Kommentar von Andreas May

Kommentar zur Diesel-Debatte

Hört auf, unsere Diesel schlechtzumachen!

Wir dürfen den Diesel nicht verteufeln – neue Euro-6d-TEMP-Diesel sind die saubersten Autos, die man kaufen kann! AUTO BILD-Redakteur Andreas May bezieht Stellung zur Diesel-Debatte.
Jana ist 20 und stolz wie Bolle, sie hat einen Job. Jana ist die Tochter eines Freundes, lebt auf dem Land, muss täglich 100 Kilometer pendeln. Opa gibt Geld für einen Gebrauchtwagen, und alle sind schockiert, als ich sage, dass ich einen Diesel kaufen würde. "Die dürfen doch bald nicht mehr fahren!" So weit sind wir jetzt. Hysterisch, voller Angst, Geld auszugeben, ziehen wir uns an Halbwahrheiten hoch. Und machen die Technik nieder, die wir beherrschen wie kein Zweiter. Warum? Weil VW beschissen hat. Und weil uns ein gewisser Herr Resch von der Deutschen Umwelthilfe weismachen will, dass Diesel das größte Problem der Neuzeit sind, dass wir alle sterben müssen, weil hinten zu viel NOx rauskommt.

Als würden die Amerikaner Apple verbieten

Andreas May (46) leitet das Test-Ressort von AUTO BILD – und würde Diesel kaufen.

Wissen Sie, was das eigentliche Problem ist? Herr Resch und sein grün angestrichener Abmahnverein. Der bekommt Geld von Toyota, wirbt für Hybrid, verteufelt den Diesel. Wenn wir Deutschen den Diesel verbannen, ist das so, als würden die Amis Apple verbieten, weil deren Handys strahlen können. Wir befinden uns in einer Diskussion, in der vermeintliche Umweltschützer Oberwasser haben, uns alle verrückt machen. Leidtragende sind die, deren Autos jetzt im Preis fallen. Dieselbesitzer, Händler, deren Höfe voller Autos stehen, die keiner mehr kaufen will. Hier werden ohne Sinn und Verstand Werte vernichtet. Gleich nach dem Diesel-Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hat der grüne Hamburger Umweltsenator Fahrverbote für zwei Straßen angekündigt: "Die Schilder hab ich schon bestellt." Eine dieser Straßen heißt Max-Brauer-Allee, liegt in meiner Nachbarschaft, 500 Meter Luftlinie vom Hamburger Hafen. Dieses Jahr machen da 220-mal Kreuzfahrtschiffe fest, zwei zapfen Landstrom, die anderen lassen den Diesel laufen. 500 Meter vom Hafen entfernt mit seinen dieselrußenden Schiffen sollen also nur noch Euro-6-Diesel fahren dürfen. Das verstehe, wer will. Ich nicht.

Zeit, Diesel-Gegnern die Stirn zu bieten

Es ist Zeit, dass wir den Ideologen die Stirn bieten. Dass wir den kleinen Mann in den Mittelpunkt rücken. Dass wir an den Pendler denken, der sich keine Wohnung für 16 Euro kalt pro Quadratmeter in der Stadt leisten kann. Dass wir den Vertreter im Fokus haben, der täglich 500 Kilometer abreißt und das nur mit einem Diesel kann, weil alles andere unwirtschaftlich ist oder (noch) nicht funktioniert. Und dass wir anerkennen, dass neue Diesel mit Euro-6d-TEMP-Norm die saubersten Autos sind, die es zu kaufen gibt. Nicht der Öko-Aktivist zählt, sondern der kleine Mann. Und Jana, die sich auf ihren Job freut – und auf ihren Diesel.
Ein Kommentar von Andreas May

Autor: Andreas May

Stichworte:

Diesel

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