M3, CTS-V Coupé, Shelby GT 500: V8-Coupés im Test

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M3, CTS-V Coupé, Shelby GT 500: V8-Coupés im Test

— 15.02.2011

Interkontinental-Raketen

Ein durchtrainierter Bayer tritt gegen zwei amerikanische Schwerathleten an. Der BMW M3 stellt sich dem Cadillac CTS-V und dem Ford Shelby GT 500. Ein ungleicher Kampf? Nicht, wenn man wie der Bayer listenreich zu kämpfen versteht.

Coupés mit vier Sitzplätzen vereinen die rassigere, in der Regel hübschere Karosserieform mit dem Vorteil, bei Bedarf das Fondabteil für zwei weitere Passagiere nutzen zu können. So weit der nüchterne Faktencheck, der sich angesichts der drei Teilnehmer dieses Vergleichstests ganz schnell als eher unwichtiger Randaspekt erweist. Denn mit Leistungswerten von 420 (M3) über 558 (Ford Shelby) bis 564 PS (CTS-V) spielen die drei Kontrahenten erwartungsgemäß in jener Liga, in der die Vernunft Pause macht. Genuss ist schon eher ein Begriff, der hier zum Tragen kommt. Wenn auch auf unterschiedliche Art.

Übersicht: Alle News und Tests zum BMW M3

In allen drei Coupés ist der nächste Geschwindigkeitskick nur einen Druck aufs Gaspedal entfernt.

Das Coupé ist die Urform des BMW M3, der erst später eine Limousine zur Seite gestellt wurde. Auffälliges Merkmal des M3 Coupé ist sein Dach aus Karbon, das neben der Gewichtsreduzierung auch optisch punkten kann. Wie seine beiden Gegner setzt auch der M3 auf einen V8-Motor. Im Gegensatz zu den beiden Amerikanern verzichtet der Bayer jedoch auf eine Aufladung des Motors und bietet stattdessen einen sehr hoch drehenden Sauger mit vier Liter Hubraum. Seine Nennleistung von 420 PS erreicht der BMW M3 bei 8300 Touren. Unser Testexemplar war zudem mit dem Competition Paket ausgestattet (4300 Euro), das neben den Leichtmetallrädern in Y-Speichen-Design auch eine Tieferlegung um zehn Millimeter und eine besonders sportliche Auslegung der elektronischen Dämpfer-Control (EDC) umfasst.

Übersicht: Alle News und Tests zu Cadillac CTS

Der letzte wird der erste sein: Auf dem Foto fährt der Bayer erst in dritter Reihe.

Der zweite Kandidat ist die jüngst vorgestellte Coupévariante des Cadillac CTS-V und zeigt eine sehr eigenständige Designsprache. Zwar wirkt die Heckpartie des Coupés bisweilen etwas überbetont und wuchtig, doch die Gesamterscheinung hebt sich wohltuend von der automobilen Masse ab. Angetrieben wird das CTS-V-Coupé von einem 6,2 Liter großen V8-Aggregat mit untenliegender, zentraler Nockenwelle und Kompressoraufladung. Massige 747 Nm liegen bereits bei 3800 Umdrehungen pro Minute an – eine Urgewalt, die den CTS-V aus jeder Drehzahl überaus forsch antreten lässt und mit den fast zwei Tonnen Lebendgewicht keinerlei Schwierigkeiten hat. Der Dritte im Bunde ist eigentlich im Zeichen des Pferdes gebrandet, doch weicht der heroische Mustang hier einer giftigen Schlange: Der Ford Shelby GT 500, ein nur über den Import zu beziehendes Auto mit stolzer Historie, ist die derzeit heißeste Möglichkeit, einen Ford Mustang zu reiten. Auch er wird von einem Kompressor zwangsbeatmet und mobilisiert aus seinem 5,4 Liter großen V8 satte 558 PS. Wie sich M3, CTS-V und Shelby im Test schlagen, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Tabellen lesen Sie in AUTO BILD SPORTSCARS 3/2011 oder als Download im Heftarchiv.
Technische Daten BMW Cadillac Ford
Motor V8 V8, Kompressor V8, Kompressor
Einbaulage vorn längs vorn längs vorn längs
Hubraum 3999 cm3 6162 cm3 5409 cm3
kW (PS) bei 1/min 309 (420)/8300 415 (564)/6100 410 (558)/6200
Literleistung 105 PS/l 92 PS/l 103 PS/l
Nm bei 1/min 400/3900 747/3800 410/6200
Antriebsart Hinterrad Hinterrad Hinterrad
Getriebe 7-Gang-Doppelkupplung 6-Gang manuell 6-Gang manuell
Tankvolumen 63 Liter 68 Liter 61 Liter
Beschleunigung
0–100 km/h 4,7 s 4,4 s 4,8 s
0–402,34 m 12,83 s 12,49 s 12,79 s
Testverbrauch
Ø auf 100 km 13,0 l Super Plus 16,8 l Super Plus 14,4 l Super Plus
Leergewicht 1640 kg 1920 kg 1718 kg
Höchstgeschwindigkeit 280 km/h 308 km/h 250 km/h (abgeriegelt)
Preis Testwagen 73.050 Euro (inkl. Comp. Paket) 80.490 Euro 57.000 Euro
Autor:

Ralf Kund

Fazit

Leistung ist nicht alles, könnte das Fazit dieses Vergleichs lauten. Denn trotz seiner motorischen Unterlegenheit – zumindest auf dem Papier – sichert sich der BMW M3 den ersten Platz. Auch wenn Cadillac mit dem CTS-V ein beeindruckendes Gesamtpaket gelungen ist – an die sportliche Leichtfüßigkeit des M3 reicht er wegen seines Gewichts nicht heran. Und auch wenn der Ford Shelby GT 500 dank seines Motorsounds für Gänsehaut sorgt und das Triebwerk anschiebt, als gäbe es kein Morgen – das allein reicht noch nicht, um einen M3 zu schlagen.

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