McLaren 570GT (Genf 2016): Sitzprobe

McLaren 570GT im Test (Genf 2016): Sitzprobe

— 29.02.2016

Edler Brite mit Manieren

Die Modelloffensive bei McLaren geht weiter. Das dritte Modell der Sport Series soll der luxuriöseste und praktischste McLaren aller Zeiten sein. Sitzprobe im 570GT!

Der 570GT soll der luxuriöseste und komfortabelste McLaren sein.

McLaren zeigt auf dem Autosalon Genf 2016 den brandneuen 570GT. Kurze Einordnung: Inzwischen hat der britische Sportwagenhersteller drei Modellreihen im Angebot. Die Highend-Geräte P1 und P1 GTR (beide längst ausverkauft) sind als Ultimate Series deklariert. Darunter rangiert die Super Series mit 650S und 675LT (auch ausverkauft). Die Einstiegsklasse in die McLaren-Welt bildet die Sport Series mit 540C, 570S und jetzt neu dem 570GT. Die Briten behaupten, der 570GT sei das luxuriöseste und vor allem praktischste Modell, das je die Hallen in Woking verlassen hat. Das wollen wir herausfinden.

Autosalon Genf 2016: Highlights

Der Einstieg in die feinen Ledersitze gelingt trotz Flügeltüren ohne Verrenkungen.

Der Einstieg gelingt trotz Flügeltüren spielend leicht. Sogar Softclose ist mit an Bord. Anders als bei manchen Konkurrenten mit Flügel- oder Scherentüren muss man kein Leistungsturner sein, um den 570GT zu entern. Das liegt daran, dass der Türschweller tiefer und schmaler designt wurde als bei den großen Brüdern. Speziell der auf 500 Stück limitierte 675LT verlangt beim Einsteigen Gelenkigkeit von Fahrer und Beifahrer. Der lässige Auftritt vorm Edel-Restaurant oder der Eisdiele ist im 570GT also kein Problem.

Ein Innenraum zum Wohlfühlen

Im Innenraum erwarten einen nicht etwa karge Schalensitze, die nur manuell längs verstellbar sind. Nein, im 570GT gibt es serienmäßig elektrische Sportsitze in feinstem Leder. Das achtfach verstellbare Gestühl ist auf den ersten Eindruck komfortabel und bietet trotzdem genügend Seitenhalt, ohne dass man das Gefühl hat, in einem Schraubstock zu sitzen. Das Infotainment-System mit Sieben-Zoll-Display ist bereits aus dem 570S bekannt. Nach kurzer Eingewöhnung lassen sich Klima, Telefon und Navi intuitiv bedienen. Eine etwas längere Eingewöhnung erfordern die Fahrzeugeinstellungen auf dem LCD-Display links neben dem Drehzahlmesser. Per Lenkstockhebel lassen sich die verschiedenen Untermenüs aufrufen. Außerdem wird die optionale Lift-Funktion darüber bedient.

Fahrbericht McLaren 570S Coupé

Gran Turismo mit doppeltem Stauraum

Insgesamt passen 370 Liter Gepäck in den GT.

Besonders stolz ist McLaren auf das serienmäßige Panorama-Glasdach, das sich bis zur Heckklappe durchzieht. In der Tat lässt das mit 18 Prozent Tönung versehene Dach den Innenraum luftiger und weniger gedrungen wirken. Zuerst gab es ein Glasdach übrigens im auf 375 Stück limitierten P1. Damit der 570GT zum praktischen Wochenend-Gran-Turismo wird, spendiert McLaren dem 570GT ein zusätzliches Gepäckabteil hinter den Sitzen. Wo sich beim 570S schon der Motor breit macht, finden beim 570GT 220 Liter Gepäck Platz. Das sogenannte Touring Deck ist mit einer seitlich öffnenden Glasheckklappe versehen. Da kommen zwangsläufig Erinnerungen an den Jaguar E-Type hoch. Je nach Konfiguration (Links- oder Rechtslenker) öffnet das Gepäckabteil zum Bürgersteig hin. Da hat jemand mitgedacht! Entriegeln funktioniert über einen Knopf in der Mittelkonsole oder per Funkfernbedienung. Natürlich wird das Gepäck nur auf edelstes Leder gebettet. Die Verarbeitungsqualität ist extraklasse.

In weniger als zehn Sekunden auf 200 km/h

Video: McLaren 570S (2015)

Der McLaren für den Alltag

Kombiniert mit dem vorderen Kofferraum (150 Liter Volumen) stehen insgesamt also 370 Liter Stauraum zur Verfügung. Da steht einem Wochenendtrip nichts mehr im Wege. Damit man auch entspannt am Ziel ankommt, wurden die Federraten verfeinert, der Auspuff etwas leiser getrimmt und spezielle Pirelli-Reifen aufgezogen, die leiser abrollen. Den 3,8-Liter-V8 kennen wir bereits aus dem 570S. Auch im 570GT leistet er 570 PS und 600 Nm maximales Drehmoment. So beschleunigt der nur 1350 Kilogramm schwere McLaren in 3,4 Sekunden auf 100 km/h. 200 km/h fallen vor der magischen Zehn-Sekunden-Grenze (9,8 Sekunden) und der Vortrieb endet erst bei 328 km/h. Damit ist der 570GT genauso schnell wie der 570S. Man kommt also nicht nur komfortabel, sondern auch schnell ans Ziel.

Panorama-Glasdach und spezielle Felgen

Optisch unterscheiden das Panorama-Glasdach und die 15-Speichen-Felgen den GT vom 570S. Der Motor ist der gleiche.

Optisch differenziert sich der 570GT nur marginal von der S-Variante. Einfachste Unterscheidungsmerkmale sind das Panorama-Glasdach, das in die gläserne Heckklappe übergeht und die speziell für den 570GT entwickelten 15-Speichen-Felgen. Dazu kommen Kleinigkeiten wie ein um zehn Millimeter vergrößerter Heckspoiler und Türeinsätze im Wagenfarbe beim GT (beim 570S Carbon oder Paladium). Die zusätzliche Ausstattung gibt es natürlich auch bei McLaren nicht umsonst. Der 570GT ist in Deutschland ab 195.350 Euro zu haben. Das sind knapp 14.000 Euro mehr als für den 570S fällig werden. Die ersten Kundenfahrzeuge werden Ende 2016 ausgeliefert.

McLaren 570GT (Genf 2016): Sitzprobe

Autor:

Jan Götze

Fazit

Wer auf extrovertiertes Design steht, aber dennoch nicht auf Luxus und Fahrleistungen verzichten will, für den ist der neue 570GT eine Option. Für den perfekten Auftritt hat McLaren übrigens auch ein speziell angefertigtes vierteiliges Gepäckset im Angebot. Ob der 570GT wirklich der praktischste und komfortabelste aller McLaren ist, werden wir bei der ersten Probefahrt herausfinden. Die Zutaten stimmen!
 

Stichworte:

Gran Turismo Sportwagen

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