Fahrbericht Jeep Cherokee

Jeep Cherokee: Fahrbericht

— 08.05.2014

Der Weichspüler-Jeep

Wer sagt, dass ein Jeep kantig und ruppig sein muss? Der neue Cherokee beweist das Gegenteil: Sanfte Schale und weicher Kern passen auch.

Dieses Auto überraschte mich. Nicht nur formal. Dieser Bruch mit allen Kanten, die einen Jeep bisher ausmachten, ist einer sanften, SUV-Welle gewichen. Vor allem beim Fahren glaubte ich meinen Sensoren kaum: Der neue Jeep Cherokee trägt eine angenehme Weichheit in sich.

Das Fahrwerk ist jeglicher Sportlichkeit unverdächtig

Sanfte Tour: Cherokee-Fahrer sollten es ruhig angehen lassen, sportliche Fahrweise liegt dem SUV nicht.

Die Sitze zum Beispiel. Als hätten die Polsterer über einen straffen Kern eine luftige Daunendecke gebettet. Angenehm schmiegt sich diese streichelsanfte Oberfläche an gestresste Bürorücken. Auch der Motor, ein Zweiliter-MultiJet-Diesel aus dem Hause Fiat mit 170 PS, klingt so, als hätten ihn die Ingenieure ausgiebig in Weichspüler gebadet. Unverkennbar ein Diesel, aber mit einer sanften, einschmeichelnden Stimme. Bei 100 km/h zum Beispiel ist er so leise, dass man das Klicken hört, wenn die Fahrlichtautomatik das Abblendlicht ein- oder ausschaltet. Dazu passt die supersanft schaltende Neunstufenautomatik perfekt. Hat die weiche Welle denn gar keinen Nachteil? Kommt aufs Fahrer-Temperament an. Sportliche Ausritte mag der Cherokee nicht so gern.
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Selbstverständlich kommt der Cherokee mit Allrad

Jeep-Tradition: Auch im Cherokee gibt es Allrad – zum Sprit sparen wird er an der Vorderachse entkoppelt.

Die Sitze bieten wenig Seitenhalt, die Karosserie verneigt sich ehrfurchtsvoll vor eiligen Kurven, die Automatik schaltet nicht mehr ganz so sanft durch ihre neun Fahrstufen. Hektiker macht dieses Auto nicht froh.  Bei aller Weichheit hat der Jeep nicht vergessen, dass er früher ein echter Geländewagen war. Also Allradantrieb. Ein vollautomatischer, der normalerweise nur an den Vorderrädern dreht. Besonderheit: Jeep koppelt den gesamten Antrieb zur Hinterachse direkt hinter der Vorderachse ab – das gab es so bisher noch nicht. Vorteile: weniger Verschleiß und Verbrauch. 5,8 Liter Diesel pro 100 km geben die Italiener als Schnitt an. Italiener? Richtig: Seit 2009 ist Fiat an Chrysler/Jeep beteiligt. Und Anfang dieses Jahres kauften die Italiener die restlichen 41,5 Prozent des amerikanischen Autokonzerns.

Technische Daten Jeep Cherokee 2.0 MultiJet Vierzylinder, Turbo, vorn quer • Hubraum 1956 cm³ • Leistung 125 kW (170 PS) bei 4000/ min • max. Drehmoment 350 Nm bei 1750/ min • Allradantrieb • Neunstufenautomatik • L/B/H 4624/1859/1670 mm • Leergewicht 1953 kg • Kofferraum 412–1267 l • Tank 60 l • 0–100 km/h 10,3 s • Spitze 192 km/h • EU-Mix 5,8 l D/100 km • CO2 154 g/km • Preis ab 40.500 Euro.
Andreas Borchmann

Andreas Borchmann

Fazit

Willkommen in der Moderne, Jeep. Der neue Cherokee bringt alles mit, was ein SUV heute braucht. Auf Wunsch sogar Assis­tenzsysteme. Das Beste aber: Er ver­zichtet auf moderne Härte.

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