Mercedes Sport Cruiser (2017): R-Klasse-Nachfolger

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Mercedes Sport Cruiser (2017): R-Klasse-Nachfolger

— 04.11.2013

So kommt der R-Klasse-Nachfolger

Mercedes denkt über einen Nachfolger der R-Klasse nach: Der Sport Cruiser wird ein Benz wie ein Ü-Ei, denn er ist Kombi, Van und Coupé zugleich.

Mercedes hat seine Not mit Autos, die nicht in klassische Kategorien passen. Vans zum Beispiel. Der Vaneo war ein Flop, der Vito ein Nutzfahrzeug, der Viano mehr Kleinbus. Auch die auf edel getrimmte R-Klasse blieb hinter den Erwartungen zurück: zu groß, zu sperrig, zu teuer. Trotzdem wagt Mercedes einen weiteren Anlauf: Mit der neuen V-Klasse, die wieder edler Ableger des Vito wird – und mit einer neuen R-Klasse. Die soll Sport Cruiser heißen und ein riesiges Überraschungsei werden, in dem drei Autos stecken: ein Kombi mit viel Platz für großes Gepäck, ein Van mit drei Sitzreihen und bis zu sieben Sitzplätzen und ein elegantes Coupé.  

Das Design: eleganter Cruiser statt Hochdach-Bomber

Sollte der Sport Cruiser kommen, dann 2017 auf Basis der neuen E-Klasse. Die Preise werden nach heutiger Schätzung bei rund 55.000 Euro beginnen.

Drei Meter Radstand – was darun­ter liegt, erfordert eine Brechstange, um sieben Sitze unterzubringen. Der VW T5 schafft das zwar, ist aber fast so hoch wie ein Linienbus. Und Mercedes will keinen Hochdach-Bomber bauen, sondern einen eleganten Gleiter: flach, coupéartig, maximal fünf Meter lang. Wie unsere Bilder zeigen, wirkt der R-Klasse-Nachfolger tatsächlich wie eine Mischung aus E-Klasse T-Modell, B-Klasse und CLS Shooting Brake. Die Attraktivität des neuen Modells steht und fällt aber mit der Fle­xibilität der Sitzanlage. Die wichtigsten Eckpunkte: Es soll als Sechs- und Siebensitzer erhältlich sein, in der dritten Reihe lassen sich die Sitze einzeln verschieben oder ver­senken, und als Vier- oder Fünfsitzer kombi­niert das Konzept überdurch­schnittlich viel Beinfreiheit mit einem großen Kofferraum. Außerdem gilt es, kraftraubende und komplizierte Bewegungsab­läufe wie das Umklappen, Ver­schieben und Versenken von Sit­zen nach Möglichkeit zu automa­tisieren. Ganz nebenbei wird der Sport Crui­ser keine Schiebetüren haben, sondern konventionelle Klapptüren mit Zuziehhilfen. Der Grund: Mercedes will den Sport Cruiser so weit wie möglich vom drögen Lieferwagen wegrücken. Zudem haben klassische Türen Vorteile beim Fahrkomfort, weil die Windgeräusche leiser sind.

Die Technik: Neue Motoren, noch mehr Assistenzsysteme

Damit es sich auch die Hinterbänkler im Mercedes-Vielsitzer bequem machen können, gehört neben dem langen Radstand eine optionale Luftfederung zum Wohlfühlpaket. Gegen Aufpreis wird das Fondabteil separat klimatisiert, das Panoramadach lässt sich in mehreren Stufen öffnen, die Assistenzsysteme machen einen weiteren Schritt zum autonomen Fahren. Kameras blicken um die Ecke und in tote Winkel, Sensoren erkennen Querverkehr, unter bestimmten Bedingungen wird selbsttätig gelenkt und verzögert. Der Touchscreen hält über die Mittelkonsole auch bei Mercedes Einzug.

Vergleich: Mercedes GLA gegen Audi Q3

Die neue E-Klasse (Baureihe W 213) startet im März 2016, doch der Sport Cruiser wird nicht vor Ende 2017 serienreif. Schon 2016 kommen sparsamere Vierzylinder-Diesel ins Programm. Anders als BMW setzen die Schwaben auf zwei Hubräume: 1,6 Liter für A- und B-Klasse, Zweiliter vor allem für C- und E-Klasse sowie den Sport Cruiser. Ganz neu sind die 2017 verfügbaren Reihensechszylinder. Als Benziner mit drei Liter Hubraum, als Diesel mit 2,9 Liter. Der ebenfalls für 2017 avisierte neue V8 ist ein Vierliter-Aggregat. Auf der Hybridantriebsliste stehen drei Kombinationen: ein Zweiliter-Benziner (211 PS) mit 68-PS-Elektromotor, ein Dreiliter-Benziner (333 PS) mit 109-PS-Elektromotor und ein Dreiliter-Benziner (333 PS) mit 27-PS-Elektromotor.

Die Strategie: Kein M-Klasse-Bruder, sondern E-Klasse-Basis

Die alte R-Klasse ist nicht zuletzt an ihrer eigenen Komplexität gescheitert: kurzer Radstand oder langer Radstand, fünf Sitze oder sieben Sitze, Hinterradantrieb oder Allradantrieb, Spar-Diesel oder doch AMG-Power. Das soll mit dem Sport Cruiser anders werden. Während die R-Klasse technisch mit der schweren M-Klasse verwandt war, wird der Nachfolger ein E-Klasse-Ableger. Damit ist sie leichter, sparsamer und vor allem günstiger zu produzieren. Als Konkurrenten sieht Mercedes weniger die klassischen Vans als vielmehr Typen wie den Audi A7 und den BMW 5er GT. Mit einem ganz entscheidenden Vorteil allerdings: Während diese beiden Kontrahenten reine Fünfsitzer sind, kann der Mercedes Sport Cruiser eben bis zu sieben Personen auf einen Streich transportieren.

Mercedes Sport Cruiser: 2017

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Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Zu 100 Prozent sicher ist das Erscheinen des Sport Cruiser noch nicht. Mercedes muss klären, ob es reicht, mit einem hübschen Alternativangebot den Raumkomfort eines 5er GT zu toppen – oder ob mit dem Argument der Siebensitzigkeit selbst in der Preisklasse von 55 000 Euro und deutlich darüber noch genug Geld zu verdienen ist.

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SUV

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