Mit Hochspannung gegen Marder – so funktioniert's

Marderschutz und Marderabwehr fürs Auto

Schutz vor scharfen Zähnen

Steinmarder zerstören bei Revierkämpfen Kabel, Schläuche und Gummis am Motor. AUTO BILD erklärt, welche Methoden es zum Marderschutz gibt und was wirklich wirkt.

Der Marder ist eigentlich ein ganz possierliches Tierchen. Unter der Motorhaube kann er aber bösen Schaden anrichten.

Kratzspuren an Dämmwolle, verräterische Haare oder Bissspuren an Schläuchen und Kabeln – alles Hinweise auf einen geheimnisvollen Besucher: Martes foina, der Steinmarder. Die wilden Gesellen haben ihre Scheu vor Menschen schon lange verloren. Sie nutzen den Überfluss, ernähren sich von Abfall, wohnen auf Dachböden und wüten leider auch besonders gern unter den Motorhauben unserer Autos. Das Problem: Marder sind Einzelgänger, setzen Duftmarken, um ihr Revier zu markieren. Steht das Auto dann im Bereich eines zweiten Marders, geht es zur Sache. Angelockt vom Geruch des Konkurrenten, bekommt der Räuber schlechte Laune und beißt wild um sich. Die kleinen, scharfen Zähnchen perforieren Wasserschläuche und Stromkabel, schnell kostet die Reparatur einen vierstelligen Betrag. Und da die Beschädigungen oft schwer zu erkennen sind, drohen zudem teure Folgeschäden: Zündaussetzer können den Katalysator zerstören, undichte Kühlmittelschläuche zu Motorschäden führen.

Methoden zur Marderabwehr im Auto

Hausmittel: Wenn es um Marderabwehr geht, setzen viele Autobesitzer zunächst auf simple Lösungen. Besonders bekannt sind Hunde- oder Katzenhaare als Marderschreck. Daneben gibt es auch verschiedene Sprays oder Pasten, die die Marder mit ihrem Geruch fernhalten sollen. Auch Toilettensteine oder Mottenkugeln werden gerne als Marderschutz angeführt. Dass diese Abwehr-Methoden tatsächlich effektiv sind, ist jedoch nicht bewiesen. Auch der Drahtzaun unter dem Auto hält den Marder nicht zwangsläufig fern. Er bringt ihn vielleicht nur dazu sich einen anderen Weg zu suchen.
Ultraschall: Hohe Töne im Ultraschall-Bereich sind für die empfindlichen Ohren des Marders unangenehm. Während Menschen die hochfrequenten Geräusche nich wahrnehmen können, halten sie den Nager davon fern. Ein solcher Marderschreck lässt sich problemlos unter der Motorhaube anbringen. In der Regel wird er entweder mit Batterien betrieben oder an die Autobatterie angeschlossen und so mit Strom versorgt. Er hat den Vorteil, dass das Tier nicht verletzt wird oder Schmerzen leidet. Aber: Mit der Zeit können sich die Marder an das Geräusch gewöhnen oder es einfach ignorieren, wenn sie zum Beispiel auf einen Artgenossen treffen.
Strom: Eine dauerhafte Lösung, den Marder vom Auto fernzuhalten, ist der Einsatz von elektrischem Strom. Dabei werden im Motorraum an verschiedenen Stellen Elektroden angebracht. Im Prinzip funktioniert das wie der elektrische Weidezaun auf der Kuhwiese. Der Marder kommt gegen die beiden blanken Metallplatten und erhält einen Stromschlag, erschrickt und verzieht sich. Der Einbau eines solchen Bausatzes ist kinderleicht, zwei Knopfzellen sorgen für den Strom, selbst die Kontaktplatten lassen sich ohne zu schrauben anbringen. Wie der Einbau funktioniert, ist oben in der Bildergalerie zu sehen.
Schutz empfindlicher Teile: Eine wirksame Methode, die den Marder zwar nicht fernhält, aber das Auto vor Schäden schützt, ist es, Kabel und Leitungen zu ummanteln. Dafür eignen sich spezielle Wellrohr-Schutzschläuche. Sie kann der Marder nicht durchbeißen. Diese Form des Marderschutzes ist allerdings sehr aufwendig und lässt sich am besten in der Fachwerkstatt umsetzen. Besonders effektiv wird die Abwehr in Kombination mit Elektroden, die im Fall der Fälle einen kleinen Stromschlag abgeben.
Wichtig: Wenn sich der Marder schon im Motorraum niedergelassen hat, müssen zuvor in einer Motorwäsche die Duftmarken entfernt werden.
Marderschutz und Marderabwehr

Alles für den Marderschutz

Hochspannungs-Marderschutz

Marderschreck (Ultraschall und Hochspannung)

Marderabwehr-Gerät (Ultraschall)

Marderabwehr (LED und Ultraschall)

Wellrohr-Ummantelung

Duftmarken-Entferner

Marderspray

Versicherung: Teilkasko kommt oft nicht zum Zug

Ob die Teilkasko für den Marderschaden am Auto aufkommt, hängt von der Police ab.

Bei den Kfz-Versicherungen werden im Jahr rund 200.000 durch Marder verschuldete Schäden gemeldet. Schadenssumme: über 60 Millionen Euro. Und das sind nur die Kaskofälle. Wer lediglich eine Haftpflicht für sein Auto hat, bleibt auf der Reparatur sitzen. Da die Versicherungs-Gesellschaften heute ihre Vertragsbedingungen frei gestalten können, kann ein Marderbiss je nach Gesellschaft und Police unterschiedlich versichert sein. Manche Versicherer bieten für den Marderschaden und seine Folgen eine gesonderte Police an. Bei anderen Unternehmen wiederum ist er über die Teilkasko-Versicherung mit abgedeckt. Da jedoch die meisten Teilkasko-Policen mit einer Selbstbeteiligung abgeschlossen werden (in der Regel 150 Euro pro Schaden) und diese Summe im Schadensfall verrechnet wird, kommen viele Teilkasko-Versicherungen bei Marderschäden gar nicht zum Zuge, der Autobesitzer trägt den Schaden allein.

Autoren: Bernd Volkens, Lena Trautermann

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Gebrauchtwagen