Heckcrash-Test: Renault Grand Scénic

Mercedes trifft auf Heck des Renault Dummy erleidet lebensgefährliche Verletzungen

Heckcrash-Test: Renault Grand Scénic

— 17.02.2011

Lebensgefahr in Reihe drei

Sieben Personen in einem Kompaktvan. An einem Stauende rast ein schwerer Geländewagen dem Van in den Kofferraum. Was dann passiert, hat AUTO BILD zusammen mit der DEKRA nachgestellt.

Tragisches Ende einer Ausflugsfahrt. Sieben Freunde kommen mit ihrem Van vom Baggersee, da passiert es: Am Stauende rast ein schwerer Geländewagen ins Heck ihres Wagens und verletzt die beiden Passagiere in der dritten Sitzreihe so schwer, dass sie mit dem Rettungshubschrauber in die Uni-Klink geflogen werden müssen. So könnte es in der Zeitung stehen. AUTO BILD stellt diese Szene nach. Heckcrash mit einem Kompaktvan, sieben Passagiere eingepfercht in drei Reihen auf einer Fläche von 4,56 m. Wir richten unser besonderes Augenmerk auf das Pärchen in der dritten Sitzreihe.

Hier lauert der Tod: Der Heckcrash-Test von AUTO BILD

Carsten, ein 1,75 m großer und 75 kg schwerer junger Mann, sitzt rechts im Kofferraum, seine Freundin Kerstin (1,50 m, 50 kg) neben ihm. Wir haben uns für unseren Test einen Renault Grand Scénic ausgesucht. Der Kompaktvan gilt als besonders sicher, hat fünf Sterne im Euro NCAP-Crashtest mit Bravour erreicht, der Abstand zwischen den hinteren Kopfstützen und der Kofferraumklappe beträgt komfortable 21 Zentimeter. Das ist nicht bei allen Kompaktvans so. Beim VW Touran, dem Bestseller in dieser Fahrzeugklasse, messen wir neun Zentimeter. So lang ist ein Snickers. Beim neuen Ford Grand C-Max sind es sogar nur sechs Zentimeter, halbe Duplo-Länge.

Im Heckcrash-Test: Toyota iQ

Der Aufprall der M-Klasse ist gewaltig. Schwere bis schwerste Verletzungen für die Passagiere in Reihe drei sind die Folge.

Nun sitzen Carsten, grünes Shirt, und Kerstin, rotes Shirt, also im Kofferraum des Grand Scénic, vor ihnen ihre fünf Freunde. Vielleicht würden sie Radio hören, während sie im Stau stehen, vielleicht würden sie gemeinsam reden und lachen. Dann passiert es. Mit 64 km/h rammt eine Mercedes M-Klasse das Heck des Renault, bohrt sich 30 Zentimeter tief in den Kofferraum. Auf den über 1000 Fotos, die die Innenraumkamera in der Sekunde des Grauens knipst, wird deutlich, was mit den Insassen passiert. Carstens Kopf schleudert wie wild hin und her, prallt gegen das Fahrzeugdach und auf den Sitz vor ihm. Es sind schlimme Bilder, die unter die Haut gehen. Was, wenn es doch keine stählernen Puppen mit Sensoren am gesamten Korpus wären, sondern wirklich Carsten und Kerstin?

Alle Crashtests

Prof. Dimitrios Kallieris, der 35 Jahre am Institut für Rechtsmedizin der Uni Heidelberg als Projektleiter tätig war, analysiert für AUTO BILD die Belastungswerte. Eine umfassende Aufgabe, an drei Passagieren messen die DEKRA-Ingenieure acht Überschreitungen der Grenzwerte. Besonders schlimm erwischt es Carsten, seine Kopfbeschleunigung liegt über dem Grenzwert, mögliche Folge: Gehirnverletzungen! Gefäßrisse mit nachfolgenden Blutungen! Auch die Halsbelastung ist deutlich zu groß. Prof. Kallieris: "Bei der hohen Zugbelastung der Halswirbelsäule können Muskelzerreißungen, Bandscheibenrisse und Wirbelfrakturen entstehen." Der Zustand von Kerstin, seiner Freundin, ist besorgniserregend. Die Brustbeschleunigung macht Prof. Kallieris Sorge: "Durch die erhöhte Belastung kann es zu Rippenfrakturen kommen, die je nach Alter des Insassen auch zu Einspießungen von Organen durch die Bruchenden der Rippen führen können."

Auf einen Blick: Alle News und Tests zu Renault

30 Zentimeter tief hat sich die M-Klasse ins Heck des Grand Scénic gebohrt. Sie muss mit Ketten wieder herausgezogen werden.

Da bohrt sich eine gebrochene Rippe durch Lunge oder Leber, was für eine Vorstellung ... Renault versucht zu beschwichtigen, bemängelt, dass die DEKRA für diesen Test Frontcrash-Dummys verwendet hat, die an die Grenzen der biologischen Nachbildungen stoßen würden. Und überhaupt: So ein Unfall sei unwahrscheinlich, nur fünf Prozent der Fahrzeuge in Europa seien schwerer als 1800 kg, nur in vier Prozent aller Heckunfälle betrage die Geschwindigkeit 64 km/h, zudem stelle der Heckcrash selbst nur etwa 15  Prozent aller Unfälle mit Verletzten dar. Carsten und Kerstin hilft diese Statistik wenig. Was Renault zum Ergebnis unseres Crashtests sagt, erfahren Sie am Freitag, 18. Februar 2011, in AUTO BILD 7/2011.
Fünf Kompakt-Vans vermessen: Platz bis zur Heckscheibe
VW Touran
9 Zentimeter
Ford Grand C-Max
6 Zentimeter
Opel Zafira
14 Zentimeter
Mazda5
9 Zentimeter
Citroën C4 Picasso
10 Zentimeter

Autor: Andreas May

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