Hitchbot

Hitchbot bei USA-Reise Hitchbot in Berlin Hitchbot in Berlin

Hitchbot 2.0 wird erwogen

— 06.08.2015

Es lebe Hitchbot!

Hitchbot wurde auf seiner Tramping-Tour in den USA von Vandalen zerstört. Doch vielleicht wird dem kleinen Roboter von seinen Erfindern neues Leben eingehaucht.

Da war noch alles okay: Hitchbot jubelt bei einem Baseballspiel im Fenway Park in Boston. 

(dpa) Das jähe Ende von Hitchbot, der auf seiner Reise durch die USA von Vandalen zerstört wurde, hat weltweit für große Anteilnahme gesorgt. Der stets fröhliche kleine Roboter war bereits per Anhalter durch Kanada und Deutschland gereist und dabei zum Medienstar geworden. Nun stand die ultimative Tour durch die Vereinigten Staaten auf dem Programm. Doch nach nur rund zwei Wochen und 500 Kilometern wurde Hitchbot von Vandalen zerstört. Jetzt blicken seine Erfinder in die Zukunft.

Hitchbots Überreste sollen zurück nach Kanada

Hitchbots "Eltern" wollen sich von seiner mutwilligen Zerstörung nicht geschlagen geben: Das Team um Mit-Erfinderin Frauke Zeller von der Ryerson-Universität im kanadischen Toronto sieht den traurigen Vorfall als Bestandteil des sozialen Experiments an – mit deren Möglichkeit sie immer gerechnet haben. Mittlerweile wird die Heimreise von Hitchbots Überresten zurück zu seinen Erfindern nach Kanada in die Wege geleitet. Der Vorfall in Philadelphia selbst wird von dem Entwickler-Team nicht näher untersucht. Man möchte sich einfach an die guten Zeiten erinnern. Stattdessen spielen sie mit dem Gedanken einen Nachfolger zu bauen, eine Art Hitchbot 2.0. Dieser soll dann 2016 wieder in Philadelphia starten und die Reise seines Vorgängers fortführen. Vielleicht wollen ihn seine Erfinder auch an Schulen Kindern vorstellen und ihn von Schule zu Schule reisen lassen – sicherer für den zweiten Hitchbot wäre es allemal. Ein konkreter Starttermin für den neuen Versuch wird nicht genannt.

Hitchbot befand sich gerade auf einem Roadtrip von Massachusetts bis nach Kalifornien, als die großen Reisepläne des kleinen Roboters am ersten August-Wochenende platzten. In der Ostküstenmetropole Philadelphia wurde Hitchbot, das liebenswert-niedlich aussehende Konstrukt aus Eimer, Schwimmnudeln, Kinder-Gummistiefeln und einem Tablet-Computer als Hirn, zerstört. Kurz nach dem Vandalismus-Vorfall ließen seine Programmierer den kleinen Roboter mit positiven Gedanken, wie man es von Hitchbot gewohnt war, abtreten. In einem Tweet vom 1. August heißt es "Meine Reise musste nun zuende gehen, aber meine Liebe für Menschen wird niemals verblassen. Ich danke all meinen Freunden." Direkt vor dem Vorfall habe der 90 Zentimeter große Hitchbot wohl noch eine "tolle Zeit" mit zwei YouTube-Stars in Philadelphia gehabt. Am frühen Samstagmorgen hätten die ihn dann anscheinend auf einer Parkbank in Philadelphia ausgesetzt.

Laufen kann Hitchbot nicht – deshalb ist er auf die Hilfe von Menschen angewiesen.

"Danach muss es passiert sein. Die Arme wurden abgerissen, der Kopf gestohlen und der Rest des Körpers einfach in der Straße liegen gelassen." sagt seine Mit-Erfinderin Frauke Zeller von der Ryerson-Universität in Toronto kurz nach dem Vorkommnis der Deutschen Presse-Agentur. "Uns hat dieses plötzliche Ende sehr überrascht, da die Reise in den Staaten so erfolgreich gestartet war", sagt Zeller, die die Vandalen nicht zur Rechenschaft ziehen will. "Wir wollen versuchen, über dieses letzte schlimme Event nicht all die anderen, wunderbaren Sachen und Abenteuer zu vergessen, die Hitchbot Dank der Hilfe so vieler Menschen erfahren hat." Der Aufschrei im Internet, wo Hitchbot alleine beim Kurznachrichtendienst Twitter mehr als 47.000 Fans hat, ist groß. "Oh nein!", schreibt einer. "Das kann doch gar nicht wahr sein! Wir werden dich vermissen!", kommentiert ein anderer.

Hitchbots Reise durch die Welt

Hitchbot 2.0 Hitchbot bei USA-Reise Hitchbot in Berlin
Forschungsprojekt Hitchbot: Per Anhalter durch Kanada


Geschafft: Der Roboter sitzt auf einer Aussichtsplattform in Neuschwanstein.

Tragisch ist der Vorfall vor allem auch wegen der Forschungsfrage, die hinter den Reisen von Hitchbot steht: Wie verhalten sich Menschen gegenüber Robotern, wenn sie nicht auf sie angewiesen sind? Bislang hat die trampende Tonne dazu fast ausschließlich positive Erfahrungen gemacht: Die Menschen küssten sie und fotografierten sich mit ihr, in Kanada nahmen sie sie mit auf Spaziergänge und zum Campen, in Deutschland ins Hofbräuhaus und nach Schloss Neuschwanstein.
"Ich habe in der Tat eine sehr hohe Meinung von den Menschen", sagte der Roboter daraufhin, natürlich einprogrammiert, in einer deutschen Fernsehsendung. "Ohne ihre Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit hätte ich in meinem Leben bisher gar nichts erreichen können." Zum Vandalismus-Vorfall ließen die menschlichen Programmier Hitchbot am 1. August tweeten: "Manchmal passieren guten Robotern schlechte Dinge."

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