Mercedes G 350 d Professional (2016): Sitzprobe

Mercedes G 350 d Professional (2016) im Test: Sitzprobe

— 31.05.2016

Ein G für große Kinder

Nacktes Bodenblech, Badewannenstöpsel und Fensterkurbeln – der G 350 d Professional ist ein rauer Bursche. Wie viel Abenteuer steckt drin? Sitzprobe!

Mattschwarzer Kühlergrill und schwarz lackierte Leichtmetallräder gehören zur Serie.

Für alle die es puristisch mögen, bringt Daimler wieder eine Mercedes G-Klasse Professional. Anders als beim Vorgänger G 300 CDI (W461), basiert der G 350 d Professional nicht auf einer älteren Baureihe, sondern auf dem aktuellen W463. Damit bekommt der Profi den gleichen Dreiliter-V6-Diesel wie der G 350 d. So stecken 245 PS unter der Haube, die an ein Siebengang-Automatikgetriebe gekoppelt sind. Den mattschwarzen Kühlergrill, schwarz lackierte Leichtmetallräder im Fünfspeichen-Design sowie Allterrainreifen im Format 265/70 R 16 sind standardmäßig an Bord. Das Fahrwerk wurde so angepasst, dass der Professional einen Zentimeter mehr Bodenfreiheit bekommt (24,5 statt 23,5 Zentimeter). Auch der Böschungswinkel von 36 Grad vorn und 39 Grad hinten konnte gegenüber der dem G 350 d mit je 30 Grad verbessert werden.

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Einfach mal mit dem Hochdruckreiniger reinhalten

Zurück zu den Wurzeln: Handkurbeln statt elektrischer Scheibenheber.

Doch viel wichtiger als das, was der Profi-G hat, ist das, was er nicht hat: So fehlt etwa der Teppich. Stattdessen verdecken Gummimatten das lackierte Blech, und das auch nur teilweise. Antirutsch-Klebestreifen von 3M sind hier und da zu finden sowie ein Stöpsel für den Ablauf. Dreck und Matsch lassen sich also gleich mit dem Hochdruckreiniger rausspülen. Auch die inneren Türverkleidungen fehlen, was bei breiten Insassen gleich für mehr Armfreiheit sorgt. Die elektrischen Scheibenheber wichen Handkurbeln, wie man sie bei Mercedes schon vor zwanzig Jahren verwendete. Manch einem wird bei diesem Purismus das Herz aufgehen und sich auch darüber freuen, dass der aufgesetzte Bildschirm auf der Mittelkonsole durch den Professional-Schriftzug ersetzt wurde. Navi gibt's nur im optionalen Radio. Die teilelektrischen Sitze sind mit Stoff bezogen, was ins rustikale Gesamtbild passt und trotzdem Rücken und Po schmeichelt. Nur der Armaturenträger und das Lenkrad aus dem herkömmlichen G 350 d sind geblieben, was mit Blick auf das griffige sowie elektrisch in Höhe und Längsrichtung einstellbare Lenkrad eine gute Entscheidung war.

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Optional mit bedrohlicher Optik

Mit der starr montierten Anhängekupplung lassen sich bis zu 3200 Kilo ziehen. 

Mit zahlreiche Optionen lässt sich der G 350 d Professional noch mehr auf Offroad trimmen. Die vordere Stoßstange ist zum Beispiel in Stahlausführung mit Vorrüstung für eine Seilwinde lieferbar. Für eine noch brachialere Optik sorgt das Professional Offroad-Paket mit Steinschlagschutzgitter für die Xenon-Scheinwerfer und die Blinker. Mit dem dunkel getönten Glas für die hinteren Seitenfenster und die Heckscheibe wirkt die G-Klasse wie ein Einsatzwagen für Spezialeinheiten, dazu passt auch der neue Sonderfarbton "Wüstensand". Außerdem bringt das Profi-Paket grobe Holzplanken in den Kofferraum. Der Dachgepäckträger bietet eine ideale Aussichtsplattform für Expeditionen. Weitere Extras sind seitliche Trittbretter, Lastschutznetz, Laderaumabdeckung und eine starr montierte Anhängekupplung, mit der sich bis zu 3200 Kilo ziehen lassen. Die Nutzlast des G 350 d Professional liegt bei 592 Kilo.

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Günstigste G-Klasse und trotzdem teuer

Gut 10.000 Euro mehr als für den Vorgänger und 10.000 weniger als für den normalen G 350 d, also mindestens 79.968 Euro muss man ab September 2016 für den neuen Profi auf den Tresen legen. Damit ist der Profi der Günstigste der aktuellen G-Klasse-Baureihe und trotzdem noch verdammt teuer. Es gibt offenbar genug Fans, die im Herzen immer noch das abenteuerlustige Kind in sich tragen.

Mercedes G 350 d Professional (2016): Sitzprobe

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Mercedes G-Klasse gebraucht kaufen ab 25.000 Euro

Gute W 463 sind gebraucht ab 25.000 zu haben.

Die neueste Generation der G-Klasse W 463 wird seit 1990 angeboten. Für ein gutes Modell mit weniger als 150.000 Kilometern müssen auch für die älteren G-Klassen noch mindestens 25.000 Euro gezahlt werden. An der Technik hat sich seit damals kaum etwas geändert. Militär-Versionen (Wolf) sind günstiger zu haben, oftmals aber in einem schlechten Zustand. Darauf sollte man achten: Ölverlust am Antriebsstrang ist ein typisches G-Leiden. Rost ist vor allem bei Fahrzeugen der Baureihe 460 (bis Baujahr 90) ein ernstes Problem. Bei hartem Geländeeinsatz leiden die Stoßdämpfer sehr stark.

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