Klimaanlagen: Streit um Kältemittel

Klimaanlagen: Streit um Kältemittel

— 10.06.2010

Chemie statt sauberer Kältetechnik

HFO-1234yf ist das neue Kältemittel für Autoklimaanlagen. Gerät es in Brand, kann es gefährlich werden. Ohne Chemie geht es mit dem Schukey-Motor, der kühlt die Umgebungsluft ohne den Umweg über ein Kältemittel.

Die Entscheidung für das zukünftige Kältemittel in Klimaanlagen hat eine hitzige Debatte entfacht. Nach dem Willen des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) soll HFO-1234yf ab 2011 schrittweise das bisher genutzte Kältemittel R134a ersetzen. Damit, so Kritiker, beuge sich der Branchenverband dem Druck ausländischer Autohersteller und der chemischen Industrie.
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Grund für die Ablösung von R134a ist sein starker Treibhauseffekt. HFO-1234yf heizt zwar die Atmosphäre weniger auf, sorgt allerdings für andere Probleme: Unter Hitzeeinwirkung, zum Beispiel bei einem Unfall, kann sich die Substanz entzünden und zu Flusssäure zersetzen, einer stark ätzenden und extrem giftigen Flüssigkeit. Fachleute sind sich deshalb einig: Als Kältemittel im Auto taugt HFO-1234yf nicht.

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Der Schukey-Motor arbeitet nach dem gleichen thermodynamischen Prinzip wie ein Kühlschrank, nur ohne Chemie.

Als Alternative für R134a war eigentlich R744 (CO2) gedacht. Auch der VDA verkündete 2007, dass die deutsche Autoindustrie in Zukunft auf R744 setzen würde. CO2 ist billig, ungiftig und nicht brennbar. Nachteil der serienreifen CO2-Technik: Für die Übergangszeit müssten Werkstätten verschiedene Anlagensysteme warten. Doch es geht sogar ohne Chemie: Der Hamburger Ingenieur Jürgen Schukey entwickelte Anfang der 90er eine Maschine, die die Umgebungsluft direkt kühlt, also ohne Umweg über ein Kältemittel. Der sogenannte Schukey-Motor hat in seinem Inneren zwei ineinandergreifende Rotoren, die sich unter schiedlich schnell bewegen. Sie komprimieren und expandieren Luft – gleichzeitig in vier Kammern. Kernstück der Erfindung ist ein Spezialgetriebe, das die Rotoren steuert.

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