Mazda MX-3 - MX-6 - RX-7

Mazda RX-7 Mazda RX-7

Mazda MX-3 - MX-6 - RX-7

— 25.02.2002

Generation X

Drei junge Wilde auf dem Weg zum Klassiker: Die Mazda-Coupés mit dem X sind gebraucht mittlerweile heiß begehrt.

Gesuchte Leckerbissen

Mazda-Fahrer schätzen ihre S-Klasse - und meinen die Tugenden ihrer japanischen Musterschüler: solide, sauber, sachlich. Doch nicht alle in der Mazda-Familie sind so brave Gesellen. Drei junge Wilde tummeln sich unter den eher biederen 626-Stufenhecks und 323-Kompakten: die Generation X.

MX-3, MX-6 und RX-7 heißen die heißen Sportcoupés mit Fahrspaß und Temperament. Gute TÜV-Noten gab es für das Trio serienmäßig, doch die Nachfrage - insgesamt keine 25.000 Zulassungen - blieb stets flau. Folge: Mazda stellte die Lieferung ein. Alle drei sind mittlerweile nur noch gebraucht zu kriegen. Gesuchte Leckerbissen, denn jedes Coupé hat etwas Besonderes zu bieten: der MX-3 den kleinsten Seriensechszylinder (1,9 Liter), der Klassiker RX-7 kultiviert seit 20 Jahren den Wankelmotor, und der MX-6 geriet so gut, daß Ford ihn mit abgewandelter Karosserie als Probe in die eigenen Schaufenster stellte.

Karosserie und Technik

Typisch Mazda heißt es beim Rostcheck des TÜV. Hier fällt keiner der drei Kandidaten durch, mit ganz weißer Weste trumpfen sogar der 93er RX-7 und der 92er MX-3 auf. Nur der mittlere Bruder MX-6 (93) hat ein paar rostige Schrauben und Halterungen. Im Kern grundsolide, da müssen kleinere Roststellen nicht sein. Sind aber: Bei allen MX-3 vergammeln die Blechringe um die Nebelscheinwerfer, und die Bremsscheiben korrodieren überdurchschnittlich. Beim MX-6 ist die Auspuffanlage ab dem Kat anfällig.

Nur der RX-7, Teuerster der Coupé-Bande und zuletzt 95 für 87.000 Mark angeboten, ist völlig mängelfrei. Auch sonst zeigt sich die letzte RX-7-Generation ohne Fehl und Tadel. Alle 10.000 Kilometer Ölwechsel, alle 20.000 Kilometer die Chassis-Schraubverbindungen nachziehen, alle 40.000 Kilometer neuer Benzinfilter - bei diesem Wartungsplan kann keine Werkstatt reich werden. Ein Zubrot garantieren Reifen und Bremsen, die von den zuletzt gelieferten 240 Wankel-PS recht flott verschlissen werden.

Eine Coupé-Klasse tiefer wird dafür eher Geld verdient. Besonders gern setzen sich die Bremssättel beim MX-6 fest, und die Stabilager schlagen aus. Durch die Motorhitze werden zudem die Zündkabel porös. Wichtig für Gebrauchtwagenkäufer: Wurde der Zahnriemen nach 100.000 Kilometern gewechselt? Eine Investition von 450 Mark - sonst droht ein teurer Motorschaden.

Motor und Fahrwerk

Der Zahnriemen steht ebenfalls beim MX-3 nach dieser Zeit im Wartungsheft. Und auch bei ihm sind die Stabilager schnell ausgeschlagen, müssen ersetzt werden (rund 350 Mark pro Paar). Wer ein Modell bis 93 am Haken hat, sollte vor dem Kauf unbedingt abklären, ob das Coupé in der Rückrufaktion wegen der Federbeinteller war. Die Teller wurden damals getauscht, weil Gefahr bestand, daß sich lösende Federn in die Reifen bohren. Immer einen Blick wert sind außerdem die Achsmanschetten des Fronttrieblers.

Wie eine Rakete geht der RX-7. Brutal bissig, hart schüttelnd und - brandgefährlich. Besonders auf nasser Straße driftet der Hecktriebler tückisch schnell ins Abseits. Der MX-6 verzeiht dafür schon mal Fahrfehler, untersteuert leicht und läßt sich exakt lenken. Unsere Tester (AUTO BILD 1993) bescheinigten dem MX-6 ein Fahrverhalten auf Niveau des 3er-Coupés von BMW.

Größere Macken sind der Generation X also fremd. So bleibt das Hauptproblem des Interessenten die Verfügbarkeit. In freier Wildbahn sind die drei jungen Wilden sehr selten anzutreffen. Und wer doch einen "erlegt", gibt ihn so schnell nicht wieder her.

MX-3: Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1/92 Neueinführung auf Basis des 323. Zwei Motoren: 1.6i 16V (88 PS) und weltkleinster Sechszylinder 1.9i V6 24V (133 PS) 2/94 verbesserte Motoren mit L-Jetronic lösen die ursprünglichen Einspritzversionen ab: 1.6i 16V mit 107 PS und 1.9i V6 mit 129 PS. Doppel-Airbag und ABS serienmäßig; Sondermodell "Youngster" ohne ABS und Airbags 8/96 Sondermodelle: "Rio" mit Alufelgen und Metallic-Lackierung,"Rave" mit Heckspoiler, Lederlenkrad und Velourssitzen. 12/96 Produktionsende 1/98 Einstellung der Serie und Ausverkauf der letzten Exemplare

Schwachstellen • Federbeinteller mit zu kleiner Dimension waren der Grund für eine Rückrufaktion 1993. Mazda fürchtete, die Federn könnten überspringen und sich in die Reifen bohren • Nebelscheinwerfer sind steinschlaggefährdet, weil sie tief in die Frontschürze integriert sind. Außerdem verrosten regelmäßig die Blechringe um die Gläser • Stabilager schlagen mit der Zeit aus und werden beim nächsten TÜV beanstandet • Zahnriemen sind naturgemäß anfälliger als Steuerketten. Alle 100.000 Kilometer empfiehlt Mazda den Tausch

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel eines Mazda MX-3 1.9i V6, 98 kW/ 133 PS, Baujahr 1992. Zum Aldi-Tarif gab es japanische Teile noch nie - aber der Preis für einen neuen Scheinwerfer ist blanker Wahnsinn.

MX-6: Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 9/91 Debüt des Coupés auf der IAA Frankfurt. Basis ist die 626-Limousine. Antrieb, Fahrwerk und Plattform sind mit dem Ford Probe verwandt, der von Mazda in den USA gebaut wird 2/92 Markteinführung. Zwei Motoren: 16V mit 115 PS und 2.5 V6 24V mit 165 PS. ABS serienmäßig. Basispreis: 37.500 Mark 1/93 Spitzenmodell V6 24V 4WS: Allradlenkung für verbesserte Kurvenstabilität (Hinterräder werden geschwindigkeitsabhängig zu den Vorderrädern gelenkt). Preis: 51.750 Mark 9/95 Geänderter V6-Motor mit 163 PS löst Vorgängermodell ab 3/97 Produktionsende

Schwachstellen • Führungsgelenke oder Stabilager schlagen aus, kosten aber neu nur rund 340 Mark pro Paar • Bremssättel setzen sich durch Schmutz und Korrosion leicht fest • Zahnriemen alle 100.000 Kilometer austauschen lassen und die ansonsten nur schwer zugängliche Wasserpumpe gleich mit checken - meist wird sie nach dieser Laufleistung und einem Alter von vier bis fünf Jahren undicht • Zündkabel werden durch die Nähe zum heißen Motor schnell porös und garantieren dann keine einwandfreie Zündung mehr. Aber auch Marder lieben Mazda-Teile und verbeißen sie schon mal • Auspuff - zählt zu den Verschleißteilen und ist beim MX-6 stets auffällig schnell vergammelt

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel eines Mazda MX-6, 2.5 V6, 121 kW/ 165 PS, Baujahr 1993. Billig sind Coupé-Reparaturen nicht. Immerhin sind die Preise der schnell verschlissenen Bremsen noch tragbar.

RX-7: Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 3/78 Debüt des 2+2-Sitzers mit weiterentwickeltem Kreiskolbenmotor (Wankel-Patent) und 105 PS. Basispreis: 8200 Mark 9/85 zweite Generation mit Einzelradaufhängung 8/87 Cabrioversion Turbo mit 180 PS 9/89 Motorleistung auf 200 PS angehoben 10/91 dritte Generation mit neuer Karosserie, leistungsgesteigert auf 240 PS. Basispreis: 85.500 Mark 8/94 Doppelairbag serienmäßig 3/95 Wegfahrsperre serienmäßig 3/96 Importeinstellung, in Japan noch Produktion als Rechtslenker

Schwachstellen • Auspuff-Flansche leiden beim temperamentvollen RX-7 am meisten unter dem feurigen Motor, verrosten oberflächlich • Öldruckschalter lassen vereinzelt einen Tropfen nach außen dringen • Schrauben der Karosserie- und Chassisverbindung sollten regelmäßig nachgezogen werden • Bremsbeläge und -scheiben gehören bei Sportcoupés naturgemäß zu den recht häufig benötigten Verschleißteilen

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer ohne Lohn am Beispiel eines Mazda RX-7 Turbo, 176 kW/ 240 PS, Baujahr 1993. Arbeitswerte gibt es fast nicht. Bei Unfallschäden kann nur ein Sachverständiger den Reparaturaufwand kalkulieren.

Fazit und Expertentipp

Fazit "Das kleinste Mazda-Coupé ist ein anspruchsloses Spaßauto. Außer normalen Inspektionsarbeiten gibt es kaum Schwachpunkte. Dazu gehören die Stabilager, die meist nach einigen 10.000 Kilometern ausgeschlagen sind und vom TÜV bemängelt werden. Unschön sind die verrosteten Blechzierringe der Nebelscheinwerfer. Auch die Bremsscheiben sind beim MX-3 schnell unansehnlich korrodiert. Wie bei allen Fronttrieblern sollten die Achsmanschetten regelmäßig auf Dichtigkeit geprüft werden, der Zahnriemen ist nach spätestens 100.000 Kilometern fällig. Von den Motoren ist der Mini-Sechszylinder mit 129 oder 133 PS die aufregendste Variante."

Fazit MX-6 "Der 6er ist ein solides Coupé, allerdings nicht ganz sorgenfrei. Ganz typisch: festsitzende Bremssättel, ausgeschlagene Stabilager und rostige Auspuffanlagen hinterm Katalysator. Und wenn der Zahnriemen nach 100.000 Kilometern gewechselt wird, sollte die schwierig zu erreichende Wasserpumpe ebenfalls gecheckt werden. Sie ist nach dieser Laufleistung oft undicht. Auch eine Frage des Alters: poröse Zündkabel, bei denen die Funken fliegen. Matte Plastikschnauze? Das Ergebnis häufiger Waschstraßenbesuche. Auch mit Politur läßt sich das nicht immer ausgleichen. Von den Motoren paßt zum Coupé-Charakter der V6 mit 165 PS natürlich besser als der 115-PS-Vierzylinder."

Fazit RX-7 "Der RX ist ein automobiler Leckerbissen, sowohl technisch wie qualitativ. Dieser Mazda kommt nur selten in die Werkstatt. Und dann nur deshalb, um möglicherweise losvibrierte Schrauben nachziehen zu lassen und das Öl alle 10.000 Kilometer zu wechseln. Die häufigsten Verschleißteile sind Bremsbeläge und Reifen - kein Wunder bei dem bis 240 PS starken Turbo-Hecktriebler. Der von Mazda weiterentwickelte Wankelmotor macht überhaupt keine Schwierigkeiten und läuft ohne Probleme mehr als 200.000 Kilometer. Einziges Manko: Der sehr ruhig und leise laufende Kreiskolbenmotor hat einen Riesendurst - um die 20 Liter pro 100 Kilometer kostet der ultimative Fahrspaß." Eduard Baumgartner, Mazda-Meister, Hamburg

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