Mercedes SLS AMG E-Cell: Fahrbericht

Mercedes SLS AMG E-Cell: Fahrbericht Mercedes SLS AMG E-Cell: Fahrbericht

Mercedes SLS AMG E-Cell: Fahrbericht

— 21.06.2010

Unter Starkstrom

Mercedes setzt den SLS unter Strom. Und wie: Als "E-Cell" berauscht der quietschgelbe Prototyp mit gewaltigen Fahrleistungen. Doch toppt er damit auch den klassischen Achtzylinder?

In elf Sekunden auf Zweihundert und zu hören ist – nichts. Doch halt, da sind die brummenden Reifen und auch der Fahrtwind. Beide Geräusche werden üblicherweise vom sonoren Klangteppich unserer Otto- oder Dieselbrenner weggebrummt, hier sind sie dominant. Ansonsten ist das Leise des Mercedes SLS AMG E-Cell, so der vollständige Name des quietschgelben Prototypen, eine echte Sensation – ohne Abstriche bei der Fahrleistung. Schon der SLS mit V8 ist bekanntlich kein Kind von Traurigkeit und beschleunigt in 3,8 Sekunden auf 100 und in 10,8 auf 200 km/h

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Der stromgetriebene Flügeltürer, der 2013 tatsächlich auf den Markt kommen soll, ist genauso gut. Er schafft die Eckwerte in 4,0 bzw. 11,0 Sekunden, dabei befindet er sich erst im Frühstadium seiner Entwicklung. Ich möchte nicht wissen, was in den Drähten los ist und wenn sie den Amazonas an Elektronen zum Strömen bringen und diesen Zweitonner nach vorne prügeln. Für den Fahrer ist es jedoch ganz einfach: Am Fahrpedal Strom geben oder "Aufschalten", wie die Lokfüher sagen, und schon geht das Ding ab wie die Sau. Die Ingenieurleistung von AMG ist exzellent. Statt nur einen Motor, wie der SLS V8, hat der E-Cell SLS gleich vier Stück, und zwar an jedem Rad einen, per kurzer Antriebswelle verbunden, damit die ungefederten Massen gering bleiben.

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Allein der optische Auftritt macht den SLS zum Star, selbst in dieser Farbe.

Statt 571 PS des fossilen SLS sind es jetzt 533 PS oder besser 392 Kilowatt. Schaltgetriebe? Fehlanzeige – nur eine fixe Übersetzung, um die 12.000 Umdrehungen der E-Motoren straßenverträglich runter zu schrauben. Auspuff? Fehlt. Straßenlage? Brillant, auch wegen der Möglichkeit, jedes Rad schlau geregelt individuell anzutreiben – nichts ist besser. Schließlich die Bremsen: Zwei Systeme. Dem üblichen thermischen Tempovernichter (Scheibenbremse, im E-SLS sogar Keramik) steht die Rekuperation zur Seite, mit der gleich wieder Strom gewonnen wird. Die Intensität der Strombremse wird an den verwaisten Schaltpaddles am Lenkrad gesteuert.

Preis? Geschätzte 250.000 Euro

Soweit die guten Nachrichten. Statt des Tanks mit 85 Litern sind nun 324 Lithium-Ionen-Zellen in sechs Kästen vom Format je eines Umzugskartons an Bord, die eine halbe Tonne wiegen. Deren energetischer Gesamtinhalt  – jetzt bitte tapfer sein – entspricht drei Litern Benzin. Dafür ist der elektrische Wirkungsgrad viel besser, ungefähr das Dreifache vom Otto, macht also genau genommen zehn bis 15 Liter Sprit. Was soll das ganze Ding also? Seelsorge! Elektro gilt als gut und rein. Beim geschätzten Preis von einer Viertelmillion landet der E-Cell Flügeltürer (dito der Tesla Roadster oder der geplante Audi e-tron) in Händen von Sammlern, die vor lauter Geld nicht wissen, was der eigentliche Sinn des Lebens ist, aber wegen ihrer sonstigen Spritverschwender in der Garage ein Imageproblem haben.

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Autor: Bernhard Schmidt

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