Hitchbot in Deutschland

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Hitchbot reist durch Deutschland

— 22.02.2015

Roboter am Ziel

Nach einer guten Woche hat die trampende Tonne "Hitchbot" ihren Zielort München erreicht. Rückblick auf ein sozialwissenschaftliches Experiment.

Ziel Neuschwanstein: Hitchbot will das Schloss besichtigen.

(dpa) Das Roboterkunstwerk Hitchbot hat seine gut einwöchige Reise per Anhalter durch Deutschland beendet. Am Abend des 22. Februar 2015 kam das Konstrukt aus Eimer, Schwimmnudeln, Kinder-Gummistiefeln und einem Tablet-Computer als Hirn wie geplant und wohlbehalten in München an. Nachdem sein Vorgänger im vergangenen Sommer durch Kanadatrampte, hatte der Sender das Projekt nach Deutschland geholt. Die gelben Gummihandschuhe waren nach der Reise quer durch die Republik mit Botschaften von Fans bemalt.
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Das Projekt Hitchbot sei damit nicht beendet, sagte Frauke Zeller von der Ryerson Universität in Toronto, die den Roboter zusammen mit David Harris Smith von der McMaster Universität in Hamilton erfunden hat. Es gebe Anfragen aus anderen Ländern: "Es wird weitergehen."

Als hätte er's schon immer geahnt: Hitchbot ist ein Berliner.

Die Erfinder hatten Hitchbot am 13. Februar 2015 in München ausgesetzt. Sie wollten wissen: Akzeptieren Menschen die Maschine, und bauen sie eine Beziehung auf? Denn nur dann könnten Roboter in Zukunft im menschlichen Alltag integriert werden. Spezielle Frage im Fall Hitchbot: Helfen Menschen Robotern – zumindest, wenn sie nicht bedrohlich wirken? Gerade mal so groß wie ein sechsjähriges Kind, mit großem Kopf, Blinkherzchen und Lächeln auf dem Display, dünnen Ärmchen aus blauen Schwimmnudeln und bunten Kinder-Gummistiefeln kam Hitchbot niedlich daher. Autofahrer brachten ihn zum Schloss Neuschwanstein, zum Kölner Rosenmontagsumzug und nach Berlin. Fußballfans nahmen ihn mit, ein Briefträger auf dem Fahrrad und ein Lkw-Fahrer, der – bombardiert von Hitchbots einprogrammierten Fragen – leicht entnervt reagierte: "Warum fragst du so viel?" Er wolle jetzt auch mal etwas wissen.

Hitchbot in Deutschland

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Geschafft: Der Roboter sitzt auf einer Aussichtsplattform in Neuschwanstein.

Aber echte Kommunikation war nicht möglich. Alle Dialoge waren programmiert. Auf die Frage "Hast du eine Familie?" antwortete Hitchbot mal: "Mein Lieblingsessen ist Spaghetti." Ein Autofahrer fand: "Er quasselt manchmal ein bisschen schräges Zeug." Und: "Er könnt ein bisschen redseliger sein. Eine Frau ersetzt er noch nicht."
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Das sozialwissenschaftliche Experiment scheint geglückt. Repräsentativ ist es aber nicht. Aber Hitchbot weckt Neugier auf die Roboterwelt von morgen: Von Doppelgängern, die Professoren schon heute nach ihrem Vorbild geschaffen haben, bis zur Roboterkuschelrobbe, die im Seniorenheim Bewohnern Zuwendung spendet.

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