Jaguar F-Type mit Handschaltung: Fahrbericht

Jaguar F-Type mit Handschaltung Jaguar F-Type mit Handschaltung Jaguar F-Type mit Handschaltung

Jaguar F-Type mit Handschaltung (2015): Fahrbericht

— 04.02.2015

Ein Hoch auf die Handarbeit

Weg mit den albernen Wippen am Lenkrad: Zum neuen Modelljahr bringt Jaguar im F-Type die Handschaltung zurück und zitiert so einmal mehr den legendären E-Type.

Na also, es geht doch! Mit zwei Jahren Verspätung macht Jaguar jetzt die Erinnerung an den legendären E-Type perfekt und baut im F-Type zum neuen Modelljahr auf Wunsch auch ein Schaltgetriebe ein. Die beiden V6-Versionen von Coupé und Cabrio mit 340 PS oder 380 PS gibt es deshalb ab Frühjahr 2015 anstelle des famosen Achtgang-Automaten von ZF mit einem manuellen Sechs-Gang-Räderwerk, das ebenfalls in Friedrichshafen entwickelt wurde.

Dass der handgeschaltete F-Type etwas langsamer beschleunigt, spielt nur auf dem Papier eine Rolle.

Zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren geben die Briten damit den Käufern ihrer Sportwagen buchstäblich wieder die Befehlsgewalt in die Hand. Und das ausgerechnet auf den Druck der sonst so automatikverliebten Amerikaner. Denn es waren nicht die Puristen in England oder die Traditionalisten auf dem europäischen Kontinent, die lautstark nach Handarbeit verlangt haben. Sondern es waren die US-Kunden, für die der Stick-Shifter noch immer ein Synonym für sportliches, engagiertes Fahren ist. Schalten, so reden es sich die Bleifüße jenseits des Atlantiks ein, ist im Mutterland des Wandlerautomaten nur was für echte Profis.

Jaguar XE (2015): Fahrbericht

Jaguar XE Jaguar XE Jaguar XE
Achtgang-Automatik hin, Sechsgang-Handschaltung her – natürlich darf man die beiden Sportwagen auch mit dem manuellen Getriebe nicht ernsthaft vergleichen. Denn für ein echtes Fahrerauto gibt es im F-Type einfach zu viel Schnick-Schnack und zu viele elektronische Besserwisser. Und zum Alltagsauto für das Jahr 2015 fehlen dem E-Type im Gegenzug ein paar Sicherheits- und Komfort-Extras. Doch zumindest kommen sich Urahn und Enkel mit dem Knüppel im Cockpit noch ein bisschen näher.

Der F-Type fordert flinke Füße

Vor allem die US-Kunden sehnten sich nach einem manuellen Getriebe mit Schaltknüppel – in den USA Stick-Shifter genannt.

Und vor allem fühlt man sich im F-Type noch ein bisschen lebendiger als man es ohnehin schon ist. Denn jetzt braucht man nicht nur flinke Füße und einen festen Griff fürs Lenkrad, wenn man auf Messers Schneide über die Landstraßen reiten will. Sondern immer wieder fällt die Rechte auf den leider ein bisschen schlicht geratenen Knüppel, der wie ein Joystick aus dem Mitteltunnel ragt und unter der starken Hand des kundigen Fahrers den Takt für einen schnellen Tanz vorgibt.
So kommt der Allrad-F-Type

Das ab dem Modelljahr 2015 angebotene Getriebe verfügt über sechs Gänge und spart rund zehn Kilo Gewicht.

Zwar hat man mit dem Getriebe jetzt alle Möglichkeiten, die Elektronik erspart einem besserwisserische Drehzahlanpassungen und die Schalthinweise im Display sind so dezent, dass man sie mühelos ignorieren kann. Doch in der Praxis fährt sich die neue Schaltung zumindest auf der Landstraße fast wie eine Automatik. Denn das Gipfelplateau der Drehmomentkurve ist beim stärkeren der beiden V6-Varianten so breit und flach, dass man ohnehin die meiste Zeit mit dem dritten Gang am besten beraten ist. Egal, ob der drei Liter große V6 jetzt mit 2500 oder 5000 Touren dreht, man muss nur kräftig genug zutreten, dann entfalten die bis zu 460 Nm ihre segensreiche Wirkung und treiben den F-Type unter dem heiseren Singen des Kompressors voran. Dass dabei der Sprintwert (plus 0,4 bis 0,6 Sekunden) genau wie der Verbrauch (plus 1,2 bis 1,4 Liter) ein wenig in die Höhe gehen, interessiert dabei nicht die Bohne. Genauso wenig wie die zehn Kilo weniger Gewicht, die bei 380 PS ohnehin keiner spürt. Denn wer interessiert sich schon für solche Kleinigkeiten, wenn es um ganz große Gefühle geht?

Manuelles Getriebe drückt den Preis

Nur eine Zahl sollte man sich vielleicht trotzdem merken: 2500 Euro. Um so viel kann man nämlich den Preis durch die Eigenleistung am Getriebe drücken und den F-Type deshalb künftig schon für 65.000 Euro als Coupé und 72.000 Euro als Cabrio bestellen. Mehr Spaß für weniger Geld und dann auch noch die schönere Erinnerung an die selige Vergangenheit: Dafür kann man die Finger schon mal krumm machen.

Autor: Thomas Geiger

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