mit gebrauchten Teilen vom Autoverwerter, auf die es mittlerweile ein oder zwei Jahre Gewährleistung gibt.

Sicherheitsrelevante Teile wie Reifen oder Bremsen sind natürlich tabu. Preisbeispiel: Original kostet eine Golf-III-Lichtmaschine 538 Euro, als Austauschgenerator 204 Euro. Eine Reparatur mit vielen Neuteilen kommt auf 129 Euro. Und eine gebrauchte Lichtmaschine verkauft der Verwerter für 113 Euro.

So erkennen Sie die Fälschertricks

Übersicht der Ersatzteilbezeichnungen Die häufigste Fälschung ist das Firmenlogo. Es wird missbraucht, um Zubehörteile aufzuwerten. So schützen Sie sich vor Kopien: Ersatzteile nur in Werkstätten oder im Autozubehörhandel kaufen. Vorsicht bei Trödelmärkten oder unbekannten Internetadressen. Bei sicherheits- und abgasrelevanten Teilen auf KBA-Nummer und Euro-Prüfzeichen achten. Tuningteilen muss eine ABE oder das TÜV-Gutachten beiliegen. Das Herstellerzeichen muss auf dem Ersatzteil und auf der Verpackung sein. Auf Schreib- und Farbfehler an Verpackung und Ersatzteil achten. Vorsicht bei extremen Preisabweichungen. Originalersatzteile werden stets nur über den Hersteller verkauft, nicht über Sonderaktionen verramscht. Zweifel an der Herkunft? Gehen Sie mit dem Ersatzteil zum Händler, um es mit einem Original zu vergleichen. Übersicht der Ersatzteilbezeichnungen

Schutz vor Fälschungen Original-, Austausch- oder Identteil, die neue GVO hat vieles klarer definiert. Wir erklären die Begriffe. Originalersatzteile tragen das Emblem des Autoherstellers, können aber auch vom Zulieferer stammen. Rund 80 Prozent der Teile werden vom Hersteller zugekauft. Identteile sind bau- und funktionsgleich mit dem Originalteil, nur ohne Logo des Autoherstellers. Nachbauteile werden von Herstellern angeboten, die nicht in die Erstausrüstung liefern. Sie können in der Qualität abweichen (besser oder schlechter), erfüllen aber immer Mindeststandard. Austauschteile (AT) sind aufbereitete Gebrauchtteile, entsprechen der Qualität neuer.

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