Mazda MX-5 gegen BMW Z4

Mazda MX-5 gegen BMW Z4: Cabrios im Test

— 02.10.2015

Hängt Mazda jetzt BMW ab?

Vorschusslorbeeren hat der neue MX-5 zahlreich geerntet. Nun stellt sich der Mazda dem längst etablierten BMW Z4 – ein spannendes Duell.

Womit vergleicht man bloß ein Auto, das sich in seiner 26-jährigen Baureihen-Geschichte zu einem klassen- und konkurrenzlosen Original entwickelt hat? Wer nimmt es auf mit dem neuen, federleichten Mazda MX-5 in der Topversion? Bei dem klingt alles nach Freude am Fahren. Und das hat sich doch BMW auf seine Firmen-Fahnen geschrieben! Der Z4 betört Tester und Kunden seit 2009 mit hinreißenden Roadster-Proportionen, markentypischer Dynamik und einem ausgewogenen Charakter. Ein Typ für alle Fälle.

Gegen den BMW ist der Mazda ein echtes Schnäppchen

Teuer: Der BMW Z4 sDrive 20i mit 184 PS und Extras wie adaptivem Fahrwerk kostet stolze 44.490 Euro.

Gegen das 160 PS starke MX-5-Topmodell Skyactiv-G 160 I-Eloop Sports-Line (Frage: Wie viele Sake hat der Schöpfer dieser Modellbezeichnung eigentlich getrunken?) hätte das Z4-Basismodell sDrive 18i mit 156 PS für 34.250 Euro gut gepasst. Leider konnte BMW das Basismodell nicht liefern. Wohl aber den 20i mit 184 PS und Extras wie adaptivem Fahrwerk. Testwagenpreis: 44.490 Euro. Dagegen mutet die Mazda-Forderung geradezu bescheiden an: 28.990 Euro kostet der teuerste MX-5. Äpfel gegen Birnen? Askese gegen Luxus? Mitnichten. Denn der MX-5 Sports-Line hat unter anderem serienmäßig Leder, Klimaautomatik, Bose-Sound, Spurhalteassistent und Navi an Bord. Dinge, die im BMW Aufpreis kosten. Oder wie der Spurhalteassistent im Z4 gar nicht zu haben sind. Aber im Mazda wollen wir nicht entertaint, navigiert, beheizt oder gekühlt werden. Wir wollen einfach nur fahren. Und schalten die im Sports-Line serienmäßigen Features aus, dafür die Sinne ein.
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Der MX-5 besinnt sich auf grundlegende Roadster-Tugenden

Klein und leicht: Bei gemessenen 1070 Kilogramm Leergewicht reichen 160 PS für großen Fahrspaß.

Bevor es losgeht, entriegeln wir den Zentralhebel des Verdecks und werfen es lässig nach hinten. Durchatmen. Gas geben, kuppeln, schalten, lenken, bremsen – im MX-5 werden diese profanen, autoalltäglichen Nebensächlichkeiten zu einem sinnlichen Erlebnis. Ein gemessenes Leergewicht von gerade mal 1070 Kilogramm trifft auf 160 drehzahlverliebte Pferdestärken, die völlig heiß darauf sind, den hinteren Rädern im Scheitelpunkt einer scharfen Kurve einen kleinen Kick zu geben. Denn das ESP lässt kleine Heckschwenks zu, bevor es regelt. Der rührend röhrende Zweiliter-Sauger dreht hochmotiviert, die Gänge legen sich quasi von selbst ein, so willig und leicht lässt sich der kurze Joystick durch die Kulisse bewegen, nein tänzeln. Die rückmeldungsreiche Lenkung gibt die Choreografie vor, und zwar so zackig, dass die Kurve schon durchfahren ist, bevor man sie sieht. Dieser Sportwagen ist eine gefühlte Verlängerung der eigenen Extremitäten zur Fahrbahn. Extrem kompromisslos. Unmittelbar, hochpräzise, leichtfüßig. Du fühlst die Mechanik, spürst den Asphalt, gierst nach Kurven. Der MX-5 zieht dich in seinen Bann.
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Wir steigen um in den Z4 – und in eine andere Welt. Bequeme Sessel mit üppiger Sitzfläche und weiterem Verstellbereich, routiniertes Finish, ein blechernes Dach, vier Seitenfenster. Der Z4 fühlt sich limousinenhaft an. Druck auf den Startknopf: ein unaufdringliches, jedoch beliebig klingendes Vierzylinderbrummen dringt in den gut gedämmten Innenraum. Kupplung treten, erster Gang. Aha: Der flutscht nicht so geschmeidig rein wie im Mazda.

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Das Fahrwerk des Z4 kann auch komfortabel

Höheres Gewicht, längerer Radstand: Logisch, dass der BMW wesentlich geschmeidiger federt als der Mazda.

Wir geben Gas. 270 Nm drücken schon ab 1250 Touren ins Kreuz, dementsprechend vehement beschleunigt der BMW auch aus niedrigen Drehzahlen. Aber der MX-5 wird nicht kleiner im Rückspiegel. Im Gegenteil, er setzt an zum Überholen: Abgesehen von der Elastizität von 80 auf 120 km/h im sechsten Gang und der Höchstgeschwindigkeit bietet der Mazda die etwas vitaleren Fahrleistungen. Vorteil Fliegengewicht. Denn der BMW ist 428 Kilogramm schwerer und 32 Zentimeter länger als der MX-5. Höheres Gewicht und längerer Radstand, logisch, dass der BMW wesentlich geschmeidiger federt. Erst recht mit dem aufpreispflichtigen Adaptivfahrwerk, mit dem unser Testwagen ausgestattet ist. Limousinengleich schluckt der Z4 in Komfort-Stellung dann auch üble Unebenheiten wie Kopfsteinpflaster. Selbst im Sport-Modus federt der BMW etwas softer als der MX-5 Sports-Line mit serienmäßigem Sportfahrwerk. Aber Komfort ist wohl das Letzte, was MX-5-Jünger von ihrem Liebling erwarten.

Zumindest nach Punkten liegt der Münchner im Test vorne

Japanischer Purist oder deutscher Alleskönner? Sieger der Herzen ist eindeutig der Mazda MX-5.

Masochistische Neigungen sind dennoch nicht nötig, um den Mazda zu mögen. Denn seine Federung schlägt nicht durch, die gröbsten Stöße hält er von seinen Insassen fern. Während der BMW beides können will, nämlich komfortabel und sportlich, besinnt sich der Mazda auf sein Lieblingsfach Sport. Er deckt das Minimum an automobilen Grundbedürfnissen, erfüllt aber das Maximum an Fahrspaß. Bewertet nach dem AUTO BILD-Testschema, muss er sich dem BMW jedoch knapp geschlagen geben. Der Z4 hat mehr Platz, die besseren Sitze, ist leiser, deutlich verwindungssteifer und federt komfortabler. Im Karosserie- und Komfort-Kapitel holt der dicke Bayer so viele Punkte, die der kleine Japaner auch in der gewonnenen Antriebs- und Fahrdynamik-Wertung nicht mehr aufholen kann. Selbst der enorme Preisunterschied von 15.500 Euro reicht nicht, um an dem deutschen Alleskönner vorbeizuziehen.

Zum Glück hat Mazda der Versuchung widerstanden, den MX-5 zum Vergleichstestsieger zu entwickeln. Denn dann wäre er ein anderer Typ geworden. Jetzt ist er Sieger der Herzen – mit Leichtigkeit und Charakterstärke. Genau so lieben wir ihn!
Fahrzeugdaten BMW Mazda
Modell BMW Z4 sDrive 20i Mazda MX-5 Skyactiv-G 160 Sports-Line
Motor Vierzylinder, Turbo Vierzylinder
Einbaulage vorn längs vorn längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb Kette Kette
Hubraum 1997 cm³ 1998 cm³
kW (PS) bei 1/min 135 (184)/5000 118 (160)/6000
Nm bei 1/min 270/1250 200/4600
Vmax 235 km/h 214 km/h
Getriebe Sechsgang manuell Sechsgang manuell
Antrieb Hinterradantrieb Hinterradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 225/45–255/40 R 17 V 205/45 R 17 W
Reifentyp Bridgestone Potenza RE 050 A Bridgestone Potenza S 001
Radgröße 8–8,5 x 17" 7 x 17"
Abgas CO2 159 g/km 154 g/km
Verbrauch* 8,9/5,6/6,8 l 8,7/5,4/6,6 l
Tankinhalt 55 l/Super 45 l/Super plus
Kältemittel R134a R134a
Vorbeifahrgeräusch 74 dB (A) 67 dB (A)
Anhängelast gebr./ungebr. keine keine
Kofferraumvolumen 180–310 l 130 l
Länge/Breite/Höhe 4239/1790–1951**/1291 mm 3915/1735–1920**/1230 mm
Testwagenpreis 44.490 Euro 28.990 Euro
* innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km; ** Breite mit Außenspiegeln

Brandneuer MX-5 gegen gereiften Z4

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt von folgenden Modellen: BMW Z4 sDrive 20i und Mazda MX-5 Skyactiv-G 160 (Vergleichstest).

Veröffentlicht:

25.09.2015

Preis:

1,00 €

Lars Busemann

Lars Busemann

Fazit

Mal so unter uns: Kein MX-5-Fan käme auf die Idee, sich einen viel größeren, schwereren und teureren Roadster mit Blechklappdach zu kaufen. Sachlich und in Punkten betrachtet, ist der Z4 in der Summe seiner Eigenschaften das etwas bessere, da perfektere Auto. Aber für den MX-5 spricht das Herz!

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