Autosalon Paris 2016: Highlights

Infiniti (Paris 2016): Erster Motor mit variabler Verdichtung

— 16.08.2016

Quantensprung im Motorenbau?

Infiniti stellt als erster Hersteller einen Serienmotor mit variabler Verdichtung vor. Das Konzept verspricht eine deutliche Leistungs- und Effizienzsteigerung.

Die Technik ist aufwendig, viele Hersteller haben bereits daran geforscht und entwickelt. Doch nun wird Infiniti auf dem Autosalon Paris 2016 (1. bis 16. Oktober) den ersten Serienmotor mit variabler Verdichtung vorstellen. Dabei handelt es sich um einen turbogeladenen Vierzylinder, der sein Verdichtungsverhältnis stufenlos verändern kann. Laut Infiniti sei "mehr als 20 Jahre Entwicklungsarbeit" in den VC-T (variable Compression Turbo) geflossen. Der Hersteller meint einen "bahnbrechenden Durchbruch in der Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors" errungen zu haben. Das klingt vielleicht ein wenig übertrieben – doch tatsächlich ist das Prinzip der variablen Verdichtung eine wichtige Weiterentwicklung des Ottomotors, aus der eine Reihe von Vorteilen hervorgeht.

Autosalon Paris 2016: Highlights

Sparsamer, leiser – und Potenzial für reichlich Leistung

Leider verrät Infiniti noch nichts über die technischen Daten. Wahrscheinlich liegt der Hubraum zwischen 1,6 und 2,0 Litern.

Im Gegensatz zu Motoren mit einer starren Verdichtung passt der VC-T-Antrieb von Infiniti die Verdichtung an die jeweilige Lastsituation des Motors an. Unter Volllast, zum Beispiel bei maximaler Beschleunigung, stellt die Elektronik die Verdichtung auf das geringste Maß (8:1). Die geringe Verdichtung ermöglicht zu diesem Zeitpunkt höhere Drehzahlen, ohne den Motor zu strapazieren. Im Teillastbereich, etwa bei gleichmäßiger Landstraßenfahrt, wird die maximale Verdichtung (14:1) eingestellt, wovon die Effizienz profitiert, da nun deutlich weniger Kraftstoff eingespritzt werden muss. Die Steuergeräte nehmen die entsprechenden Anpassungen permanent vor. Neben der Effizienzsteigerung verspricht Infiniti zudem eine deutlich geringere Geräuschkulisse und einen vibrationsärmeren Lauf des Motors.
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Infiniti macht es spannend

Die Antwort auf die spannendste Frage behält Infiniti leider noch für sich – die Frage nach den technischen Daten. Nicht einmal über den Hubraum verliert die Nissan-Tochter ein Wort. Daher sind Spekulationen schwierig. In der Vergangenheit hatte das französische Unternehmen MCE 5 bereits einen Motor mit variabler Verdichtung entwickelt. Das Aggregat lief testweise in einem Peugeot 407, schaffte es aber bis heute nicht in die Serienfertigung. Der "VCRi" getaufte Vierzylinder besaß eine variable Verdichtung, die im Bereich von 6:1 bis 15:1 stufenlos verstellbar war. Aus 1,5 Litern Hubraum entwickelte der Vierzylinder so immerhin rund 220 PS. Noch beeindruckender war das angegebene Drehmoment von 420 Newtonmetern (bei 1500 Umdrehungen) – beinahe auf dem Niveau des aktuellen Porsche 911 (450 Nm).

So funktioniert der variable Hub

Es wird noch komplexer im Inneren unserer Motoren. Neu ist die Mechanik zwischen Kurbelwelle und Kolben.

Beim VC-T-Motor von Nissan ist das Pleuel am unteren Ende nicht direkt mit der Kurbelwelle verbunden, sondern an einem drehbaren Umlenker befestigt, der wiederrum beweglich auf dem Hubzapfen der Kurbelwelle sitzt. Auf der gegenüberliegenden Seite des Umlenkers verändert ein Arm über einen Stellmechanismus – ähnlich wie bei verstellbaren Nockenwellen – den Winkel des Umlenkers. Dadurch wird der maximale Hub des Kolbens verändert. Die unterschiedliche Höhe des Kolbens im oberen Totpunktes bewirkt letztlich die variable Verdichtung des Motors. Besonders deutlich wird der Mechanismus im folgenden Video dargestellt.

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