24h von Le Mans 2016

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Le Mans: Frederic Sausset

— 18.06.2016

Ohne Hand und Fuß

Als erster vierfachamputierter Mann wird Frédéric Sausset (46) in Le Mans an den Start gehen. Für ihn und sein Team ist das eine riesige Herausforderung.

Was er macht, hat Hand und Fuß – auch ohne Arme und Beine. Frédéric Sausset will als erster vierfachamputierter Rennfahrer die 24 Stunden von Le Mans bestreiten. Der 46-Jährige fährt im Rahmen der 56. Garage, die für besondere Projekte reserviert ist, außer Konkurrenz mit.
Vorschau 24 Stunden von Le Mans: Der Kampf um den Gesamtsieg

2012 war sein Schicksalsjahr: Eine schwere bakterielle Infektion griff seinen Körper an, die Amputation seiner Arme und Beine war nicht mehr zu ver- hindern. „Es war eine traurige Erfahrung für mich“, erzählt Sausset. „Ich lag alleine in einer Ecke auf meinem Bett. Ich musste diesem Leben und meiner Zukunft wieder einen Sinn geben.“ Er beschloss, sein Glück im Rennsport zu suchen. Das große Ziel: ein Start beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans.
Seit Jahren laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. „Mir war klar, dass man mich für verrückt halten würde, aber mit jedem Tag ist das Projekt weiter vorangeschritten.“ Seit letztem Jahr fährt er in der französischen Sportwagenmeisterschaft Rennen, in diesem Jahr war er mit seinem eigenen Team SRT41 zur Vorbereitung auf Le Mans auch beim Auftakt der europäischen Le-Mans-Serie in Silverstone am Start.

Mit diesem LMP2-Prototypen fährt Sausset in Le Mans

Der französische Chassishersteller Onroak hat das Morgan-LMP2-Chassis nach Saussets Bedürfnissen angepasst. Keine leichte Aufgabe: Schon das Einsteigen geht nur mit Hilfe von vier Mechanikern, die ihn über einen Balken ins Fahrzeug heben. Anders als Alessandro Zanardi, der trotz des Verlusts zweier Beine noch internationale Rennen bestritt und gewann, kann Sausset auch nicht am Lenkrad Gas geben. Stattdessen übernehmen das die Oberschenkel. Die Lenkbewegungen führt er mit einer Prothese am rechten Arm aus. „Deswegen sollte mir die Strecke in Le Mans ganz gut passen, denn da gibt es keine schärferen Linkskurven“, zeigt sich Sausset zuversichtlich. Seine Teamkollegen, die ganz gewöhnlich mit Händen und Füßen pilotieren, sind Le-Mans-erfahren: Jean-Bernard Bouve (46) war 1993 das erste Mal am Start, Christophe Tinseau (46) holte sich 2012 einen zweiten Platz in der LMP2-Kategorie.

Ausnahmen gibt es für Sausset nicht: Auch er muss im Qualifying innerhalb von 110 Prozent der schnellsten LMP2- Rundenzeit liegen. Aufgeben ist dabei keine Option: „Das ultimative Ziel ist es, die Zielflagge zu sehen.“ Gewonnen hat er schon jetzt: Er hat seinem Leben wieder einen Sinn und viel Spaß verliehen.

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Fotos: DPPI, Picture-Alliance

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