Leser klagen, Hersteller handeln

Der Rost nagt am Stern Der Rost nagt am Stern

Leser klagen, Hersteller handeln

— 11.02.2004

Der Rost nagt am Stern

Besonders an dem des W 210. Die alte E-Klasse rostet an Ecken und Kanten. Jetzt auch an der Vorderachse und am Federdom.

Rostärger an der E-Klasse seit 2001

Mensch, Mercedes! Was ist da bloß los? Elektronikprobleme, rostende Türen, Kantenrost (siehe Heft 17/2001): Der Stern, einst strahlendes Symbol für "made in Germany", bekommt immer mehr Flecken. Jetzt nistet sich Rost offenbar auch schon im Fahrwerk der Vier-Augen-E-Klasse ein.

AUTO BILD liegen mehrere Fälle mit massiven Rostschäden vor: • Beim E 220 D von Klaus Bieber ist der Vorderachsträger durchgerostet. In dem massiven Bauteil klaffen zum Teil handtellergroße Löcher. • Ein Federdom am E 300 D von Helga S. brach in der Niederlassung Mannheim aus der Karosserie. Bruchstücke lagen auf dem Hof der Werkstatt verteilt. Der Wagen, Baujahr 1995, war – von außen unsichtbar – durchgerostet.

Laut Werkstatt ein Einzelfall. Eher nicht! AUTO BILD jedenfalls liegen zwei weitere Fälle vor: Bei einem rostet der Federdom, beim zweiten Auto, Baujahr 1996, wurde gerade der durchgerostete Achsträger getauscht. Das Problem: Nicht einmal der TÜV hätte den Rost am Achsträger entdecken können. Er liegt versteckt hinter einer Abdeckung. Und die darf der TÜV-Prüfer nicht abnehmen.

Druck aus Stuttgart für die Niederlassung

Schwierigkeiten gibt es auch bei der Kulanz: Klaus Bieber soll fast die Hälfte der Reparaturkosten selbst bezahlen. Begründung: Das Auto sei zu alt, es fehlten Inspektionen. Helga S. sollte zunächst voll zahlen. Doch wie durch ein Wunder bekam sie die Reparatur am Ende gratis.

Jetzt ist der Mercedes repariert, fahren will sie damit nicht mehr – aus Angst! "Völlig unbegründet", meint Bert Korporal, Sachverständiger beim TÜV Nord: "Wurde das Auto in der Vertragswerkstatt ordnungsgemäß repariert, kann nichts passieren. Es gilt nicht einmal als Unfallwagen."

Beim Verkauf schon: Die Niederlassung wollte den E 300 von Helga S. nicht in Zahlung nehmen: "Es hieß, man könne das Auto nicht verkaufen." Erst nach der Anfrage des Kummerkastens in der Mercedes-Zentrale verhandelt die Niederlassung mit Helga S. Wohl auf Druck aus Stuttgart.

Stellungnahme DaimlerChrysler

"Uns sind wenige Fahrzeuge (zwei Promille) der früheren E-Klasse (Baureihe 210) bekannt, bei denen im Bereich der Vorderachs-Federtelleranbindung zur Karosserie die Nahtabdichtung undicht geworden ist. Abhängig von äußeren Einflüssen und Einsatzbedingungen, konnte es dort im mehrjährigen Fahrbetrieb zum Eindringen von Feuchtigkeit und damit zu Korrosion kommen.

Die aufgetretenen Beanstandungen wurden durch eine professionelle Reparatur von den Service-Stützpunkten der DaimlerChrysler AG für den Kunden kostenlos behoben. Bei dem von Ihnen als "Vorderachse" bezeichneten Bauteil handelt es sich um den verschraubten Integralträger, der den Einbau von Motor und Vorderachse erleichtert. Bedingt durch mechanische Beschädigungen an der Oberfläche an diesem Bauteil, ist es Vorderachse: Reparatur ist gratis bei einigen Fahrzeugen (1,2 Prozent) der Baureihe zu Korrosion gekommen.

Auch hier ist eine Reparatur für den Kunden kostenlos. Vereinzelte Beanstandungen bezüglich der kostenlosen Abwicklung der Reparatur bedauern wir ausdrücklich. Wir sind inzwischen jedem dieser von Ihnen beschriebenen Fälle nachgegangen, um für die Kunden zufrieden stellende Lösungen zu finden."

Gerd Eßer, DaimlerChrysler AG Globale Produktkommunikation Mercedes Car Group

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