Infiniti (Paris 2016): Erster Motor mit variabler Verdichtung
Quantensprung im Motorenbau?

Infiniti stellt als erster Hersteller einen Serienmotor mit variabler Verdichtung vor. Das Konzept verspricht eine deutliche Leistungs- und Effizienzsteigerung.
Die Technik ist aufwendig, viele Hersteller haben bereits daran geforscht und entwickelt. Doch nun wird Infiniti auf dem Autosalon Paris 2016 (1. bis 16. Oktober) den ersten Serienmotor mit variabler Verdichtung vorstellen. Dabei handelt es sich um einen turbogeladenen Vierzylinder, der sein Verdichtungsverhältnis stufenlos verändern kann. Laut Infiniti sei "mehr als 20 Jahre Entwicklungsarbeit" in den VC-T (variable Compression Turbo) geflossen. Der Hersteller meint einen "bahnbrechenden Durchbruch in der Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors" errungen zu haben. Das klingt vielleicht ein wenig übertrieben – doch tatsächlich ist das Prinzip der variablen Verdichtung eine wichtige Weiterentwicklung des Ottomotors, aus der eine Reihe von Vorteilen hervorgeht.
Sparsamer, leiser – und Potenzial für reichlich Leistung

Leider verrät Infiniti noch nichts über die technischen Daten. Wahrscheinlich liegt der Hubraum zwischen 1,6 und 2,0 Litern.
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Infiniti macht es spannend
Die Antwort auf die spannendste Frage behält Infiniti leider noch für sich – die Frage nach den technischen Daten. Nicht einmal über den Hubraum verliert die Nissan-Tochter ein Wort. Daher sind Spekulationen schwierig. In der Vergangenheit hatte das französische Unternehmen MCE 5 bereits einen Motor mit variabler Verdichtung entwickelt. Das Aggregat lief testweise in einem Peugeot 407, schaffte es aber bis heute nicht in die Serienfertigung. Der "VCRi" getaufte Vierzylinder besaß eine variable Verdichtung, die im Bereich von 6:1 bis 15:1 stufenlos verstellbar war. Aus 1,5 Litern Hubraum entwickelte der Vierzylinder so immerhin rund 220 PS. Noch beeindruckender war das angegebene Drehmoment von 420 Newtonmetern (bei 1500 Umdrehungen) – beinahe auf dem Niveau des aktuellen Porsche 911 (450 Nm).
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